1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

Melsunger Pokal-Traum lebt: MT siegt im Achtelfinale 28:22 gegen den Bergischen HC

Erstellt:

Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

Kommentare

Arnar Freyr Arnarsson (vorn), Kai Häfner (rechts), Alexander Weck und Csaba Szücs (links).
Tor vom Kreis: Melsungens Arnar Freyr Arnarsson (vorn) trifft auf Zuspiel von Kai Häfner (rechts). Links im Bild: die Gäste-Akteure Alexander Weck und Csaba Szücs. © Dieter Schachtschneider

Der Melsunger Pokal-Traum lebt – und wie! Nach einem klaren 28:22 (16:12)-Heimsieg im Achtelfinale gegen den Klassenkameraden Bergischen HC ist Handball-Bundesligist MT nur noch einen Sieg vom Final Four entfernt.

Kassel – Erstmals war Rechtsaußen Tobias Reichmann nach Verletzungspause wieder im Melsunger Kader. Da aber mit Finn Lemke, Andre Gomes und Michael Allendorf noch einige Stammkräfte fehlten, nahm Trainer Roberto Garcia Parrondo neben Ben Beekmann erstmals das 17 Jahre alte Rückraum-Talent Manuel Hörr mit ins Aufgebot. Der A-Jugendliche hatte im Training der Profis auf sich aufmerksam gemacht – und nicht nur da. Doch dazu später noch mehr.

Jetzt durfte er in der Kasseler Rothenbach-Halle Pokal-Luft schnuppern. 1730 Besucher waren zugelassen, 1378 Zuschauer der Einladung der MT letztlich gefolgt. Die, die gekommen waren, erlebten einen überzeugenden Start der Gastgeber. Denn die Melsunger schafften es im Angriff immer wieder, Druck zu entfachen. Über Distanzschütze Julius Kühn genauso wie über Kai Häfner, der Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson suchte – und auch fand. Bis zum 5:2 (5.) leisteten sich die Nordhessen praktisch keine Fehler.

Es war klar, dass es nicht so bleiben würde. Zumal die Gäste aus Solingen und Wuppertal ein unangenehmer Gegner sind und ihre Deckung hohen Ansprüchen genügt. Durch die Ausfälle von Spielern wie Linus Arnesson und Fabian Gutbrod liegen die Probleme des BHC vielmehr im Angriff. In Kassel kam noch ein weiteres hinzu: MT-Schlussmann Silvio Heinevetter, der hinter einer kompakten Deckung sofort groß aufdrehte – und dazu beitrug, dass die MT in der 17. Minute 11:5 vorn lag. Auch Regisseur Elvar Örn Jonsson und Linksaußen Yves Kunkel hatten nun gute Aktionen. Die 26. Minute gehörte gefühlt Kunkel fast allein. Erst traf er von Außen, dann sicherte er sich am eigenen Kreis einen Abpraller und lief den Tempogegenstoß selbst – 15:10.

Allerdings war es für die Hausheren bis ins Viertelfinale immer noch ein weiter Weg. Und beim BHC brachte vor allen David Schmidt, der genauso wie Häfner ein Kandidat für den rechten Rückraum im deutschen EM-Kader ist, seine individuellen Qualitäten zur Geltung. Und die Bergischen Löwen hatten etwas Glück, dass die Unparteiischen kurz vor der Pausensirene der MT keinen Siebenmeter gaben, als Jonsson unfair gestoppt wurde.

Melsungen musste auch nach dem Wechsel für jedes Tor hart kämpfen. Zudem war BHC-Torhüter Tomas Mrkva nach seiner Hereinnahme nur schwer zu überwinden. So kamen die Gäste bis auf 17:19 heran (44.). Dafür verantwortlich ein alter Bekannter: Jeffrey Boomhouwer, der frühere MT-Profi und jetzige BHC-Linksaußen.

Parrondo setzte bei Ballbesitz nun immer mehr auf das taktische Mittel des siebten Feldspielers. Es führte dazu, dass Jonsson und Häfner auf 21:17 stellten. Ins Tor rückte bei der MT nun Nebojsa Simic – für den in der zweiten Hälfte eher glücklosen Heinevetter. Der Montenegriner, zuletzt in Balingen verletzt ausgeschieden, führte sich mit einer Parade direkt gut ein. Noch erlahmte aber die Gegenwehr der Bergischen Löwen nicht.

Umso wichtiger, dass Häfner eine Idee hatte. Nach 51 Minuten beriet er sich kurz mit Kühn. Dann bereitete Häfner zunächst das 24:19 von Arnarsson vor, und kurz darauf nutzte Kühn einen Konter zum 25:19 (52.). Die MT war jetzt kurz davor, auf die Siegerstraße einzubiegen. Um in der Motorsport-Sprache zu bleiben: Es brauchte noch eine Tempoverschärfung. Parrondo wechselte Reichmann für Kastening ein. Als Mister Zuverlässig erwies sich insbesondere Kühn. Das vorentscheidende 27:21 warf er nicht selbst, er legte aber klug für Kunkel ab. Danach geriet der Erfolg nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Sogar die jungen Hörr und Ben Beekmann durften ran. Hörr gelang sogar direkt ein Treffer – Wahnsinn! Melsungen darf vom neuerlichen Einzug ins Final Four träumen. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

Auch interessant

Kommentare