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Und wöchentlich grüßt der Löwe: KSV Hessen spielt auch gegen Frankfurt gut mit, verliert aber 1:3

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Von: Frank Ziemke, Maximilian Bülau

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(von links) Serkan Durna, Hendrik Starostzik, Maurice Springfeld, Marlon Sündermann und Steven Rakk.
Enttäuschte Gesichter: (von links) Serkan Durna, Hendrik Starostzik, Maurice Springfeld, Marlon Sündermann und Steven Rakk nach einem Tor des FSV Frankfurt am vergangenen Samstag im Auestadion. © Dieter Schachtschneider

In Kassel grüßt täglich nicht das Murmeltier. Wenn überhaupt der Waschbär. Und in diesen Tagen, Wochen und Monaten grüßt wöchentlich der Löwe. Der vom Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

Kassel – Es gibt also einen sich immer wiederholenden Ablauf beim KSV. Und der sieht so aus: Eigentlich ganz gut gespielt, die Partie über weite Phasen sogar im Griff gehabt, aber individuelle Fehler gemacht. So auch am Samstag im heimischen Auestadion gegen den FSV Frankfurt nichts zu holen. Innerhalb weniger Minuten – zwischen der 76. und 80. – schenkten die Löwen Punkte her, unterlagen am Ende 1:3 (0:1) gegen die Südhessen. Und müssen sich abermals fragen: Warum eigentlich?

Die Antwort darauf ist relativ einfach: vorn nicht effektiv, hinten immer wieder mit Fehlern, die zu Toren führen. So ließ sich Hendrik Starostzik vor dem 0:1 durch Jihad Boutakhrit (8.) recht einfach ausspielen, der Frankfurter schloss ins lange Eck ab. Nach dem Ausgleichstreffer in der zweiten Hälfte von Nils Stendera nach einer tollen Kombination der Löwen – der Mittelfeldspieler verwertete schließlich den zweiten Ball kaltschnäuzig (49.) – war der KSV eigentlich drauf und dran, die Partie zu drehen. Doch dieses Wort „eigentlich“ schleicht sich viel zu oft in die Beschreibungen eines Kasseler Spiels ein.

Nach einer Stunde ließ die Überlegenheit des KSV Stück für Stück nach. Spätestens, nachdem Trainer Tobias Damm in der 73. Minute den starken Oliver Issa Schmitt, den viel arbeitenden Noah Jones und Jon Mogge vom Feld nahm, gab es einen Bruch im KSV-Spiel. Die Folge: Erst kassierten die Löwen nach einer Ecke, die flach zurückgespielt wurde, durch Leon Müller das 1:2 (76.). Dann spielte Maurice Springfeld einen katastrophalen Fehlpass, in der Folge tauchte Jake Hirst frei vor Marlon Sündermann auf und chippte den Ball über ihn hinweg zum 1:3 ins Netz (80.). Fehler, die die Partie entschieden.

Stendera, mit drei Treffern nun zweitbester Torschütze des KSV, was viel über die harmlose Offensive aussagt, war deshalb hinterher auch in Erklärungsnot: „Einen Treffer wie das 1:2 haben wir so schon mal kassiert. Wir sprechen das Woche für Woche an, die Fehler, die wir machen. Aber es passiert uns immer wieder“, sagte er. Und fügte an: „Wir erspielen uns Torchancen, nutzen sie aber nicht. Wir sind eigentlich gut im Spiel und kassieren dann das 0:1. Wir machen den Ausgleich und sind dran, verlieren aber wieder den Faden. Das ist auch für mich schwer zu verstehen.“

Selbst Gäste-Trainer Tim Görner gestand ein: „Wir hatten große Schwierigkeiten, in diese Partie reinzukommen, den Zugriff zu bekommen. Wir sind viel hinterhergelaufen. Der Ausgleich für Kassel war verdient.“ Aussagen, die zeigen: Eigentlich wäre mehr möglich gewesen für den KSV. Da ist es wieder dieses Wort. Eigentlich.

Damm sagte, er wäre auch mit einem Punkt zufrieden, drei seien möglich gewesen. „Es war ein Spiel, dass wir eigentlich gut im Griff haben. Dann machen wir wieder entscheidende Fehler. Wir haben Möglichkeiten, lassen aber zu viel liegen. Vom Verlauf wäre mehr drin gewesen.“ Wäre es. Eigentlich. Doch am Ende steht: Wieder nichts! Am Ende steht die zweite Derbyniederlage der Saison gegen Frankfurt. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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