Zusätzliche Pokalbrisanz am 29. April

Rückkehr von Hock mit Wehen weckt beim KSV Erinnerungen

Kurze Amtszeit beim KSV: Trainer Christian Hock wird am 29. März nach Kassel zurückkehren, nachdem er am Wochenende zum Chefcoach bei Pokalgegner Wehen-Wiesbaden befördert wurde. Foto: Fischer/nh

Christian Hock kommt zurück nach Kassel. Der frühere Coach des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen ist am Wochenende Interimstrainer des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden geworden.

Mit einem klaren Auftrag: „Der Gewinn des Hessenpokals ist für uns jetzt die wichtigste Aufgabe“, sagt Wehens Sportdirektor Michael Feichtenbeiner. Am 29. April kommen Hock und seine Mannschaft zum Halbfinale ins Auestadion. Und natürlich werden Erinnerungen wach an Hocks kurze Amtszeit bei den Löwen (22. April bis 18. Oktober 2011), die geprägt wurde vom Rauswurf des Publikumslieblings Thorsten Bauer. Wir haben mit drei KSVern gesprochen, die damals dabei waren.

TORSTEN PFENNIG

Der heutige Geschäftsstellenleiter war damals bereits Pressesprecher. Die Zusammenarbeit mit Hock hat er in guter Erinnerung. „Das war sehr professionell. Und menschlich hat es gut gepasst“, sagt Pfennig. Was rund um die Trennung von Stürmer Bauer passiert sei, habe vor allem auch den damaligen Zustand des Vereins gespiegelt: „Der Klub war zerfahren in Meinungen und Strategien“, sagt Pfennig. Und Hocks Fehler sei vor allem der gewesen: „Den Stellenwert Bauers beim KSV konnte er nie richtig einschätzen.“

Die Rückkehr Hocks sieht er nun mit gemischen Gefühlen. „Es kommt eine zusätzliche Brisanz in die Partie. Solche Geschichten gefallen mir. Wir werden dadurch mehr Zuschauer haben. Sportlich aber wird es schwerer, denn Hock ist ein richtig guter Trainer.“

TOBIAS DAMM

Neben Enrico Gaede ist Tobias Damm der einzige Spieler aus dem aktuellen KSV-Kader, der damals auch unter Hock im Einsatz war. Interessanterweise fiel in diese Zeit auch das letzte große Pokalspiel der Löwen: Am 31. Juli 2011 trat der KSV vor knapp 15 000 Zuschauern in der ersten Hauptrunde gegen Fortuna Düsseldorf an – und verlor 0:3.

Damm sagt: „Hock hat ein super Training gemacht. Vielleicht war er in der einen oder anderen Situation zu lieb. Seine Zeit beim KSV war ja von permanentem Theater geprägt.“ Jetzt freut sich Damm vor allem auf die Pokalpartie an sich: „Da ist es ziemlich egal, wer beim Gegner an der Seitenlinie steht.“

THORSTEN BAUER

Der, den die KSV-Fans einst „Fußballgott“ riefen, erfuhr von der Rückkehr des Mannes, der seine Karriere beendete, bei Facebook. Bauer, heute 38, der in 297 Ligaspielen 161 Tore für die Löwen schoss, sagt: „Ich hege keinerlei Groll, werde mir das Spiel wohl auch ansehen.“ Und nicht nur das, Bauer findet ebenfalls lobende Worte für Hock: „Ich halte ihn für einen sehr guten Trainer.“

Als er die Nachricht von Hocks Beförderung in Wehen entdeckt habe, dachte Bauer natürlich zurück an 2011. „Das war schon eine sehr schwere Zeit, ich kann das aber trennen von der Person Hock“, sagt er. Verwundert habe ihn aber die Vehemenz, mit der Hock damals die Ausmusterung betrieben habe. „Dann geht er halt in die Aue laufen“, hatte Hock unter anderem gesagt – und damit bei den KSV-Anhängern einen Sturm der Entrüstung entfacht. Trotzdem wurde der Vertrag mit Bauer im Juli aufgelöst. Heute ist er Repräsentant des Vereins.

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