Trainer Cramer spricht von gelungener Vorbereitung, hat aber eine Problemposition

Zufriedenheit und eine Baustelle beim KSV Hessen Kassel

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Neuer Kapitän der Löwen: Frederic Brill.

Kassel/Wiedenbrück. Jetzt wird es langsam ernst für den KSV Hessen Kassel. Am kommenden Samstag startet mit dem Heimspiel gegen Waldhof Mannheim die Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest. Am Wochenende endete mit dem Spiel in Wiedenbrück die heiße Phase der Vorbereitung.

DER LETZTE TEST

Verlief jetzt nicht ganz so pralle. Beim 0:3 in Wiedenbrück kassierten die Löwen die erste Testspiel-Niederlage ausgerechnet bei der Generalprobe. Gegen den West-Regionalligisten war die auch absolut verdient. Die Gastgeber waren robuster, schneller im Umschaltspiel, im Spieltempo überlegen. Trainer Tobias Cramer sagt aber: „Das werden wir nicht überbewerten. Die Mannschaft war am Ende des Trainingslagers platt.“

Das war deutlich zu sehen. Nur in der ersten Viertelstunde nach der Pause machte der KSV das Spiel auch selbst. Mit dem 0:2 aber waren Kraft und Wille endgültig dahin. Was Cramer trotzdem nicht gefiel: „Wir haben viele kleine Fehler gemacht. Das wird auf diesem Niveau sofort bestraft.“

DAS FAZIT

Fiel, daran änderte die Niederlage nichts, ausgesprochen positiv aus. „Der Kader hat mit höchstem Engagement gearbeitet. Alle haben durchgezogen. Davor ziehe ich den Hut.“ So lobte Cramer seine Spieler. Vor allem auch, weil angesichts der unsicheren Finanzlage des insolventen Viertligisten keiner der gestandenen Akteure daran gedacht habe, den Klub zu verlassen. „Die Stimmung ist einfach positiv“, sagt Cramer. Auch die „Tour de Nordhessen“ mit zwölf Vorbereitungsspielen sei gut angenommen worden. In der kommenden Woche bekommen die Spieler nun Zeit zum Luftholen. Das Trainingspensum wird stark runtergefahren – damit der Akku am Samstag aufgeladen ist.

DIE JUGEND

Lange hat der KSV nicht so viele Akteure aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft hochgezogen wie in dieser Saison. Vor allem einem Spieler traut Cramer zu, den Sprung schnell zu schaffen: „Brian Schwechel wird nach wenigen Wochen ein Regionalliga-Spieler sein“, sagt der Trainer über den Mittelfeldspieler. Auch Arne Schütze bekam viel Einsatzzeit, zeigt spielerische Qualität, muss aber noch robuster werden. Laurin Unzicker hat noch verletzungsbedingten Rückstand.

EINE BAUSTELLE

Positiv erst einmal: Bisher blieb der KSV von größeren Verletzungssorgen verschont. Lediglich Tim-Philipp Brandner und Jugendspieler Michael Voss fallen noch aus. Marco Dawid und Nael Najjer arbeiten sich nach Verletzungen langsam wieder heran. Und Rückkehrer Ingmar Merle muss natürlich noch einiges aufholen im Training.

Eine Baustelle aber wurde auch am Samstag in Wiedenbrück sichtbar: die Innenverteidigung. In der ist nur Lucas Albrecht eine feste Größe. Neben ihm muss derzeit Sergej Evljuskin aushelfen. Dass ihm die Position noch nicht so zusagt, war aber deutlich zu sehen. Niklas Künzel, gelernter Innenverteidiger, hat Cramer noch nicht überzeugt. Und für einen weiteren Neuzugang fehlt derzeit das Geld. 

DIE KAPITÄNSFRAGE

Ist geklärt. Trainer Cramer hat Frederic Brill zum neuen Kapitän der Löwen ernannt. Die Begründung: „Er ist eine starke Persönlichkeit und spielt auf dem Platz in zentraler Position.“ Brill ist auch deshalb die logische Wahl, weil er in der vergangenen Saison Stellvertreter von Tobi Damm war. Der 25-Jährige Brill kam 2015 aus Mannheim zum KSV. Die Stellvertreter werden von der Mannschaft gewählt und heißen nun Sergej Evljuskin und Sergej Schmik. Im Mannschaftsrat sitzen zudem Lucas Albrecht und Niklas Hartmann.

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