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Spielmacher mit Weltklasse-Format: Agustin Casado verstärkt den Rückraum des Handball-Bundesligisten MT Melsungen

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Top-Neuzugang der MT: der Spanier Agustin Casado.
Top-Neuzugang der MT: der Spanier Agustin Casado. © Andreas Fischer

Der spanische Spielmacher Agustin Casado verstärkt den Rückraum des Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Damit beginnt die Vorstellung der MT-Neuzugänge.

Kassel - Über die Hitze während seiner ersten Tage in Deutschland konnte Agustin Casado nur müde lächeln. „Die Temperaturen sind okay. Bei mir zu Hause ist es aber noch heißer“, erklärte der spanische Top-Neuzugang des Handball-Bundesligisten MT Melsungen schmunzelnd. Der 26-Jährige stammt aus Almeria in Andalusien – da sind 40 Grad im Sommer ganz normal.

Dennoch ist das gute Wetter aktuell so ziemlich das Einzige, was ihm vertraut sein dürfte. Ansonsten ist nämlich praktisch alles neu. Er spricht weder Deutsch noch Englisch. Verständigen kann er sich zurzeit am ehesten mit Trainer und Landsmann Roberto Garcia Parrondo, dem zuletzt in Spanien tätigen Aidenas Malasinskas sowie den portugiesisch sprechenden Andre Gomes und Rogerio Moraes, der am ersten Tag direkt Aufgaben als Dolmetscher übernahm.

Von Melsungen und der MT wusste er bis vor einigen Wochen so gut wie nichts: „Jetzt weiß ich, dass es eine eher kleine Stadt ist. Das mag ich. Ich möchte auch rasch deutsch lernen.“ Seine Frau Bea – sie haben in diesem Sommer geheiratet – hat ihn nach Nordhessen begleitet. Kassel ist allerdings nur eine Zwischenstation in der Karriere des torgefährlichen Rückraumstrategen, der bereits im nächsten Jahr zur europäischen Spitzenmannschaft Veszprem wechseln wird. Die Ungarn nahmen den dunkelhaarigen Südeuropäer ab Juli 2023 unter Vertrag.

Dass der Weltklasse-Akteur zuvor noch in Deutschland tätig sein kann, hängt damit zusammen, dass sein eigentlich geplanter Wechsel nach Weißrussland nicht zustande kommt. Meshkow Brest wurde wie auch alle russischen Vertreter wegen des Kriegs in der Ukraine von internationalen Handball-Wettbewerben ausgeschlossen.

„Ich bin jetzt glücklich, in der härtesten Liga der Welt zu spielen“, sagt Casado. Seine Klasse ließ er insbesondere bei der EM im Januar in der Slowakei und in Ungarn aufblitzen. Mit 35 Toren war er maßgeblich am Gewinn der Silbermedaille beteiligt. In der European League gelangen ihm bei der 31:33-Niederlage seines Ex-Klubs BM Logrono La Rioja in Magdeburg sage und schreibe 16 Treffer. „Er hat bei der EM gezeigt, was er kann. Dass ihn Veszprem schon für die kommende Saison verpflichtet hat, zeigt auch, welche große Qualität er hat“, sagt MT-Kapitän Kai Häfner über den Neuzugang.

Und wie ist Casados erster Eindruck von seinem neuen Team? „Der ist sehr gut. Ich habe schon die letzten Partien in der vergangenen Spielzeit verfolgt. Ich hoffe, dass wir eine starke Saison spielen“, sagt der 26-Jährige. Ein wichtiger Grund für seinen Wechsel war MT-Trainer Parrondo. „Roberto spielt dasselbe System, das ich aus Spanien kenne“, sagt Casado, der im Rückraum als Spielmacher und Halblinker eingesetzt werden kann. „Ich spiele aber am liebsten auf der Mitte“, erklärt er.

Den MT-Fans wird Casado genau wie seine Mitspieler am Freitag ab 18 Uhr im Melsunger Schlossgarten vorgestellt. Dann hoffentlich auch bei gutem Wetter.

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