Handball: Abstiegsangst geht um

MT-Gegner Balingen braucht Auswärtssieg – Aufschwung unter Trainer Gaugisch

Abstiegsgefährdet: HBW-Trainer Markus Gaugisch steht mit seiner Mannschaft bei der MT arg unter Druck. Foto: Schachtschneider

Balingen. Nein, diesmal sitzt er nicht auf der Bank. Oder dirigiert an der Bande, redet auf seine Spieler ein, diskutiert mit den Schiedsrichtern. In 15 Bundesliga-Duellen und einem Pokalspiel hat Rolf Brack als Trainer von Balingen-Weilstetten versucht, der MT Melsungen das Siegen gegen seine Gallier von der Alb so schwer wie möglich zu machen.

Zuletzt im Hinspiel (28:28). Danach holte der Bundesliga-Aufsteiger von 2006 bis zur EM-Pause nur noch einen Punkt. Das „Aus“ für den Handball-Professor, der in der zehnten Saison bei HBW „schweren Herzens“ (Manager Bernd Karrer) entlassen wurde, so dass nun im Rückspiel bei den Roth-Schützlingen (Sa. 19 Uhr Rothenbach-Halle) sein Nachfolger Markus Gaugisch die Anweisungen gibt.

Immerhin ein „Brack-Schüler“ nach neun Jahren als Spieler in Pfullingen unter Rolf Brack, der mittlerweile als Nationaltrainer der Schweiz einen neuen Job gefunden hat. Kein Wunder also, dass es bei ihrer jeweiligen Spielphilosophie Überschneidungen gibt. Etwa in der Deckung, wo auch der „Neue“ auf eine offensive 3:2:1-Variante setzt. „Ich konnte auf bekannte Dinge zurückgreifen“, sagt der ehemalige Rückraumspieler, der als Trainer den TV Neuhausen 2012 ins Oberhaus führte.

Eher unbekannt war für seine Schützlinge eine Neuausrichtung des Angriffs - mehr Kreuz- statt Stoßbewegungen - sowie die eher kommunikative Art des 40-jährigen Gymnasiallehrers. Der bezieht seine Spieler auch schon mal in seine taktischen Entscheidungsprozesse mit ein, verlangt aber wie sein Vorgänger „unbedingte Leistungsbereitschaft“ und „zielgerichtetes Arbeiten“ im Training, was den Spaß an der Arbeit keineswegs ausschließt. „Er hat positive Energie in die Mannschaft gebracht“, sagt Rückraumspieler Fabian Böhm. Eine Aufbruchstimmung, die die Mannschaft zunächst in 6:2-Punkte - darunter ein 26:26-Remis in Hamburg - umsetzen konnte. Es folgte der Rückschlag gegen den Bergischen HC (27:29) und plötzlich war die Abstiegsangst wieder da. Die führte wie zuvor zur Verkrampfung der Spieler und zu drei weiteren Niederlagen, ehe am letzten Spieltag mit einem 29:22-Sieg gegen Eisenach der erneute Abwärtstrend aufgehalten werden konnte. Für Markus Gaugisch eine Art Schicksalsspiel: „Nur bei einem Erfolg konnten wir noch mal den Fuß in die Tür zum Klassenerhalt bekommen.“

Um die Tür aufzustoßen, bedarf es indes - so seine Rechnung - noch drei Siege aus den letzten vier Spielen. Also darf sich HBW zu Hause (gegen Minden und Lemgo) keine Blöße mehr geben und muss entweder in Melsungen oder Göppingen punkten. Bei der MT hängen die Trauben hoch, das zeigt auch die Statistik seines Vorgängers. Der musste mit seiner Mannschaft bei nur drei Siegen zwölf Niederlagen hinnehmen.

Von Ralf Ohm

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