Verteidiger kam aus Mittelhessen

In Gießen wohnen, für Kassel spielen: Hendrik Starostzik kennt den kommenden Gegner des KSV Hessen gut

Hendrik Starostzik.
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Hat Kassel schon ins Herz geschlossen: KSV-Verteidiger Hendrik Starostzik fühlt sich bei den Löwen wohl und liefert gute Leistungen ab.

Im Hessenpokal beim 3:0-Sieg gegen den VfL Biedenkopf am Mittwoch wurde Hendrik Starostzik geschont. Der Verteidiger des KSV Hessen Kassel hatte zuletzt immer mal wieder Rückenprobleme, der Kunstrasen in Biedenkopf war da nicht das beste Pflaster.

Kassel – Der 30-Jährige gehört neben Kevin Nennhuber (33), Ingmar Merle (31) und Tim Brandner (30) in diesem Jahr zu den älteren Spielern des Fußball-Regionalligisten. Morgen beim FC Gießen (14 Uhr) wird Starostzik wieder dabei sein. Immerhin geht es gegen seinen Ex-Klub. In der vergangenen Saison erzielte der Abwehrspieler das letzte Tor der Spielzeit für die Mittelhessen – es war der Treffer zum 3:0 gegen den KSV Hessen. Die Partie endete 3:1.

Nun hat er die Seiten gewechselt, kickt in Nordhessen und ist gleich voll eingeschlagen. Über Gründe, warum der geborene Marburger den Gießenern nach einem Jahr wieder den Rücken kehrte, äußerte er sich im Sommer in der Presse. So ganz zufrieden war der 30-Jährige mit seinem Ex-Klub damals nicht. Heute sagt er: „Das Kapitel ist für mich abgeschlossen. Ich will da kein Fass mehr aufmachen und mich auf das konzentrieren, was jetzt mit dem KSV kommt.“

Seinen Lebensmittelpunkt hat Starostzik aber weiterhin in Gießen. Und das wird auch so bleiben. „Meine Frau hat einen Job dort. Nachdem sie zehn, zwölf Jahre mit mir rumgereist ist, war das unser klarer Deal. Dass wir uns einen Rückzugsort schaffen“, erklärt er. Sein Sohn geht in Gießen in den Kindergarten und kommt im kommenden Jahr in die Schule. Und was Starostzik als „rumgereist“ beschreibt, bedeutet: Seine Frau begleitete ihn nicht nur nach Bochum, Stuttgart, Dresden und Halle, sondern auch nach Kanada, wo Starostzik für den Pacific FC spielte, und nach Dänemark, wo der Verteidiger für Naestved BK aktiv war. „Sie ist nicht direkt mit umgezogen, nach Kanada ist sie zum Beispiel drei Monate später gekommen“, sagt er.

Nun soll also privat etwas Ruhe bei den Starostziks einkehren. Dazu trägt sicher auch bei, dass der Abwehrspieler sich beim KSV bereits gut eingelebt hat. „Persönlich bin ich sehr zufrieden. Generell fühle ich mich im Verein pudelwohl. Hier wird gut gearbeitet, die Infrastruktur funktioniert, die Mannschaft ist gefestigt“, sagt er. Trainer Tobias Damm habe zudem ein gutes Belastungsmanagement. „Er horcht in uns rein und stellt mir auch mal frei, ob ich spielen möchte“, sagt der 30-Jährige. So wie gerade erst gegen Biedenkopf. Das führt dazu, dass Starostzik trotz kleinerer Probleme erst zwei Spiele verpasste in dieser Saison. Sonst stand er immer über 90 Minuten auf dem Feld und erzielte bereits drei Tore. Nun für den KSV und nicht mehr für Gießen.

Sein Ex-Team hat im Sommer einen größeren Umbruch hinter sich, aber auch erfahrene Spieler wie Giuseppe Burgio und Ko Sawada dazubekommen. „50 Prozent kenne ich noch, die andere Hälfte nicht. Ich war aber nur ein Jahr in Gießen und habe nicht so eine tiefgründige Beziehung aufgebaut“, sagt Starostzik. Mit Frederic Löhe – KSV-Anhänger könnten das gespalten sehen – sei er auf eine Wellenlänge gewesen. „Ich gönne Gießen nur das Beste – nachdem sie gegen uns gespielt haben“, ergänzt der 30-Jährige.

Pläne für die Zeit nach dem Fußball hat Starostzik schon. Er studiert derzeit Psychologie an einer Fern-Universität. Er hetze sich nicht, wolle in zwei Jahren fertig sein, sei nun etwa in der Mitte des Studiums. „Das erfordert viel Selbstdisziplin. Aber ich habe zwischen 23 und 28 in genügend Cafés gesessen. Da kann ich jetzt auch mal ein bisschen mehr machen“, sagt er.

Mehr machen nicht unbedingt, aber mehr Punkte holen als zuletzt sollten die Löwen dann morgen in Gießen. „Wir haben gerade eine kleine Negativphase. In jedem Spiel werden wir immer zwei, drei Chancen zulassen. Gerade werden wir defensiv aber schnell bestraft, was wir nicht verdient haben“, sagt Starostzik. Offensiv müssen die Löwen dagegen effektiver werden. Randnotiz: Mit drei Treffern ist Abwehrspieler Starostzik nach Moritz Flotho zweitbester Torschütze des KSV. Für Gießen erzielte er vergangene Saison vier Treffer. Es wäre morgen kein schlechter Zeitpunkt, um mit seiner Vorjahresleistung gleichzuziehen. (Maximilian Bülau)

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