München verliert Hinspiel in Barcelona klar

Schnellcheck zur Champions League: Messi schlägt die Bayern mit 3:0

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Es war Messi. Zwei Tore des weltbesten Stürmers haben den FC Barcelona im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern zu einem klaren 3:0 (0:0)-Sieg geführt, den Neymar in der Nachspielzeit vollendete.

Damit haben die Münchner eine ganz schlechte Ausgangsposition im Hinblick auf das Rückspiel, das am kommenden Dienstag in München ausgetragen wird. Die drei Treffer fielen spät, obwohl die Bayern in der zweiten Halbzeit besser waren als in den ersten 45 Minuten.

Beim 1:0 in der 77. Minute traf Messi mit einem Flachschuss aus 17 Metern, und drei Minuten später lupfte der Argentinier den Ball über Münchens Torwart Manuel Neuer, nachdem er zuvor den ausgerutschten (!) Abwehrspieler Jerome Boateng ausgespielt hatte. Neymar krönte schließlich einen Konter zum 3:0-Endstand. Wer war der Vorbereiter? Natürlich Messi.

Wie war denn das Spiel? 

Kurzweilig. Das lag hauptsächlich daran, dass der FC Barcelona unbedingt schon in den ersten Minuten ein Tor erzielen wollte und sich auch nicht beirren ließ, als dies nicht gelang. Die überlegenen Katalanen hatten in vielen Szenen nur einen Gegner, der es mit ihnen aufnehmen konnte.

Neuer glänzte mit einer fantastischen Fußabwehr, als Suarez frei vor dem Münchner Tor aufgetaucht war. Und Manuel Neuer war auch - wieder mit seinem rechten Fuß - der Retter, als Dani Alves in bester Position freigespielt war (37.).

Ob der Münchner Torwart hätte eingreifen können, falls Neymar aus Kurzdistanz das Tor getroffen hätte, wissen wir nicht. Und die Bayern?. Maskenmann Robert Lewandowski rutschte in aussichtsreicher Position am Ball vorbei. Ansonsten mussten sie sich zunächst auf die Defensive konzentrieren und hatten Glück, dass es nach 45 Minuten noch 0:0 stand.

In der zweiten Halbzeit wollten sich die Bayern nicht mehr auf ihr Glück verlassen und waren engagierter in der Offensive. Große Torchancen aber hatten sie zunächst weiterhin nicht. Auf der anderen Seite hatte dagegen Messi seine großen Auftritte.

War das Ergebnis auch verdient? 

Das 3:0 entspricht ungefähr dem Spielverlauf. Das Ergebnis ist vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen, weil sich die Bayern in der zweiten Halbzeit gesteigert haben. Aber während für die viel aktiveren Katalanen häufig ein Treffer in der Luft lag, waren die Bayern nur sporadisch gefährlich. Zudem war Barcelona individuell besser besetzt.

Gab es taktische Besonderheiten? 

Jede Menge. Zunächst versuchte es Münchens Trainer Pep Guardiola mit Harakiri, indem er eine Dreierkette gegen die grandiosen Barca-Stürmer Messi, Suarez und Neymar antreten ließ. Dass dies nicht gutgehen konnte, erkannte der Maestro in seinem Stadion erst nach zwei Großchancen.

Und das Tiki-Taka? War nicht zu sehen. Weder der FC Barcelona, noch der FC Bayern bevorzugten das legendäre Kurzpasspiel. Der Unterschied: Die langen Pässe der Katalanen kamen oft an. Die weiten Schläge der Bayern eher nicht.

Wie war eigentlich Maskenmann Robert Lewandowski so drauf? 

Wenn der Gegner dominiert, haben es Stürmer immer schwer zu glänzen, doch die einzige Münchner Chance in den ersten 45 Minuten hatte Lewandowski. Dass der Maskenmann am Ball vorbeirutschte, lag wohl nicht am eingeschränkten Sichtfeld.

Wer gewann das deutsche Torhüterduell? 

Manuel Neuer spielte gut, gewann das Torhüterduell. Doch spielte sein Gegenüber Marc-Andre ter Stegen schlecht? Mitnichten! Der Ex-Gladbacher hatte einfach kaum eine Gelegenheit sich auszuzeichnen, zeigte aber seine Stärken als mitspielender Torhüter. Neuer stand gegen Barca öfter im Mittelpunkt als ihm lieb war.

Und zeigte gegen Barcelonas Wundersturm, warum er Welttorhüter ist. Sensationell im Eins gegen Eins, sicher auf der Linie und stark in der Spieleröffnung. Bei den Gegentreffern war er machtlos.

Wie hat sich Pep Guardiola in seinem Stadion verhalten? 

Ein weniger ruhiger als normalerweise. Vielleicht war er aber nur etwas seltener im Bild als sonst. Von einer geplatzten Hose war jedenfalls nichts zu sehen.

Wie war die TV-Übertragung im ZDF? 

Es gab eine Satzschöpfung von Oliver Kahn. „Der ultimative psychologische innere Abnutzungskampf“.

Bela Rethy kommentierte wie immer sachlich und erkannte die taktischen Besonderheiten. Rethy weiß, worüber er spricht.

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