KSV Hessen startet am Samstag in Stuttgart in die Saison

Alban Meha im Interview über Frisuren, Freunde und Freistöße

Alban Meha
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Mit neuer Frisur in der neuen Liga: Alban Meha ist ein wichtiger Bestandteil des Mittelfeldes beim KSV Hessen Kassel.

Am Anfang kritisch beäugt, hat Alban Meha beim KSV Hessen Kassel mittlerweile überzeugt. Der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler bewegt sich elegant übers Feld.

Herr Meha, Sie sind plötzlich erblondet. Wette oder Absicht?

Das war schon länger in Planung. Ich wusste nur nicht so genau, bei welchem Friseur ich es machen soll. Dann hat mein Cousin sich die Haare ebenfalls blond gefärbt – in Braunschweig. Dort habe ich es dann auch gemacht. Ich finde es ganz gelungen.

Also anders als die aktuellen Profis fliegen Sie keinen Friseur ein, sondern fahren noch selbst.

(lacht) Ja, klar. Ich bin eigentlich auch nicht dafür bekannt, dass ich meine Frisuren andauernd tausche.

Bei dem Zeitpunkt kurz vor Saisonstart könnte man ja fast meinen, Sie wollten noch mal ein Zeichen setzen: Hallo, hier sind wir, der KSV!

Nein, das hat wirklich nichts damit zu tun.

Aber mit dem KSV wird zu rechnen sein?

Ich freue mich auf jeden Fall nach dieser langen Pause ohne Fußball und ohne Spiele. Was uns angeht, bin ich optimistisch. Es wird Zeit für den Start in Stuttgart.

Kann man eigentlich sagen, dass Sie und Mahir Saglik so etwas wie beste Freunde sind?

Auf jeden Fall. Wir kennen uns lange, sind eng verbunden. Wir haben schon in Paderborn zusammen gespielt. Wir sind sehr gute Freunde.

Und kann man auch sagen, dass Meha und Saglik es noch mal wissen wollen?

Wir sind hierhergekommen und hatten klare Ziele. Wir wollten den Aufstieg in die Regionalliga. Wir sind beide ehrgeizig und wollen hier nicht nur ein bisschen Larifari machen. Ich habe drei Kinder, Mahir zwei. Mit Corona war es da erst einmal schwierig, zu trainieren. Aber seit wir wieder normal auf dem Platz stehen, ist die Lust groß. Ich fühle mich gut, alles hält. Auch das Knie.

Auf der anderen Seite wurden Sie und Mahir Saglik anfangs kritisch beäugt. Nach dem Motto: Was wollen wir denn mit den beiden alten Spielern. Die kosten doch nur wieder viel Geld.

Klar, gerade in der Anfangsphase der vergangenen Saison ist viel Kritik an Mahir und mir hängen geblieben. Da gab es Stimmen, die gesagt haben, wir wären nur hergekommen, um viel Geld zu kassieren. Aber ich kann allen sagen, dass das nicht stimmt. Als es besser lief, hat man gesehen, dass wir der Mannschaft helfen können. Und mal ehrlich und nicht böse gemeint: Man kommt nicht nach Kassel, wenn man abkassieren möchte.

Der Kader des KSV ist trotz Aufstieg zusammengeblieben, es gibt kaum Veränderungen. Ist das gut?

Ich finde es genau richtig. Es ist gut, dass man denen vertraut, die den Aufstieg geschafft haben. Es wäre andersrum jetzt nicht gut, wenn sechs, sieben neue Spieler gekommen wären und das ganze Gefüge durcheinandergebracht hätten. Es geht nicht immer nur darum, die besten Spieler zu haben. Wir verstehen uns alle super und passen gut zusammen. Das macht uns stark. Das war damals in Paderborn übrigens ähnlich.

Sie haben schon eine lange Karriere hinter sich. Steht nun trotzdem die längste Saison an?

Ja. Und es wird für alle anstrengend. Fast alle von uns arbeiten nebenbei oder studieren.

Wird die Saison Ihrer Meinung nach beendet?

Ich denke schon. Vielleicht aber nicht immer vor Zuschauern.

Wie wichtig sind die Zuschauer in Kassel?

Sie haben uns geholfen und werden uns auf jeden Fall helfen. Es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn 2000 – vielleicht ja jetzt auch mal 3000 oder 4000 – Fans im Auestadion sind. Ich spiele immer lieber vor Zuschauern.

Wichtig sind auch Ihre Freistöße. Wie lange muss man so etwas trainieren?

Mit 18, 19 stand ich vor jedem Training anderthalb bis zwei Stunden früher auf dem Platz und habe geübt. Heute muss ich das zum Glück nicht mehr so lange machen. Es ist aber nicht so, dass ich das einfach konnte.

Freuen Sie sich, wenn der Schiedsrichter auf Freistoß für den KSV entscheidet?

Ja, klar. Wir besprechen das auch vorher, dass wir dafür sorgen, dass wir solche Situationen bekommen. Früher hat mich das auch unter Druck gesetzt, wenn die Zuschauer meinen Namen geschrien haben. Heute gehe ich das lockerer an – und so klappt es besser.

Wenn Sie sich eine Schlagzeile aussuchen dürften: Würden Sie lieber lesen, dass der KSV gar nichts mit dem Abstiegskampf zu tun hatte, oder dass Alban Meha die Löwen am letzten Spieltag mit einem Freistoß-Tor gerettet hat?

Ganz klar die erste. Ich kann ja vorher schon ein paar Tore schießen. Es wäre mir aber deutlich lieber, wenn wir nicht erst am letzten Spieltag alles klar machen. (Frank Ziemke Und Maximilian Bülau)

Zur Person:

Alban Meha (34) wurde in Mitrovice, damals Jugoslawien, heute Kosovo, geboren. Der Mittelfeldspieler kam im Alter von fünf Jahren nach Deutschland, spielte in der Jugend vorwiegend für die Stuttgarter Kickers. Über Kirchheim, Reutlingen, Trier und Paderborn führte sein Weg in die Türkei. 2018 kehrte er nach Deutschland zurück und war für Elversberg aktiv. Ein Jahr später unterschrieb er beim KSV Hessen. Meha ist verheiratet und hat drei Kinder, eine Tochter (7) und zwei Söhne (5 und 1). Er lebt in Kassel und hat bei den Löwen noch einen Vertrag für zwei Jahre. 

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