Ski-WM

Vonn bei WM fast schon vor letzter Gold-Chance

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Lindsey Vonn.

Beaver Creek - Nach der kleinen Super-G-Enttäuschung soll es Lindsey Vonn in der WM-Abfahrt besser machen und für ihre Nation die angepeilte Goldmedaille holen. Auch die neue Zurückhaltung der Ausnahme-Skirennfahrerin ändert an dieser Ausgangslage nichts.

Für Viktoria Rebensburg ist es die wohl größte Gelegenheit auf eine WM-Einzelmedaille, für Lindsey Vonn fast schon die letzte Gold-Chance. „Ich bin hoffnungsvoll, dass gutes Wetter ist. Ich will nur ein faires Rennen und eine Podestchance“, sagte die 30 Jahre alte US-Ski-Ikone vor der Abfahrt in Beaver Creek am Freitag (19.00 Uhr MEZ/ZDF und Eurosport). Im Super-G zum Auftakt der Wettbewerbe am Dienstag hatte der Wind Vonn bei ihren Heim-Titelkämpfen noch ausgebremst, letztlich gab's nur Bronze. Zu wenig angesichts der riesigen Erwartungen, auch teamintern. Denn das klare Ziel des amerikanischen Verbandes USSA ist es, stärkste WM-Nation zu werden - mit Vonn als Speerspitze.

Die Weltcup-Rekordhalterin erwartet in ihrer Paradedisziplin am Freitag vor allem „eine neue Chance“, wie sie zurückhaltend formulierte. Mit vergleichsweise defensiven Aussagen versucht Vonn nach ihrer kleinen Super-G-Enttäuschung die enorme Anspannung nicht noch zu erhöhen. „Der Druck ist sicherlich groß. Aber wie man die Lindsey kennt, kann sie damit gut umgehen und den Druck sogar für sich nutzen, noch mehr pushen“, sagte der deutsche Damen-Bundestrainer Markus Anwander.

Drei Weltcup-Abfahrten gewann Vonn in dieser Saison schon - für die Konkurrenz ist die Erfolgsgarantin aus Vail gerade in ihrer Heimat diejenige, die es zu schlagen gilt. „Sie ist ein Winnergirl“, befand Super-G-Weltmeisterin Anna Fenninger aus Österreich.

Und Vonn weiß natürlich um ihre Rolle, auch um die Ungeduld von US-Medien, Zuschauern und der eigenen Chefs. USSA-Alpindirektor Patrick Riml sieht die Titelkämpfe in Vail und Beaver Creek als große Chance, den „Sport in der Heimat zu pushen“. Und da soll Vonn als Medaillensammlerin funktionieren, allemal in der Abfahrt. Diese sei „im Augenblick meine beste Disziplin“, gestand sie noch vor WM-Beginn und prognostizierte: „Also habe ich da die beste Chance auf eine Goldmedaille.“

Weitere Starts sind in der Alpinen Kombination kommenden Montag und im Riesenslalom am 12. Februar möglich - allerdings würde sie dort jeweils nicht als Titelanwärterin an den Start gehen. Im Team-Event tritt Vonn nach Angaben einer US-Sprecherin auf keinen Fall an.

Für Rebensburg ist die Abfahrt der Wettkampf mit den größten Medaillenchancen bei den Weltmeisterschaften in Colorado. In keiner anderen Disziplin präsentierte sich die 25 Jahre alte Bayerin im WM-Winter so konstant. Bei ihren fünften Weltmeisterschaften soll's am Freitag endlich auch mit der erste Plakette klappen.

„Für mich gibt es einige Damen, die gleichwertig einzuschätzen sind. Da ist die Lindsey dabei, da ist auch die Vicky dabei, die Lara Gut, die Tina Maze und die ein oder andere, die man nicht so auf dem Schirm hat“, sagte Chefcoach Anwander. „Die Chancen stehen in meinen Augen ganz gut, die Abfahrt ist auf sie zugeschnitten, das passt ihr gut, da ist technisch anspruchsvolles Skifahren gefordert - und das hat sie drauf.“

Rebensburg nahm jede Menge Motivation aus dem Super-G zum Auftakt mit, als sie als Fünfte knapp das Podium verfehlte. „Wenn man die letzten Rennen anschaut, war's bei mir sicherlich in der Abfahrt noch einen Tick besser“, sagte Rebensburg, neben der Veronique Hronek als zweite Deutsche am Start stehen wird. Beide sind zudem für den Riesenslalom eingeplant. Hronek wird laut Anwander als einzige Deutsche am Montag auch in der Kombination starten.

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