Yunus Malli: Ein Vorbild in der Heimat beim Spiel gegen den KSV

Zeigte Nähe zu den Fans in der Heimat: Yunus Malli vom VfL Wolfsburg (Mitte) kommt hier der Bitte eines Zuschauers nach, der um ein Selfie gebeten hatte. Foto:  Ziemke

Kassel. Auch wenn ein Fußball-Bundesligist am Dienstagabend im Auestadion zu Gast war, der Großteil der Zuschauer drückte dem KSV Hessen die Daumen.

Einem Wolfsburger hätten sie aber wohl dennoch einen Treffer gegönnt - Yunus Malli. Der 25-Jährige stammt aus Kassel. Und er wollte in seiner Heimat etwas zeigen, das war ihm anzumerken.

„Es ist sehr gut, dass wir dieses Spiel gemacht haben und helfen konnten. Immerhin 5000 Zuschauer sind gekommen. Es war ein gelungener Abend“, sagte Malli hinterher, nachdem er von der Wolfsburger Pressesprecherin freundlich gebeten wurde, den Marathon an Selfies und Autogrammen kurz zu unterbrechen und sich den wartenden Journalisten zu widmen.

Keine Frage: Malli war bei den vielen Kindern, die nach dem Schlusspfiff auf den Rasen strömten, der gefragteste Mann. Wahrscheinlich ist er am greifbarsten für sie, hat er doch früher für den VfL Kassel und die Sportfreunde Fasanenhof gekickt.

Ein Treffer gelang ihm an diesem Abend aber nicht. Als der Mittelfeldspieler zur Halbzeit ausgewechselt wurde, da stand es noch 0:0. Seiner Direktabnahme, die weit über das Tor flog und von einem lang gezogenen „Ohhh“ der Zuschauer begleitet wurde, folgte der Pausenpfiff. Vorher war es vor allem der türkische Nationalspieler, der in einer bis dahin schwachen Mannschaft aus Niedersachsen am meisten Spielwitz versprühte.

Ein präzises Zuspiel auf Neuzugang Nany Landry Dimata (13.) quittierte ein Zuschauer mit der Einschätzung: „Der Malli kann’s.“ Vier Minuten später der nächste Pass, der wohl die Führung bedeutet hätte, aber Dimata stand im Abseits. Dann probierte es Malli selbst (21.), legte noch einmal ein Kabinettstückchen hin, dirigierte seine Mitspieler. Malli wollte - es war aber auch zu sehen, dass er mit der etwas schwächeren Hälfte der Mannschaft in Halbzeit eins auf dem Rasen stand.

Er wollte den Löwen einen einschenken, aber nur in dieser Partie. „Klar, ich fiebere mit dem KSV mit. Man liest das ja alles über den Verein. Ich hoffe, dass sie durchkommen“, sagte er dann hinterher. Und: „Natürlich war es schön, hier in der Heimat zu spielen. Ich komme gern nach Kassel zurück. Ich bin ein- oder zweimal im Monat da - dann aber, um meine Familie und Freunde zu sehen.“

Besonders war diese Partie aber nicht nur für Malli. Der Niederländer Paul Verhaegh kam nach seinem Wechsel von Augsburg zu den Wölfen erstmals zum Einsatz. „Es ist mein zweiter Tag hier und das erste Testspiel. Ich habe nach sieben Jahren zum ersten Mal ein anderes Trikot getragen - das ist etwas Besonderes für mich“, sagte der 33-Jährige. „Deswegen werde ich diese Partie nicht vergessen. Übrigens, das ist ein sehr schönes Stadion hier.“ Verhaegh und Malli - sie dürfen gern wiederkommen.

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