Deutsche fällt bei French Open aus

Knieverletzung: Siegemund droht lange Tennis-Pause

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WTA-Turnier Nürnberg

Laura Siegemund wollte sich in Nürnberg auf die French Open einstimmen. Doch dann kam für die 29-Jährige das bittere Aus.

Die formschwache Angelique Kerber meldete sich rechtzeitig vor den French Open wieder fit, die formstarke Laura Siegemund muss vor dem Auftakt am Sonntag einen Verletzungsschock verdauen. Keine vier Wochen nach ihrem Coup von Stuttgart wird die Hoffnungsträgerin des deutschen Damen-Tennis von einer Knieverletzung ausgebremst. Die Teilnahme am zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres schloss Bundestrainerin Barbara Rittner nach Siegemunds unglücklichem Ausfallschritt im Achtelfinale von Nürnberg am Mittwoch spontan aus. „Sie wird Paris nicht spielen können“, sagte Rittner und befürchtete eine lange Tennispause: „Es hat geknackt, sie hat Schmerzen.“ Die Diagnose war am Donnerstagvormittag noch nicht bekannt.

Die Weltranglisten-Erste Kerber konnte nach ihren Problemen am Oberschenkel „wieder voll gesund“ nach Paris reisen, Siegemund fuhr schlimmer getroffen zu Untersuchungen ins Krankenhaus. „Natürlich geht das bis hin zu einem Kreuzbandriss“, mutmaßte Rittner besorgt. Die Fed-Cup-Teamchefin hatte der Sandplatz-Spezialistin aus Metzingen das Halbfinale in Paris zugetraut - und reagierte beim fränkischen WTA-Turnier dementsprechend betroffen. „Laura hat die Form ihres Lebens. Sie ist auf dem Zenit ihrer Karriere“, sagte sie.

Lauter Knall im Knie - Diagnose steht noch aus

Mit besorgten Blicken hatte Rittner verfolgt, wie Siegemund am Mittwoch vom Center Court getragen wurde. Beim Stand von 6:4, 5:5 gegen die Tschechin Barbora Krejcikova war die Weltranglisten-32. unglücklich mit dem Bein weggeknickt. Sie schrie auf, blieb mit Schmerzen liegen. Siegemund habe „einen Knall im Knie“ gespürt, berichtete Rittner. Der Sandbelag habe das Verletzungspech aber nicht begünstigt. „Ich bin der sicheren Meinung, dass der Platz keine Rolle gespielt hat“, sagte die 44-Jährige, die in Nürnberg auch als Turnierbotschafterin fungiert: „Die Plätze sind in gutem Zustand.“

Wie Kerber hatte auch Siegemund mit Problemen in den ersten Monaten des Jahres gekämpft, in denen sie auch eine Armblessur behindert hatte. Frühe Niederlage reihte sich an frühe Niederlage. Der Erfolg kam erst mit dem Wechsel auf Sand zurück. Ende April überraschte sie als Lokalmatadorin und Wildcard-Inhaberin in Stuttgart und feierte mit dem Gewinn des wichtigsten deutschen Damen-Turniers ihren größten Triumph.

In Paris wird die Schwäbin nun laut Rittner nicht daran anknüpfen können. Nur als Zuschauerin wird die Spätstarterin verfolgen, wie Kerber ihre Krise in Roland Garros abschütteln will. Die Kielerin will gerade aus den verpatzten vergangenen Wochen Motivation ziehen, schließlich ist sie die von ihr nicht geliebte Favoritenrolle nach den vielen frühen Pleiten los. „Ich mache kein großes Drama draus“, sagte die Nummer eins der Welt in München bei einem Sponsorentermin. „Wenn man mit einem nicht rechnet, kann man vielleicht zuschlagen.“ Anders als Siegemund mag Kerber die Sandplätze aber nicht besonders.

Auf tz.de lesen Sie, wie Sie die French Open live im TV und Live-Stream verfolgen können. 

dpa

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