„Will die Nummer eins werden“

Tobias Schlöffel ist seit zweieinhalb Jahren zweiter Torwart beim KSV

Blickt positiv in die Zukunft: der talentierte Torwart Tobias Schlöffel vom KSV Hessen Kassel. Foto: Hedler

Kassel. Jetzt, in der Testspielphase, schickt Trainer Matthias Mink meistens zwei komplette Mannschaften auf den Platz, sodass der Torwart für 45 Minuten Tobias Schlöffel heißt.

Aber in drei Wochen, wenn die Punktspiele in der Fußball-Regionalliga fortgesetzt werden, muss sich der 21-Jährige wieder auf die Ersatzbank setzen und sich die Spielpraxis in der Verbandsliga-Mannschaft des KSV Hessen holen.

Mink stellt klar: „Unsere Nummer eins im Tor ist Kevin Rauhut.“ Der Löwen-Trainer sagt aber auch: „Tobias Schlöffel entwickelt sich positiv und hat bei uns eine gute Perspektive. Er hat auch in jüngster Vergangenheit enorme Fortschritte gemacht.“

Aber wie kommt das Lob des Trainers bei dem Torwart an, der für seinen Trainingseifer keine kurzfristige Belohnung erwarten darf? Tobias Schlöffel ist ein Mannschaftsspieler und sagt: „Ich bereite mich immer so vor, als ob ich spielen würde.“

Irgendwann will der 21-Jährige beim KSV Hessen mal die Nummer eins sein, aber noch ist er geduldig. „Ich bin auch zum KSV gekommen, um mich weiterzuentwickeln, und dieses Ziel habe ich mithilfe der Torwarttrainer Sven Hoffmeister und Michael Gibhardt schon erreicht“, sagt Schlöffel, der im vergangenen Sommer damit gerechnet hatte, zur Nummer eins im KSV-Tor aufzusteigen.

Dann aber ist Kevin Rauhut gekommen, hat den Kampf um den Platz zwischen den Pfosten gewonnen und keinen neidischen Konkurrenten zurückgelassen. „Ich habe die Entscheidung des Trainers akzeptiert“, sagt Schlöffel.

Auch selbstkritisch

Der junge Torwart ist selbstbewusst und selbstkritisch zugleich. „Auf der Linie bin ich gut, aber die Spieleröffnung muss noch besser werden“, räumt er ein.

Trotz der kleinen Schwächen hatte sich der gebürtige Eschweger schon mit 18 in der U 23 des SC Paderborn durchgesetzt, aber das Angebot des KSV Hessen hatte er nicht nur aus sportlichen Gründen gern angenommen.

Seine Eltern leben in Habichtswald-Ehlen. Dort und beim VfL Kassel hütete er das Tor, ehe er mit 15 Jahren ins Internat zum SC Paderborn ging. Aber auch jetzt hat der Torwart nicht nur Fußball im Kopf, denn er ist an der Uni Kassel Student der Wirtschaftswissenschaften. Ein Torwart kann zwar lange, aber nicht ewig Fußball spielen.

Von Gerd Brehm

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