Zwischenfazit des KSV Hessen Kassel: Kopflos waren sie selten

Sieht hier so aus, war aber nicht so: Der KSV Hessen, auf unserem Foto Benjamin Girth, agierte in der bisherigen Saison selten kopflos. Foto: Hedler

Kassel. Pause. Und Zeit zum Durchschnaufen. Für Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel ist das Fußballjahr 2015 beendet.

Am 7. Januar wird Trainer Matthias Mink seine Spieler wieder zur Vorbereitung auf die Rest-Rückrunde einberufen, die dann am 27. Februar beginnt.

Pause, das heißt natürlich auch: Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Und das fällt bei den Löwen zwar nicht euphorisch, aber doch zufrieden aus. „32 Punkte können sich sehen lassen“, sagt Trainer Mink. Das reicht nach dem 19. Spieltag zu Platz sechs. Zum selben Zeitpunkt vor zwei Jahren stand der KSV mit gerade 19 Zählern als Tabellen-14. dicht an den Abstiegsrängen. Vor einem Jahr lagen die Kasseler nach 19 Spieltagen auf Platz acht, die Punkteausbeute war mit 29 nur unwesentlich schlechter. Trotzdem sieht nicht nur Mink eine deutliche Weiterentwicklung. Die Spitzengruppe in der Südwest-Staffel ist nicht nur stärker geworden, sondern auch deutlich breiter. Und auch wenn den KSV vom Spitzentrio Trier und Mannheim mittlerweile elf Punkte trennen, hat er gezeigt: Er spielt auch mit den Topteams auf Augenhöhe.

Deshalb zeigt sich auch Kapitän Tobias Becker am Ende des Jahres zufrieden. Er sagt: „Natürlich bleibt das Gefühl, dass wir den einen oder anderen Punkt mehr hätten haben können. Aber: Wir waren in fast allen Spielen der Saison die bessere Mannschaft. Wir stehen gut. Wir spielen gut. Was uns fehlt, ist die Effektivität. Daran müssen wir arbeiten. Und dann können wir in der Tabelle auch noch etwas klettern.“

Die Zahlen unterstreichen diese Worte. Nur dreimal ging der KSV geschlagen vom Platz – gegen Elversberg und Trier zu Hause, auswärts in Offenbach. Chancenlos war er nie. Und: Trotz zahlreicher Verletzungsprobleme, die vor allem die Defensive betrafen, agierten die Löwen sehr selten kopflos. Die Struktur im Spiel mit vier Verteidigern und einem im Rückwärtsgang zusätzlich in die Abwehrkette rückenden zentralen Mittelfeldspieler funktionierte unabhängig vom Personal. Ganze zwölf Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Nur Mannheim (10) war noch besser.

Die andere Seite dieser Zahlen hat aber ebensoviel Aussagekraft und unterstreicht Beckers Satz von der fehlenden Effektivität. Mit 22 Toren ist der KSV in der Spitzengruppe deutlich das ungefährlichste Team. Spitzenreiter Trier schoss 41 Tore. Selbst der Vorletzte, Bahlingen, war mit 23 Treffern erfolgreicher. Die siebenwöchige Sperre von Top-Torjäger Shqipon Bektashi wog hier natürlich schwer, erklärt aber nicht alles. Chancen waren praktisch in allen Spielen da. „Uns fehlte der unbedingte Wille, den Ball über die Linie zu bringen“, stellte Mink mehr als einmal fest. Der Trainer weiß natürlich, woran seine Mannschaft arbeiten muss. Und er verspricht für die Rest-Rückrunde: „Wir wollen den Prozess fortsetzen und vor allem auch in den Heimspielen guten und erfolgreichen Fußball spielen.“

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