Nur Kunkel überzeugt

25:29 – MT Melsungen versagt gegen Schlusslicht Minden

Melsungens Arnar Freyr Arnarsson und Elvar Örn Jonsson rennen sich in der Mindener Deckung mit  Nikola Jukic, Justus Richtzenhai und Jan Grebenc fest.
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Wieder kein Durchkommen: Melsungens Arnar Freyr Arnarsson und Elvar Örn Jonsson rennen sich in der Mindener Deckung mit (von links) Nikola Jukic, Justus Richtzenhai und Jan Grebenc fest.

Die Handballer der MT Melsungen haben in der Handball-Bundesliga eine weitere Niederlage kassiert. Gegen das Bundesliga-Schlusslicht GWD Minden verlor das Team 25:29 (7:14).

Kassel – Es war absehbar, dass es für die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen schwer werden würde, nach der Länderspielpause wieder den Rhythmus aufzunehmen. Und es ist bekannt, dass der neue Coach Roberto Garcia Parrondo noch viel Arbeit mit seinem Team haben wird. Aber dass die MT im Heimspiel gegen den punktlosen Tabellenletzten GWD Minden so alt aussehen würde, war nicht zu erwarten.

25:29 (7:14) verloren die Melsunger. Einzig Linksaußen Yves Kunkel bot eine überzeugende Vorstellung. Der Frust der 2496 Zuschauer beim Verlassen der Rothenbach-Halle war nicht zu überhören. Am Samstag kommt Stuttgart nach Kassel.

An dieser Stelle sollte eigentlich etwas ausführlicher der Start der Melsunger ins Spiel beschrieben werden. Für den Beginn bedarf es allerdings nicht vieler Worte: Es war enttäuschend und beschwerlich.

Trainer Parrondo hatte mit Kai Häfner, Andre Gomes und Domagoj Pavlovic im Rückraum, Yves Kunkel und Timo Kastening auf den Außen sowie Arnar Freyr Arnarsson am Kreis begonnen. Ihre Ausbeute: zwei mickrige Tore durch Kastening, der noch dazu einen Siebenmeter an die Latte geworfen hatte (2.). So gerieten die Nordhessen schnell mit 2:7 in Rückstand (11.).

Der Spanier musste reagieren. Er brachte im Tor Silvio Heinevetter für Nebojsa Simic. Und in der Offensive durften Julius Kühn, Elvar Örn Jonsson und Alexander Petersson ihr Glück versuchen. Allerdings prallten auch sie wiederholt an der Deckung der Mindener ab.

Handball: MT Melsungen mit enttäuschender ersten Halbzeit

Spätestens jetzt wurden Erinnerungen an den vergangenen Dezember wach, als die Melsunger in eigener Halle gegen das damalige punktlose Schlusslicht HSC 2000 Coburg unterlagen. Seinerzeit waren keine Zuschauer zugelassen. Jetzt schon – und die machten auf der Tribüne auch ihrem Unmut Luft. Zurecht, denn die Leistung in der ersten Hälfte war einer Melsunger Mannschaft nicht würdig. Der zuletzt verpflichtete Gleb Kalarash dürfte sich sein erstes Heimspiel für die MT auch anders vorgestellt haben.

Zwar hatte das Melsunger Team nach der Länderspielpause kaum Zeit, um sich gemeinsam vorzubereiten. Aber es mangelte an der nötigen Leidenschaft. Zu oft haderte das Heimteam auch mit den Entscheidungen der Unparteiischen.

Die Gäste hatten einen klaren Plan – und setzten diesen auch in die Tat um. Im Angriff rissen sie Löcher in die MT-Abwehr, in der Defensive bildeten Verteidiger und Torwart Malte Semisch ein starkes Bollwerk. Niclas Pieczkowski war ein umsichtiger Stratege, Niklas Jukic ein gefährlicher Schütze. Die logische Folge: GWD lag in der 26. Minute 13:5 vorn. In Worten: DREIZEHN ZU FÜNF!

Zwölf Minuten gelang dem Gastgeber kein einziger Treffer. Dann waren kurz vor der Pause noch Jonsson und Kunkel je einmal erfolgreich. Parrondo hatte sein Team inzwischen mit einem zusätzlichen Feldspieler angreifen lassen.

Handball: Nur Kunkel überzeugte bei der MT Melsungen

Das einzig Positive zur Pause: Es war noch genug Zeit, etwas an dem desaströsen Eindruck zu ändern. Nach dem Wechsel kam etwas mehr von den Nordhessen. Häfner übernahm mehr Verantwortung. Auch Kunkel hatte die Partie gegen seinen früheren Klub noch nicht abgeschrieben. Durch etwas mehr Kompaktheit in der Hintermannschaft ergaben sich Möglichkeiten. Jonsson verkürzte auf 14:18. Mit dem Isländer, Pavlovic und Häfner in der Aufbaureihe ging ein Ruck durch die Mannschaft. Jetzt machte sich die Umstellung auf ein System mit sieben Feldspielern endlich bezahlt. Kunkel markierte das 16:19 (46.).

Nur hätte es allerdings noch mehr Ballgewinne gebraucht – die gab es nicht. Heinevetter und seine Vorderleute ließen sich immer wieder düpieren. Nach dem 27:21 der Gäste war die Partie praktisch entschieden – und das war schon knapp vier Minuten vor dem Ende. (Von Björn Mahr und Manuel Kopp)

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