KSV Hessen Kassel: Joschi Burjan und Dieter Vollmer feiern heute Geburtstag

Zwei Dauerbrenner werden 75

Joschi Burjan Archivfoto: Herzog

Kassel. Sie haben nicht nur am gleichen Tag Geburtstag, sie werden heute auch 75 Jahre alt: Joschi Burjan und Dieter Vollmer, ehemalige Fußball-Größen des KSV Hessen, die mit den Löwen im Mai 1964 Süddeutscher Meister vor Bayern München wurden. Damals verhinderten Hannover 96 und Neunkirchen, dass der KSV und die Bayern sich in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga durchsetzen. Heute haben Burjan und Vollmer mit Fußball kaum noch was am Hut. „Nur hin und wieder zieht’s mich ins Auestadion“, sagt der gebürtige Ungar Burjan. Vollmer ergänzt: „Am Auestadion bin ich mal vorbeigegangen, um mir die Bauarbeiten anzuschauen. Was auf dem Rasen passiert, erfahre ich aus der Zeitung.“

Feier nicht in Kassel

Die Geburtstagskinder feiern ihr Wiegenfest fern der Heimat: Burjan genießt zurzeit Urlaub an der türkischen Riviera, Vollmer weilt im Warburger Haus seiner Tochter. In Warburg spielte der gebürtige Herner schon als 17-Jähriger in der ersten Mannschaft, nachdem er einige Spiele in der deutschen A-Jugend-Auswahl (unter anderem mit Uwe Seeler und Klaus Stürmer) bestritten hatte. Drei Jahre später stieß Vollmer zum KSV Hessen, für den er bis 1967 335-mal zum Einsatz kam. Lediglich Gala Metzner (365 Spiele) und Hans Alt (356) stehen in der KSV-Dauerbrenner-Liste noch vor Vollmer.

Die überdurchschnittlichen Leistungen Vollmers als Abwehrspieler sprachen sich bis zur Trainer-Koryphäe Max Merkel herum, der ihn zu 1860 München locken wollte. „Meine Frau hat mich jedoch überredet, in Kassel zu bleiben“, erinnert sich Vollmer, der auch ein sagenhaft schneller Sprinter war. Seine 10,6 Sekunden über 100 m sind in der Warburger Hüffert-Arena heute noch Stadion-Rekord.

Jozsef „Joschi” Burjan, der am liebsten am Schach-Computer sitzt, und den man häufig auf der Volleyball-Anlage des KSV Auedamm trifft, kam zwar nur auf 101 Einsätze für die Löwen. Doch sind die Flankenläufe des Flügelflitzers den älteren KSV-Fans heute noch in guter Erinnerung. Zusammen mit Assmy, Fritzsche, Kuster, Jendrosch und Becker bildete der Rechtsaußen jene legendäre Angriffsformation, die es im Meisterjahr 1964 auf 116 Treffer in 38 Spielen brachte.

Burjans Sternstunde schlug drei Jahre zuvor beim 5:3 im Freundschaftsspiel gegen den italienischen Erstligisten Catania, als er drei Treffer beisteuerte.

Fragt man Vollmer, der sich mit Radfahren fit hält, nach seinem fußballerischen Glanzstück, denkt er an das Testspiel des KSV 1963 gegen die bulgarische Nationalmannschaft, als er einen der besten Linksaußen Europas, Kolev, ausschaltete. „Wir haben zwar 3:4 verloren, aber nach der Partie erklärte der bulgarische Fußball-Präsident, dass er unseren Außenläufer Simon und mich sofort nach Bulgarien mitnehmen würde.“

Von Günter Grabs

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.