Handball-Bundesliga: Melsungen punktet auch bei den Löwen - nur ein paar Sekunden fehlten zum Sieg

30:30 – die MT-Party geht weiter

Jubel hier, Ernüchterung da: Während Michael Allendorf einen weiteren MT-Treffer bejubelt, zieht Löwen-Abwehrchef Oliver Roggisch enttäuscht ab. Foto: Eibner

Mannheim. Erst klatschten sie sich gegenseitig ab, als wäre gar nichts Außergewöhnliches passiert. Bis den ersten unter den Bundesliga-Handballern der MT Melsungen so langsam klar wurde, dass ihnen mit dem 30:30 (15:17)-Unentschieden in der SAP-Arena bei den Rhein-Neckar Löwen eine faustdicke Überraschung gelungen war. Wie auf Kommando fielen sie sich um den Hals, tanzten, schrien ihre ganze Freude heraus und ließen sich nicht nur von mehreren Dutzend MT-Anhängern hochleben.

„Das ist ein Punktgewinn für uns“, machte die Melsunger Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke deutlich. Und gab die Antwort darauf, wie das Remis in der Höhle der Löwen zu bewerten war. Nach der Schlusssirene – nach dem missglückten Versuch von Jens Schöngarth, mit einem direkt verwandelten Freiwurf vielleicht noch zum Siegtreffer zu kommen – waren sich die Akteure offenkundig nicht so sicher. Der Grund: Eine Minute vor Spielende hatten die Nordhessen mit 30:28 geführt, ehe der Gastgeber zwei leichte Ballverluste des Kontrahenten aus der Fuldastadt noch zum Gleichstand nutzte. Wobei Börge Lund das 30:30 erst elf Sekunden vor der Schlusssirene erzielte.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal nach einem Unentschieden in der Halle ärgern würde“, meinte Linksaußen Michael Allendorf, „aber nach dem Ende ist es so.“ Ein Zustand, der aber nicht lange anhielt. Schon auf der Heimfahrt soll es feucht-fröhlich gewesen sein. Schöngarth teilte über Facebook mit: „Das fühlt sich unglaublich an. Was für eine Stimmung im Bus.“ Und Trainer Michael Roth ergänzte: „Morgen werden alle merken, dass diese Leistung etwas Besonderes war.“

Vasilakis trifft und trifft

Vor allem wenn sie sich den Spielverlauf noch einmal ins Gedächtnis rufen. Denn 45 Minuten lang sah es doch danach aus, als sollten die Nordhessen wie immer in der SAP-Arena dem ehemaligen Champions-League-Teilnehmer unterliegen – nur etwas knapper als im Vorjahr (25:40). „Wir müssen den Melsungern den Spaß nehmen“, hatte RNL-Spielmacher Andy Schmid gefordert. So erzielten die Löwen nicht nur die ersten beiden Treffer der Partie, sondern lagen in der Anfangsviertelstunde immer vorn. Mehr war nicht möglich, weil sich der Gast nicht abschütteln ließ: Alexandros Vasilakis traf und traf. Zudem wehrte Mario Kelentric einen Strafwurf von Uwe Gensheimer glänzend ab. Keine Überraschung also, dass der Tabellenvierte vorübergehend im Vorteil war (10:8).

Noch vor der Pause änderte sich das wieder. Denn: Allendorf traf beim Konter nur den Pfosten, der Kempa-Trick von Savas Karipidis mit Nenad Vuckovic misslang, und Felix Danner bekam eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt.

Mehr Erfolg mit 5:1-Abwehr

Der daraus resultierende Rückstand wuchs nach dem Wechsel noch an (37.), da der Gast Probleme in der 6:0-Deckung hatte. Roth stellte auf ein 5:1-System um – mit Erfolg. „Wir haben gekämpft, immer weiter und weiter. Zusammen mit Mario stand die Abwehr super“, freute sich Verteidiger Anton Mansson. Und vorn zeigte Schöngarth, dass er mehr als nur eine Ergänzung ist. Genauso wie Grigorios Sanikis markierte er einige wichtige Treffer. Die zwar letztlich zu einer 30:28-Führung reichten, aber nicht zum durchaus möglichen Sieg.

Von Björn Mahr

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