Zukunft noch nicht geklärt

McLaren im Verhandlungsstress: Was passiert mit Alonso?

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McLaren-Pilot Fernando Alonso.

Fernando Alonso ist von Honda gefrustet. Die Japaner können McLaren keinen WM-tauglichen Motor bauen. Die Scheidung steht im Raum. Doch was machen die Engländer dann? Und vor allem: Was macht Alonso?

Monza - Unter einem Regenschirm schlenderte Fernando Alonso ins nasse Fahrerlager von Monza. Den Weg ins Motorhome von McLaren legte der zweimalige Formel-1-Weltmeister lässig in sommerlichen Shorts zurück. Seine nächste Karriere-Ausfahrt muss der Spanier erst noch finden. Nach drei deprimierenden Jahren mit McLaren-Honda läuft sein Vertrag Ende dieses Jahres aus. Nach heftiger Schelte für den Flop-Motor von Honda schlug Alonso am Rande des Grand Prix von Italien einen Schmeichelkurs für McLaren ein.

„Wir haben jetzt einige Versatzstücke, um Weltmeister zu sein. Das Team hat sich in den vergangenen drei Jahren eine Menge entwickelt“, lobte der Asturier den Vorletzten der Konstrukteurwertung. Honda hat seit der kostspieligen Rückkehr zu McLaren in mittlerweile drei Jahren aber keinen konkurrenzfähigen Motor bauen können.

Alonso reagierte darauf mal mit Wut, mal mit angestacheltem Eifer, mal mit Galgenhumor oder auch mal mit Resignation. Zwischendurch erlaubte er sich einen Ausflug zu den legendären Indy 500 und kokettierte mit seinem Karriereende.

„Es gibt keinen Zweifel von der Teamseite her, dass McLaren einer der besten Rennställe in der Geschichte unseres Sports ist“, verwies der 32-malige Grand-Prix-Gewinner auf die ruhmreiche Vergangenheit. „Wir müssen nur etwas wettbewerbsfähiger sein.“ Am liebsten natürlich so wie zwischen 1988 und Ende 1992, als Honda schon einmal mit McLaren zusammenarbeitete und viermal nacheinander Fahrer- und Konstrukteurweltmeister wurde.

Die Autos und Fahrer der Formel 1 in der Saison 2017 im Überblick

Der neue Silberpfeil hört auf den wenig klanghaften Namen „Mercedes F1 W08 EQ Power+“.
Der neue Silberpfeil hört auf den wenig klanghaften Namen „Mercedes F1 W08 EQ Power+“. © AFP
Der erste Fahrer und auch große Favorit auf den WM-Titel ist Lewis Hamilton.
Der erste Fahrer und auch große Favorit auf den WM-Titel ist Lewis Hamilton. © AFP
Ihm zur seite steht mit Valtteri Bottas ein großes Talent. Er wird sich Hamilton aber wohl eher unterordnen als sein Vorgänger.
Ihm zur seite steht mit Valtteri Bottas ein großes Talent. Er wird sich Hamilton aber wohl eher unterordnen als sein Vorgänger. © AFP
Deutlich weniger kompliziert ist der Name des neuen Bolidens von Red Bull: „Red Bull RB13“
Deutlich weniger kompliziert ist der Name des neuen Bolidens von Red Bull: „Red Bull RB13“ © AFP
Wir bereits in der vergangenen Saison sitzt Daniel Ricciardo im Cockpit für die roten Bullen.
Wir bereits in der vergangenen Saison sitzt Daniel Ricciardo im Cockpit für die roten Bullen. © AFP
Sein Teamkollege ist Max Verstappen.
Sein Teamkollege ist Max Verstappen. © AFP
Mit der neuen „roten Göttin“ will Ferrari wieder einen ernsthaften Angriff auf den WM-Thron wagen. Der „Ferrari SF70-H“ wird gesteuert von...
Mit der neuen „roten Göttin“ will Ferrari wieder einen ernsthaften Angriff auf den WM-Thron wagen. Der „Ferrari SF70-H“ wird gesteuert von... © AFP
... Sebastian Vettel, der in seinem dritten Jahr bei der Scuderia nun auch ganz oben stehen wird.
... Sebastian Vettel, der in seinem dritten Jahr bei der Scuderia nun auch ganz oben stehen wird. © AFP
Weltmeisterlich ist auch sein Teamkollege: Kimi Räikkönen.
Weltmeisterlich ist auch sein Teamkollege: Kimi Räikkönen. © AFP
Seit inzwischen neun Jahren mischt Force India in der Formel 1 mit. Der „Force India VJM10“ soll dabei helfen, sich noch weiter oben zu etablieren.
Seit inzwischen neun Jahren mischt Force India in der Formel 1 mit. Der „Force India VJM10“ soll dabei helfen, sich noch weiter oben zu etablieren. © dpa
Gesteuert wird der Renner von Esteban Ocon und Sergio Pérez.
Gesteuert wird der Renner von Esteban Ocon und Sergio Pérez. © dpa
Deutlich länger dabei ist dagegen der Williams-Rennstall. Das Traditionsteam schickt in der Saison 2017 den „Williams FW40“ ins Rennen.
Deutlich länger dabei ist dagegen der Williams-Rennstall. Das Traditionsteam schickt in der Saison 2017 den „Williams FW40“ ins Rennen. © AFP
Felipe Massa will mit dem Renner in seiner diesmal endgültig letzten F1-Saison noch einmal den Jungspunden die Auspuffrohre zeigen.
Felipe Massa will mit dem Renner in seiner diesmal endgültig letzten F1-Saison noch einmal den Jungspunden die Auspuffrohre zeigen. © AFP
Einer dieser jungen Talente ist der Kanadier Lance Stroll, der sich von seinem erfahrenen Teamkollegen einiges abschauen kann.
Einer dieser jungen Talente ist der Kanadier Lance Stroll, der sich von seinem erfahrenen Teamkollegen einiges abschauen kann. © AFP
Ein Hingucker ist der „McLaren MCL32“ des Rennstalls McLaren Honda. 
Ein Hingucker ist der „McLaren MCL32“ des Rennstalls McLaren Honda.  © AFP
Die Piloten könnten unterschiedlicher kaum sein: Fernando Alonso hat in der höchsten Rennklasse schon so ziemlich alles erlebt, davon will auch der junge Belgier Stoffel Vandoorne profitieren.
Die Piloten könnten unterschiedlicher kaum sein: Fernando Alonso hat in der höchsten Rennklasse schon so ziemlich alles erlebt, davon will auch der junge Belgier Stoffel Vandoorne profitieren. © AFP
Das zweite Team mit dem roten Bullen im Logo ist Toro Rosso (italienisch für Red Bull). Der „Toro Rosso STR12“ ist eine Eigenentwicklung und wird von einem Renault-Motor angetrieben.
Das zweite Team mit dem roten Bullen im Logo ist Toro Rosso (italienisch für Red Bull). Der „Toro Rosso STR12“ ist eine Eigenentwicklung und wird von einem Renault-Motor angetrieben. © AFP
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr sind beide keine Neulinge mehr im Rennzirkus.
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr sind beide keine Neulinge mehr im Rennzirkus. © dpa
Das US-amerikanische Haas-Team startet mit dem „Haas VF-17“ in seine zweite Formel-1-Saison.
Das US-amerikanische Haas-Team startet mit dem „Haas VF-17“ in seine zweite Formel-1-Saison. © AFP
Die Fahrer: Romain Grosjean und Kevin Magnussen.
Die Fahrer: Romain Grosjean und Kevin Magnussen. © AFP
Das Renault-Team gibt es in der F1 schon länger. Mit dem „Renault R.S.17“ soll an alte Erfolge angeknüpft werden.
Das Renault-Team gibt es in der F1 schon länger. Mit dem „Renault R.S.17“ soll an alte Erfolge angeknüpft werden. © AFP
Entscheidend dafür ist natürlich ein gutes Abschneiden der beiden Fahrer Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer.
Entscheidend dafür ist natürlich ein gutes Abschneiden der beiden Fahrer Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer. © dpa
Last but not least: Das Schweizerische Sauber-Team schickt mit dem „Sauber C36“ einen von einem Ferrari-Motor angetriebenen Wagen ins Rennen.
Last but not least: Das Schweizerische Sauber-Team schickt mit dem „Sauber C36“ einen von einem Ferrari-Motor angetriebenen Wagen ins Rennen. © AFP
Die Fahrer bei Sauber: Der Deutsche Pascal Wehrlein...
Die Fahrer bei Sauber: Der Deutsche Pascal Wehrlein ... © dpa
... und Marcus Ericsson aus Schweden.
... und Marcus Ericsson aus Schweden. © AFP

Welche Optionen hat also Alonso, der unbedingt noch einmal um den Titel mitfahren will? Gerüchte gab es über einen Abgang zu Williams, das mit Mercedes-Aggregaten ausgestattet wird. Eine Rückkehr zu Renault, wo der mittlerweile 36-Jährige 2005 und 2006 Champion geworden war, wurde von den Franzosen abgewiegelt. Man könne ihm für 2018 einfach noch kein Topauto für seine hohen Ambitionen bieten.

Noch in diesem Monat will Alonso, der 2010 als letzter Ferrari-Pilot das Heimspiel vor den Toren Mailands gewann, eine Entscheidung über seine Zukunft treffen. McLaren-Geschäftsführer Zak Brown sprach in Italien von Verhandlungen mit dem früheren Ferrari-Fahrer, die „sehr gut verlaufen“ würden. Der Knackpunkt ist aber der Motor.

Formel 1: Die 20 Rennstrecken der Saison 2017 im Überblick 

 © dpa Infografik
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Brown traf sich im Fahrerlager unter anderem mit Renault-Boss Jerome Stoll und Formel-1-Sportchef Ross Brawn. Schwer vorstellbar, dass es dabei nicht um die mögliche Belieferung der Engländer mit einem französischen Motor ging. Honda möchte aber in der Formel 1 bleiben. Sollte die Scheidung von McLaren vollzogen werden, brauchen die Japaner einen anderen Rennstall, den sie beliefern können. Das Schwesterteam von Red Bull, Toro Rosso, gilt als Option.

„Vielleicht werden wir schon Anfang dieses Monats eine Entscheidung über unsere Ausrichtung für nächstes Jahr treffen“, sagte Brown vor britischen Medien. Im Kern geht es natürlich ums Geld. Honda lässt sich sein Engagement bei McLaren viele Millionen kosten. Ohne die Japaner hätte das Team aus Woking Probleme, die üppige Gage ihres Starpiloten zu finanzieren und das Budget aufrechtzuerhalten. McLaren und Alonso stehen an einer entscheidenden Weggabelung.

Auf tz.de* erfahren Sie, wie Sie den Großen Preis von Italien in Monza live im TV und im Live-Stream verfolgen können.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

dpa

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