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45 Minuten hinten, aber gewonnen: MT Melsungen dreht Partie gegen Aufsteiger Gummersbach

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Von: Maximilian Bülau

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Agustin Casado (links) und Tom Kiesler.
Ziemlich verbissen: Agustin Casado von der MT (links) und Tom Kiesler von Gummersbach. © Dieter Schachtschneider

Es hat lange gedauert, bis die MT Melsungen im Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Gummersbach erstmals in Führung ging. Doch dank einer deutlichen Leistungssteigerung siegten die Handballer aus Nordhessen am Ende 28:22 (10:14) gegen Aufsteiger Gummersbach.

Kassel – Es lief nicht rund zu Beginn dieses Spiels. Schon der Anwurf verzögerte sich. Und irgendwie bekamen beide Teams keinen Rhythmus in ihre Aktionen. MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo begann mit Julian Fuchs auf Rechtsaußen, Ivan Martinovic bekam den Vorzug vor Kai Häfner, der mit fünf Treffern sein Bundesliga-Torkonto auf 1500 schrauben konnte. Im Tor stand Nebojsa Simic. Parrondo versuchte es gleich wieder mit seiner Angriff-in-Überzahl-Variante. Simic verließ seinen Kasten also, wenn die Kollegen den Versuch unternahmen, zu treffen.

Das ging allerdings gehörig schief. Das Torewerfen. Aber auch das Spiel ohne Torhüter. In der 9. Minute erzielte Elvar Örn Jonsson erst den zweiten MT-Treffer. Der Isländer versuchte viel, nicht alles funktionierte. Aber immer noch deutlich mehr als bei Ivan Martinovic. Der Kroate erwischte eine rabenschwarze Anfangsphase, vergab einen Siebenmeter und mehrere Würfe. Einzig sein Kempa-Anspiel auf Agustin Casado war bis dahin sehenswert, der Spanier machte das 4:5.

Die Melsunger liefen einem Rückstand hinterher in dieser Hälfte. Zu dem zerfahrenen Beginn passte, dass Julian Fuchs einen Wurf aufs leere Tor über die Latte setzte.

Parrondo musste früh reagieren. Und er stellte das Überzahlspiel im Angriff ein, was bis dahin einzig zu vielen Gegentreffern ins leere Tor geführt hatte. Er brachte nach einer Viertelstunde Andre Gomes und Häfner. Und er nahm Gleb Kalarash raus. Das allerdings, weil der Russe wie Stepan Zeman auf der anderen Seite früh zweimal mit Zweiminutenstrafen rausgeschickt wurde.

Als Parrondo nach 26 Minuten eine Auszeit nahm, da lag die MT erstmals mit vier Treffern zurück, 8:12. Und das, obwohl Simic einige freie Würfe entschärfte. Obwohl die Abwehr Gummersbachs starken Spielmacher Dominik Mappes eigentlich gut im Griff hatte. Und obwohl die Gäste ihr gefürchtetes Tempospiel nur selten einsetzen konnten. Doch im Angriff fehlten den Melsungern die Ideen. Teilweise gingen die Würfe aber auch unverständlich weit vorbei oder drüber. Der Pausenstand lautete: 10:14. Der Aufsteiger vorn.

Die Frage also: Wurde es nach der Halbzeit besser? Die MT eröffnete den zweiten Durchgang nach einem schönen Anspiel von Casado auf Arnar Freyr Arnarsson mit dem 11:14. Und mal ganz ehrlich: Gummerbach war hier nicht unfassbar effektiv, spielte es nicht unglaublich gut, machte es den Melsungern nicht ungemein schwer. Deswegen gab es die Möglichkeiten, heranzukommen. Es hätte die Möglichkeiten gegeben, auszugleichen. Wenn denn die Würfe zum Herankommen mal reingegangen wären. Stattdessen wurde es ein teilweise wildes Hin und Her mit technischen Fehlern, Fehlpässen und Fehlwürfen.

In den ersten zehn Minuten zumindest. Doch weil die Gäste nun immer wieder an Simic scheiterten, war die MT plötzlich wieder dran. Arnarsson traf zum Anschluss (44.). Simic war wieder da. David Mandic zum 17:17 (45.) – der erste Ausgleich seit dem 1:1 zu Beginn. Und eine Minute später war es Martinovic, der einen Fünf-Tore-Lauf der MT tatsächlich mit der ersten Führung der Partie krönte. Und nun?

Nun lag es an der MT, diesen Vorsprung zu verwalten, zu vergrößern. Den Gästen schwanden sichtlich die Kräfte. Und Simic brachte acht Minuten vor dem Ende mit seiner 15. Parade die Halle so richtig zum Brodeln. Das eröffnete der MT die Chance, auf drei Tore wegzuziehen. Gomes wunderschön in den Winkel: 23:20 (53.).

Ab dann ging auf einmal alles leicht von der Hand. Nach dem 28:22-Sieg hatte es aber lange nicht ausgesehen. (Maximilian Bülau)

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