Am Samstag spielt der KSV Hessen

Vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart II: Wenn die Löwen laut sein müssen

Es muss auch mal zur Sache gehen: Zweikampf zwischen dem Kasseler Marco Dawid (links) und Stuttgarts Ex-Nationalspieler Holger Badstuber, der als Routinier nun die U23 führt.
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Es muss auch mal zur Sache gehen: Zweikampf zwischen dem Kasseler Marco Dawid (links) und Stuttgarts Ex-Nationalspieler Holger Badstuber, der als Routinier nun die U23 führt.

Der KSV Hessen Kassel startet am Samstag in die Rückrunde der Regionalliga Südwest. Gegen den VfB Stuttgart II soll eine ungewöhnliche Serie ausgebaut werden.

Kassel – Es geht wieder gegen die Talente eines Bundesligisten. Nachdem die Rückrunde in der Fußball-Regionalliga für den KSV Hessen Kassel mit einem 1:1 bei der U23 des SC Freiburg endete, beginnt am Samstag die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Ebenfalls U23, wenn auch prominent verstärkt. Der frühere Nationalspieler Holger Badstuber steht im Kader des Regionalligisten.

Er war bereits beim Hinspiel dabei. Zum Saisonauftakt hatte der KSV 2:0 gewonnen. Schon damals zeigte sich: Spiele gegen junge Mannschaften liegen den Kasselern ganz gut. Bisher gab es gegen keine U23 eine Niederlage. Dem Erfolg in Stuttgart folgten ein 2:1 gegen den FSV Mainz, ein 2:2 gegen Hoffenheim und eben das Unentschieden in Freiburg. Macht acht Punkte.

Das hat der KSV den Talenten voraus

Kein Wunder, dass Tobias Damm zufrieden ist. „Meine Spieler machen das wirklich gut“, sagt er, erinnert an das Hinspiel und die Aussagen des Stuttgarter Trainers Frank Fahrenhorst: „Erwachsenen-Fußball und Lautstärke haben uns geschlagen.“ In der Tat war die Partie ein Paradebeispiel dafür, wie die Kasseler Gegnern, die jünger sind, schneller, meist auch spielstärker, beikommen. Die Löwen müssen körperlich dagegen halten, aggressiv auftreten, gleichzeitig aber nicht unfair. Sie müssen dem Gegner wenig Räume bieten. Und: Die Löwen müssen laut sein. „Das alles bekommen wir sehr gut hin“, sagt Damm, „und das sind eben die Elemente, an die sich 19-, 20-Jährige erst gewöhnen müssen.“

Einer, der all das beherrscht, ist zum Zusehen gezwungen. Kapitän Frederic Brill wird auch am Samstag fehlen. Sein Knie ist nicht voll belastbar. Beim Sieg in Stuttgart im September war Brill vorangegangen, brachte Härte in die Zweikämpfe, war lautstarker Antreiber. „Wir haben zur Zeit keine Fans, die uns helfen können. Deshalb müssen wir die Rolle selbst übernehmen“, sagte er.

Trainer Tobias Damm hat Personalsorgen

Am Ende aber sind all dies natürlich Dinge, von denen auch andere Mannschaften wissen: So könnte es funktionieren gegen die spielstarken Jungen. Warum also gelingt es dem KSV besonders gut? Tobias Damm muss da nicht lange überlegen. Er sagt: „Weil wir es bisher sehr klug hinbekommen. Die Mannschaft verteidigt schlau. Sie hat gute Laufwege. Viele Automatismen passen.“

Was derzeit nicht passt, das könnte dem KSV aber am Samstag Probleme machen: die personelle Situation. Gerade in einer Englischen Woche. „In Freiburg hatten wir wenige gute Aktionen in der Offensive. Das war auch eine Frage der Kraft“, stellt Damm fest.

Von den verletzten Akteuren wird vermutlich keiner zurückkommen. Marco Dawid ist nach seiner Sperre wieder dabei, dafür fehlt nun Lukas Iksal nach der fünften Gelben Karte. Neuzugang Pascal Maiwald könnte zumindest im Kader stehen. Bleibt die Frage, wo überhaupt gespielt wird: Im Auestadion oder auf Kunstrasen? Die Antwort gibt heute eine Platzbegehung.

Von Frank Ziemke

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