Melsunger Müller mit ersten WM-Treffern

Schnellcheck: Deutsche Handballer stehen im WM-Achtelfinale

Einer der Sieggaranten: Patrick Groetzki zeigte speziell in der zweiten Halbzeit gegen Argentinien seine ganze Klasse. Insgesamt kam der Rechtsaußen auf sieben Treffer. Foto: dpa

Kassel. Das Minimalziel ist erreicht. Nach dem mühsamen 28:23 (13:14) gegen Argentinien steht die Handball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar schon vor dem letzten Gruppenspiel sicher im Achtelfinale.

Wer am Montag in der Runde der letzten 16 als Gegner aus der Gruppe C wartet, steht erst nach den letzten Begegnungen am Samstag fest. Die DHB-Auswahl will mit einem Erfolg gegen Saudi-Arabien (17 Uhr/live bei Sky) den Sieg in Gruppe D perfekt machen, um damit eine vermeintlich leichte Aufgabe zum Start der K.o.-Runde lösen zu können. Der Schnellcheck zum Spiel.

War es das erwartet harte Stück Arbeit? 

Ja. Die agilen Argentinier bereiteten den Deutschen einiges Kopfzerbrechen. Aufgrund ihrer Stärke in 1:1-Situationen und beim Tempogegenstoß gelang es den Südamerikanern wiederholt, den Abstand gering zu halten beziehungsweise teilweise sogar selbst in Führung zu liegen.

Allerdings hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson über weite Strecken des ersten Durchgangs nicht seine beste Formation aufs Parkett geschickt. Mit Beginn des zweiten Abschnitts war dann wieder die Bestbesetzung mit Martin Strobel, Steffen Weinhold und Paul Drux im Rückraum zur Stelle. Schon lief es besser. Noch dazu schwang sich Carsten Lichtlein im Tor zu einer hervorragenden Leistung auf und wehrte mehr als 40 Prozent aller Bälle ab - das ist absolute Weltklasse. Dank seiner Glanzparaden setzte sich die DHB-Auswahl vorentscheidend bis auf 25:21 ab (54.).

Welcher deutsche Spieler hat sich diesmal hervorgetan? 

Es waren eigentlich zwei. Denn neben Torwart Lichtlein wusste Rechtsaußen Patrick Groetzki voll zu überzeugen. Nach der Pause erzielte er viele wichtige Tore. Das Schönste war das 21:19, als er einen weiten Pass seines Schlussmannes unmittelbar vor dem gegnerischen Kreis aufnahm und sofort gekonnt abschloss (44.).

Inwieweit konnten sich die beiden Melsunger einbringen? 

Endlich durfte auch der erfahrene Michael Müller ein bisschen im Angriff wirbeln. Prompt markierte der Linkshänder von der MT zwei Treffer aus dem rechten Rückraum. In der einen oder anderen weiteren Aktion machte er keine glückliche Figur. In der Deckung stand Müller gewohnt gut. Rechtsaußen Johannes Sellin wurde nicht eingewechselt.

Wie war die Stimmung auf den Rängen? 

Wieder waren 400 Zuschauer aus Deutschland in der Halle. „Es hat sich ein Super-Fanblock mit deutschen Zuschauern gebildet“, berichtete die Melsunger Anhängerin Christine Brassel aus Doha, die mit weiteren Anhängern aus dieser Region dem Sigurdsson-Team zujubelt.

Statistik

Deutschland - Argentinien 28:23

Deutschland: Heinevetter (Berlin), Lichtlein (Gummersbach) - Kneer (Rhein-Neckar Löwen), Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 2/1, Sellin (Melsungen), Wiencek (Kiel) 5, Pekeler (Lemgo), Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 7, Weinhold (Kiel) 3, Strobel (Balingen) 5, Schmidt (Friesenheim), Michael Kraus (Göppingen) 1, Mi.chael Müller (Melsungen) 2, Schöngarth (N-Lübbecke), Böhm (Balingen), Drux (Berlin) 3.

Argentinien: Schulz, Garcia - F. Fernandez 6/2, Pizarro 5/1, Sebastian Simonet 3, Portela, Diego Simonet 1, Cangiani, Pablo Simonet, Querin 1, Vieyra 5, J. P. Fernandez 2, Vidal, Carou, Adrian Portela, Crevatin

Zuschauer: 3750. Schiedsrichter: Gatelis/Mazeika (Litauen)

Strafminuten: 12/12.

Von Björn Mahr

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