30:33 - MT-Serie reißt bei Weihnachtsspiel in Lemgo

Schwer durchzukommen: Melsungens Kapitän Nenad Vuckovic (links) hat es in dieser Szene mit Lemgos Tim Schneider zu tun. Foto:  Cohen

Lemgo. Kein Zweifel. Der Frust über den verpassten Sieg gegen die SG Flensburg/Handewitt hatte Spuren beim heimischen Handball-Bundesligisten hinterlassen.

Und steckte den Spielern der MT Melsungen wohl auch noch beim weihnachtlichen Gastspiel in Lemgo in den Kleidern bzw. im Trikot, denn dort mussten sie sich mit 30:33 (14:16) beugen. „Wir konnten heute nicht die Spannung aufbauen, die notwendig gewesen wäre, um hier zu bestehen“, bekannte Trainer Roth.

Dabei waren sie, zumindest taktisch, auf der Hut. Die Lemgoer vor dem explosiven Umschaltspiel der Melsunger sowie die Nordhessen vor den Tempogegenstößen der Ostwestfalen, wozu der MT-Coach mit Michael Allendorf - Spitze der 5:1-Deckung - sogar einen „Abfangjäger“ abgestellt hatte. Also musste es auf beiden Seiten der Positionsangriff richten.

Mit leichten Vorteilen für den TBV dank eines in der ersten Hälfte hervorragend aufgelegten Rolf Herrmann, der seine Mannschaft mit seinem fünften Tor in der 22. Minute mit 12:10 in Führung brachte. Bis dahin hatte der MT-Rückraum Torwart Dresrüsse weidlich warm geworfen, der aber nicht verhindern konnte, dass von außen Nationalspieler Allendorf verlässlich einlochte. Und so seine Mannschaft im Spiel hielt.

Was aber nichts daran änderte, dass die Melsunger Defensive die gewohnte Kompaktheit vermissen ließ. „Zu fahrig“, fand das Michael Roth. Und reagierte mit einer Umstellung auf eine 6:0-Abwehr, worauf die Lemgoer allerdings eine passende Antwort hatten. Denn auf einmal war sie da, die gefürchtete erste Welle der Lemgoer, angeschoben durch die Gäste, die sich im Angriff einfach zu viele Fahrkarten leisteten. Oder weiterhin an Nils Dresrüsse scheiterten. Die Folge: Tim Schneider, Patrick Zieker und Hendrik Pekeler erhöhten per „leichten Toren“ auf 15:11 auf 15:11 (26.).

Immerhin: Schröders Treffer zum 14:16 quasi mit dem Halbzeitpfiff ließ die MT-Aktien wieder steigen. Zumal die Gäste unmittelbar nach Wiederanpfiff eine doppelte Überzahl zum Ausgleich (16:16) nutzen konnten. Momir Rnic und Malte Schröder legten sogar zum 18:16 für die MT nach (35.), doch die erhoffte Wende war‘s trotzdem nicht.

Denn Lemgo kam zurück und in Überzahl durch Tim Hornke (21:22) heran, ehe Mittelmann Herth und Linksaußen Zieker den TBV sogar wieder mit 23:22 in Führung brachten (44.).

Die die ausverkaufte Lipperlandhalle mobilisierte und den Kehrmann-Schützlingen offensichtlich Flügel verlieh. Durch vier Tore in Folge (Lemke, Hornke, Herth und Schneider) erhöhten sie auf 30:25 (51.) - die Vorentscheidung. Daran änderte auch ein kurzzeitiger Torwartwechsel (Per Sandström für Mikael Appelgren) nichts.

Weil die Gäste diesem Rückstand nun erfolglos hinterher liefen, zumal Philipp Müller nach einem Foul gegen Tim Schneider (51.) disqualifiziert wurde. Da nutzte es auch nichts, dass die Roth-Schützlinge in der Schlussphase nochmal kämpferisch alles in die Waagschale warfen, denn der TBV Lemgo war auch dadurch nicht mehr von der Siegerstraße zu verdrängen.

Lemgo: Bauer (ab 35., 4 Paraden/12 Gegentore), Dresrüsse (11/18); Bechtloff 2, Hornke 5/3, Suton 2, Schneider 5, Herrmann 6, Pekeler 2, Lemke 1, Herth 4, Haenen, Höning 2, Zieker 5, Niemeyer.

Melsungen: Appelgren (12/29), Sandström (48.-52., 1/4); Maric 2, Sellin 4/3, Fahlgren 2, Schröder 3, Hildebrand, Danner 3, Ph. Müller 2, Boomhouwer, Rnic 7, Allendorf 4, Vuckovic, M. Müller 2.

SR: Brodbeck/Reich.

Zuschauer: 4866.

Strafwürfe: 4/3 - 4/3.

Zeitstrafen: 12:2 Minuten.

Disqualifikation: 52. Pekeler (drei Zeitstrafen), 51. Ph. Müller (Foulspiel).

Von Ralf Ohm

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