Torwart Andersson hält Favorit im Spiel

22:22 gegen Flensburg: MT ganz nah dran am ersten Sieg

+

Kassel. Nein, die MT Melsungen kann gegen die SG Flensburg/Handewitt einfach nicht gewinnen. Immerhin bescherte das 20. Duell in der ausverkauften Rothenbach-Halle dem heimischen Handball-Bundesligisten beim 22:22 (12:10) aber das dritte Remis gegen die Nordlichter.

Was durchaus als Erfolg zu werten war: Zum einen blieb das Roth-Team auch im sechsten Spiel hintereinander ungeschlagen, zum andern verlangte es dem Favoriten mit einer bärenstarken Leistung alles ab.

Es knisterte. Auf der vollbesetzten Tribüne und mit dem Anpfiff auch auf dem Feld. Vorspiel war nicht, stattdessen lieferten sich beide Teams, jeweils auf der Hut vor des Gegners Tempogegenstoß, ohne jegliches Abtasten einen leidenschaftlichen Abnutzungskampf. Mit Vorteilen für die Gastgeber, deren 6:0-Deckung die Offensive des Champions-League-Siegers richtig gut im Griff hatte. Neuzugang Albin Tingsvall durfte dabei von Beginn an im Flensburger Rückraum ran, ohne jedoch Akzente setzen zu können.

Wesentlich dynamischer und variabler agierte Melsungens Positionsangriff, der allerdings, wie befürchtet, in Torwart Andersson seinen Meister fand. Bis zum 1:0 durch Philipp Müller (6.) hatte der bereits drei Paraden auf seinem Konto.

Kein Grund zu verzagen. Genauso wenig, dass die MT (noch) nicht zu ihrem so gefährlichen Umschaltspiel fand. Bis Johannes Sellin mit dem ersten Tempogegenstoß zum 4:3 traf und danach Momir Rnic sowie Marino Maric (2) auf 7:4 erhöhten (21.).

Derart alarmiert griff SG-Trainer Ljubomir Vranjes per Auszeit ein. Und konnte die Bremse in seinem Angriff dank des eingewechselten Drasko Nenadic (für Weltmeister Kaufmann) etwas lösen. Doch auch darauf hatten die Roth-Schützlinge eine Antwort bzw. Mattias Andersson nun wesentlich besser drauf, hätten nach drei Appelgren-Paraden sogar auf 10:6 davon ziehen konnten. Stattdessen blieben die Nordlichter dran und nutzten eine Zeitstrafe für Felix Danner, um durch Lasse Svan auf 12:10 zu verkürzen (28.).

So blieb‘s spannend und wurde dramatisch. Bis zum 17:14 durch Michael Müller (38.) konnten die Melsunger den Favoriten zumindest ein wenig auf Distanz halten, ehe ihnen in doppelter Unterzahl Ungemach drohte. Was indes Mikael Appelgren gegen Rechtsaußen Svan und Linkshänder Tingsvall abwendete.

Ein Signal an die Fans, noch mehr Gas zu geben. Nun wurde jede weitere Parade Appelgrens wie ein Tor gefeiert, Müller, Fahlgren und Co. bei ihrem unermüdlichen Anrennen frenetisch unterstützt. Erleichtert wurde das durch Tingvalls zweite Strafzeit, die Kreisläufer Maric zum 19:17 nutzte (47.). Und zwei Minuten später zum 20:17 nachlegte.

MT feiert Unentschieden gegen Flensburg

Die SG wankte, aber fiel nicht, was Anders Zacharissen mit zwei Treffern in Folge verhinderte (52.). Nach Nenadics Ausgleich (54. 20:20) ging‘s gar wieder von vorne los. Mit einer Schlussphase, in der beide Teams die letzten Kräfte mobilisierten. Und die Gastgeber mit ihrem letzten, allerdings vergebenen, Angriff zehn Sekunden vor Schluss so nah wie noch nie am ersten Sieg gegen die SG waren.

Melsungen: Mikael Appelgren (11 Paraden/22 Gegentore), Per Sandström (n.e.); Maric 5, Sellin 5/2, Fahlgren, Schröder, Hildebrand, Danner 2, Ph. Müller 1, Boomhouwer, Rnic 3, Allendorf 3/1, Vuckovic, M. Müller 3.

Flensburg: Andersson (17/22), Möller (n.e.); Karlsson, Machulla, Nenadic 2, Eggert 1/1, Mogensen 4, Svan 6, Tingsvall 4, Wanne, Kaufmann 2, Heinl, Zachariassen 4, Radivojevic.

SR: Fleisch/Rieber. -Z. 4300. Strafwürfe: 4/3:1/1. Zeitstrafen: 6:6-Minuten.

Von Ralf Ohm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.