Leichtathletik

Trainer Udo Engelbrecht im Interview über Besonderheiten des Crosslaufs: „Etwas Schlamm schult den Willen“

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Nur die Harten kommen in den Garten: Crossläufer bereiten sich auf ihren Start vor. 

Rund 200 Läufer und Läuferinnen in allen Altersklassen starten am Samstag beim dritten Lauf des Crosscups Nordhessen. Wir haben Vorab mit Udo Engelbrecht gesprochen. 

Rund 200 Läufer und Läuferinnen in allen Altersklassen starten am Samstag beim dritten Lauf des Crosscups Nordhessen. In die Veranstaltung auf dem Rengershäuser Waldsportplatz (ab 12 Uhr) eingebunden ist zudem die Cross-Kreismeisterschaft. 

Im Vorfeld sprachen wir mit dem früheren Leistungssportler Udo Engelbrecht, Trainer beim PSV Grün-Weiß Kassel, über die Besonderheiten des Crosslaufs.

Was ist eigentlich das Besondere am Crosslauf?

Cross-Wettkämpfe sind früh in der Saison eine gute Möglichkeit, die Kraftausdauer zu trainieren. Etwas Schlamm schult außerdem den Willen. In der Leichtathletik kann man mit dem Crosslauf Grundlagen für die gesamte Saison legen. Allerdings gibt es viele, die das nicht mögen.

Und was haben dann die Läufer davon, die Wettkämpfe wie den hiesigen Crosscup durchziehen?

Die koordinativen Fähigkeiten werden besonders geschult. Man tritt ganz anders auf als auf der Straße, und die Laufmuskulatur wird stärker gefordert. Kurven und Schlammlöcher sind einfach eine andere Herausforderung als es sie auf der Bahn gibt.

In Nordhessen kommen dann noch die Anstiege dazu. Was bedeutet das für die Läufer?

Natürlich gehören die Anstiege hier in der Region mit dazu. Der Läufer muss dabei lernen, einen eigenen Rhythmus zu finden. Das Abdrücken vom Boden ist ein anderes, und das Herz-Kreislauf-System wird stark gefordert. 

Sogar ein Sprungtraining empfiehlt sich im Rahmen der Vorbereitung. Insgesamt heißt Cross aber auch Cross. Wer sich darauf einlässt, muss sich darüber im Klaren sein, dass es sich dabei nicht um ein gemütliches Traben auf Waldwegen handelt.

Ist dabei das Verletzungsrisiko nicht auch höher?

Auch hier ist die Vorbereitung mit entsprechender Mobilisations- und Stabilisationsgymnastik wichtig. Schienbein- und Wadenmuskulatur aber auch die Körpermitte sollten prophylaktisch in das Trainingsprogramm mit einbezogen werden.

Am Samstag gehen sechs von Ihren Athleten in Rengershausen an den Start. Was erwarten Sie von denen außer, dass sie sich dreckig machen?

Florian Engel und Niklas Hoffmann wollen schon vorn dabei sein. Aber ich freue mich auch darüber, dass wir mit Burghard Engel, Fazli Tasci und Thomas Reidick ein aussichtsreiches Trio im Mannschaftswettkampf der M55 für den PSV Grün-Weiß am Start haben.

Stellen Sie sich vor, Sie würden für den Crosslauf Werbung machen. Wie würde die aussehen?

Der Crosslauf ist ein zentrales Element und Basis der Saisonvorbereitung. Crosslauf schult die Laufökonomie, die Spannkraft, Elastizität und die Ganzkörperstabilität. Auch der Kopf muss dabei mitlaufen. 

Hintergrund: Crosslauf mit langer Tradition

Beim Cross- oder Geländelauf wir abseits befestigter Wege gelaufen. Die Strecke muss in einem offenen oder waldreichen Gebiet liegenund mit natürlichen Hindernissen versehen sein, die allerdings den Läufer nicht gefährden sollen (keine tiefen Gräben, steile Auf- und Abstiege oder hohe Mauern). 

Die Läufe finden in der Regel auf einem Rundkurs statt, der teilweise mehrfach durchlaufen wird. Am 7. Dezember 1867 fanden auf dem Wimbledon Common erstmals englische Meisterschaften statt. Querfeldeinlauf war von 1912 bis 1924 olympische Disziplin und ist es als Teildisziplin des Modernen Fünfkampfs bis heute noch.

Zur Person

Udo Engelbrecht (69) ist Berufssoldat a.D. Der Leichtathletik-Trainer des PSV Grün-Weiß Kassel lebt in Calden-Westuffeln, hat zwei Söhne (30 und 28 Jahre). Engelbrecht ist geschieden und zudem Athletik-Trainer bei den Regionalliga-Fußballerinnen des TSV Jahn Calden. Seine Marathon-Bestzeit liegt bei 2:17 und seine Halbmarathon-Bestzeit bei 1:03:30 Stunden.

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