HNA-Kolumne "Mensch läuft"

Laufen und dranbleiben - ein guter Vorsatz für das neue Jahr

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Gute Vorsätze fürs Neue Jahr? Werden eh meist gebrochen. Warum es sich lohnen kann, sie beizubehalten, verrät unser Autor Jens Nähler in seiner Kolumne "Mensch läuft". 

Es gibt viele gute Gründe, mit dem Laufen anzufangen. Und viele Läufe, die interessant genug klingen, um neugierig auf den Laufsport zu werden. So wie ein Gutenachtlauf, der immer zu Vollmond von einer Facebook-Gruppe initiiert wird. Ein Knastmarathon in Darmstadt, Läufe unter Tage oder auf der chinesischen Mauer. Oder der Médoc-Marathon in Frankreich, an dem viele Teilnehmer ausgefallene Kostümierungen tragen und an dessen Versorgungspunkten Weinverkostungen stattfinden. Klingt interessant? Finde ich auch.

Dann sind da noch die Silvesterläufe, die am letzten Tag des Jahres quer durch das Land stattfinden: einer davon in Kaufungen, im "nordhessischen Sao Paulo", wie die Veranstalter stolz verkünden. Namensgeber ist der wohl berühmteste und lauteste Lauf seiner Art in Brasilien - Läufe zum Ende des Jahres, die in der großen Feier für das Neue Jahr münden.

Für jeden ist ein neues Jahr ein neuer Beginn. Erfahrene Sportler kennen bereits ihren Wettkampfkalender der nächsten 365 Tage, Hobbyläufer planen vielleicht ihren ersten Start bei einem großen Rennen, andere fangen möglicherweise erst mit dem Laufen an. Rein statistisch besteht bei letzteren das größte Potenzial: Fast 47 Millionen Menschen in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre gehen nie joggen. Das ergab eine Umfrage des Statistik-Portals Statista. Nur 5,93 Millionen Menschen laufen häufig.

Womit wir bei den guten Vorsätzen wären.

Klar: Meist werden diese schnell wieder gebrochen. Aber ein neues Jahr bietet nun einmal viele Chancen. Und gute Vorsätze liefern gute Gründe, für diese Chancen zu kämpfen. Voran also, Schritt für Schritt, warum nicht? Warum sich nicht vornehmen, mit dem Laufen anzufangen? Langsam zunächst, im Kleinen. Probeweise. Einen Anfang wagen.

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"Das neue Jahr hat so lange eine weiße Weste, bis man sie anzieht", sagte der deutsche Schriftsteller Rudolf Ditzen, besser bekannt unter seinem Pseudonym Hans Fallada. Fest steht: Wer läuft, wird sich schmutzig machen. Er wird merken, dass er unterwegs ist - und zwar auf einem gutem Weg. Egal, ob er nur ein paar Pfunde verlieren, sich etwas mehr an der frischen Luft bewegen oder athletischer werden will. Er wird viel schmutzige Wäsche waschen müssen und dabei viel Zeit haben, über Gott und die Welt nachzudenken. Und er wird diesen verdammten Vorsatz, der ihn vielleicht zum Laufen gebracht hat, einige Male verfluchen.

Nicht jeder wird dabei bleiben. Das ist in Ordnung.

Andere werden Dranbleiber sein, vielleicht nur ein paar unter 47 Millionen. Eine Quote, die aber doch wie ein Lottogewinn klingt, oder? Wie eine Verabredung mit fast sechs Millionen Gleichgesinnten. Ich freue mich auf euch.

Alles Gute für das neue Jahr: Lauft gut rein!

Über den Autor

"Mensch läuft" ist die Kolumne eines Läufers für andere Läufer - und solche, die es noch werden wollen. Jens Nähler (42) ist Redakteur der HNA und erst mit 39 über die Staffel seines Arbeitgebers zum Laufen gekommen. Mittlerweile bereitet er sich auf den Kassel Marathon 2016 und ein 100-Kilometer-Rennen vor.

Hier erzählt er Schritt für Schritt, wie's läuft.

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