Amtsgericht Reutlingen spricht Urteil

So trottelig wollte ein 25-Jähriger die Schumi-Familie erpressen

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Archivbild: Michael Schumacher und seine Corinna beim Deutschen Presseball 2012.

Weil er die Familie von Michael Schumacher erpressen wollte, wurde ein 25-Jähriger jetzt verurteilt. Vor Gericht kam heraus, wie trottelig er sich dabei anstellte.

Stuttgart - Diese Erpressung war ebenso moralisch verwerflich als auch trottelig. Am Amtsgericht Reutlingen wurde am Mittwoch das Urteil gegen Hüseyin B. (25) aus Dettingen an der Erms gefällt, der versucht hatte, die Familie von Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher (48) zu erpressen. Dabei kam auch ans Licht, wie doof sich der Gauner anstellte.

Am 14. Februar 2016 erhielt Schumis Ehefrau Corinna (48) eine E-Mail mit der Forderung von 900.000 Euro, berichtet die Bild. Darin drohte der Lackierer: „Wenn das Geld bei uns bis 31. März 2016 nicht eingeht, werden Ihre Kinder auf irgendeine Art und Weise verunglücken. In der Formel 4 passieren sehr viele Unfälle.“ Sohn Mick Schumacher war damals bereits in der Formel 4 aktiv. Eine abstoßende Drohung angesichts dieser Tatsache und auch des schweren Ski-Unfalls von Michael Schumacher im Dezember 2013, nachdem er monatelang im Koma lag und seitdem er sich abgeschottet von der Öffentlichkeit erholt.

Doch Corinna ließ sich nicht beeindrucken und erstatte an ihrem Schweizer Wohnort Anzeige. Und die Polizei brauchte nicht lange, um den Täter zu ermitteln, denn dieser hatte in seiner Droh-E-Mail seine Bankverbindung hinterlegt. „Um es vorsichtig zu sagen, die eigene Kontonummer anzugeben, ist nicht sinnvoll“, sagte Richter Eberhard Hausch (54). Da Hüseyin B. vor Gericht alles gestand, musste Corinna Schumacher nicht aussagen.

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Sein Motiv ist unklar, der Übeltäter könne seine Tat selbst nicht erklären, so sein Anwalt. Da er auch eine Stiftung erpresst hatte und plante, ein weiteres Schreiben an Mietwagen-König Erich Sixt zu schicken, wurde er wegen gewerbsmäßiger Erpressung angeklagt. Er wurde zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt, muss zudem 4500 Euro Strafe zahlen, 50 Sozialstunden leisten und eine Therapie machen.

fw

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