Ein Hoch auf die MT

29:27 – Melsunger Handballer rücken auf Rang vier vor

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Glücklich über einen Goldenen Oktober: das MT-Team mit (von links) Timm Schneider, Nebojsa Simic, Johan Sjöstrand, Philipp Müller, Marino Maric, Jeffrey Boomhouwer, Felix Danner, Finn Lemke sowie Dener Jaanimaa.

Kassel. Freude – Stolz – Wut – Hoffnung – Verzweiflung – Leid. Bundesligist MT Melsungen kündigt auf der Großbildleinwand in der Kasseler Rothenbach-Halle immer in großen Lettern an, worauf sich die Handball-Fans freuen können. Das trifft mal zu, mal eher nicht so. Aber beim 29:27 (13:13)-Sieg im Topspiel gegen den SC Magdeburg gab es von allem reichlich.

Freude

• weil die Mannschaft in der Liga einen Goldenen Oktober perfekt machte. Der Erfolg gegen den SCM war der vierte Sieg im vierten Spiel. Damit verbesserte sich das Team auf den vierten Tabellenplatz und ist nun sogar in Schlagdistanz zum Spitzenreiter Berlin. „Wir können damit sehr zufrieden sein“, erklärte Torwart Johan Sjöstrand, „und ich habe ein richtig gutes Gefühl für die nächsten Wochen.“ Nach der Länderspielpause muss die MT am 5. November in Leipzig ran.

Stolz

• weil die Melsunger einen starken Gegner fast über 60 Minuten gut im Griff hatten. Vier Tage nach dem Pokalaus in eigener Halle gegen Leipzig präsentierte sich die MT von einer ganz anderen Seite. Hätten die Nordhessen diese Aggressivität am Mittwoch gezeigt, dürften sie jetzt noch vom Final Four in Hamburg träumen.

Einziges Manko: Es dauerte mehr als 20 Minuten, bis die Heimmannschaft vor 4300 Zuschauern die erste Führung verbuchte. Einen 8:10-Rückstand wandelten der starke Tobias Reichmann (3) sowie Torjäger Julius Kühn in einen Zwei-Tore-Vorsprung (12:10, 25.) um. „Man hat früh gemerkt, dass wir heute gut drauf sind“, lobte Coach Michael Roth. Es passte ins Bild, dass Linksaußen Jeffrey Boomhouwer – er bekam diesmal den Vorzug vor dem zuletzt enttäuschenden Michael Allendorf – nach einem Laufduell dem ebenfalls schnellen Robert Weber das Leder aus der Hand tippte (17.).

Fotos: MT Melsungen schlägt den SC Magdeburg

MT-Kreisläufer Marino Maric © Schachtschneider
HNA-Redakteur Björn Mahr im Gespräch mit Keeper Johan Sjöstrand. © Schachtschneider
Bedankt sich bei den Fans: Philipp Müller © Schachtschneider
Eingespieltes Torhüter-Team: Nebojsa Simic und Johan Sjöstrand © Schachtschneider
Johannes Golla, der keine Einsatzzeit bekam, und Johan Sjöstrand. © Schachtschneider
Jubelnde MT-Spieler nach dem Schlusspfiff. © Schachtschneider
Auch der Trainer war glücklich: Michael Roth umarmt Spielmacher Lasse Mikkelsen. Rechts: Tobias Reichmann. © Schachtschneider
Jubelnde MT-Spieler nach dem Schlusspfiff. © Schachtschneider
Jubelnde MT-Spieler nach dem Schlusspfiff. Vorn rechts: Dener Jaanimaa, hinten: Finn Lemke. © Schachtschneider
Abwehrchef Finn Lemke auf Torejagd. © Schachtschneider
Abwehrchef Finn Lemke auf Torejagd. © Schachtschneider
Jubelnde MT-Spieler nach dem Schlusspfiff. Links: Michael Allendorf, der erst nach 45 Minuten eingewechselt wurde. © Schachtschneider
Dener Jaanimaa tankt sich durch. © Schachtschneider
Lasse Mikkelsen im Zweikampf. © Schachtschneider
Julius Kühn. © Schachtschneider
Tobias Reichmann © Schachtschneider
Tobias Reichmann © Schachtschneider
Tobias Reichmann © Schachtschneider
MT-Trainer Michael Roth © Schachtschneider
Julius Kühn. © Schachtschneider
Schwer zu halten: Julius Kühn. © Schachtschneider
Sprunggewaltig: Julius Kühn © Schachtschneider
Finn Lemke am Kreis. © Schachtschneider
Finn Lemke © Schachtschneider
Tobias Reichmann kann's auch aus dem Rückraum. © Schachtschneider
Julius Kühn © Schachtschneider
Bissig: Philipp Müller  © Schachtschneider
Philipp Müller  © Schachtschneider
MT-Trainer Michael Roth © Schachtschneider
Kurzzeitig angeschlagen: Finn Lemke © Schachtschneider
Johan Sjöstrand parierte den letzten Elfmeter von Magdeburgs Top-Torjäger Robert Weber, der hier von außen erfolgreich war. © Schachtschneider
Johan Sjöstrand und Philipp Müller © Schachtschneider
Johan Sjöstrand © Schachtschneider
Voll dabei: MT-Trainer Michael Roth © Schachtschneider

Wut

• weil das MT-Team eine Führung zur Pause aus der Hand gab. Es war ärgerlich, dass der Gast in kurzer Zeit zum 12:12 ausglich. Bitter war aber, dass Magdeburgs Mittelmann Marko Bezjak eine Sekunde vor der Pause mit einem eher unvorbereiteten Schlagwurf das 13:13 markierte.

Hoffnung

• weil die Gastgeber hervorragend in die zweite Hälfte starteten. Die Abwehr um Finn Lemke und Philipp Müller (siehe auch Artikel unten) ließ Bezjak und vor allem SCM-Ausnahmekönner Michael Damgaard immer weniger zur Entfaltung kommen. In der Offensive agierten Lasse Mikkelsen, Kühn und Dener Jaanimaa überaus geduldig. Der Lohn: die 22:17-Führung nach 42 Minuten. Als Kühn seine zweite Strafzeit aufgebrummt bekam, vertrat ihn Lemke im linken Rückraum und traf gegen seine ehemalige Mannschaft. „Das hatte teilweise Show-Charakter, was wir da geboten haben“, freute sich Kreisläufer Marino Maric.

Verzweiflung

• weil die MT den Sack nicht frühzeitig zumachte. In der Schlussphase öffnete Magdeburg seine Deckung, und Melsungen bekam arge Probleme. „Da fehlt uns noch etwas die Coolness, da wollten wir Sachen machen, die wir nie geübt haben“, bedauerte Kühn. So bekamen die Hausherren „zittrige Hände“, wie Roth später einräumte. Innerhalb von vier Minuten kam der SCM auf 26:28 heran (57.).

Leid

• weil Sjöstrand einen Ball an den Kopf bekam. Es war nicht irgendein Wurf, sondern ein Siebenmeter von Robert Weber. In der 58. Minute verhinderte der Schwede damit gegen den Österreicher, der wegen dieser Unsportlichkeit die Rote Karte sah, das mögliche 28:27. Der MT-Schlussmann empfand die Bestrafung für den Gegenspieler selbst als „zu hart“. SCM-Trainer Bennet Wiegert war ähnlicher Ansicht: „Sjöstrand hat sich ein bisschen bewegt.“

Es blieb praktisch bis zur Schlusssirene spannend. Denn erst drei Sekunden vor Ende vollendete Mikkelsen einen Alleingang zum 29:27. Danach gab es was? Genau, Freude pur.

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