Gudmundsson-Team hat gehörigen Respekt vor MT

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Mit vollem Einsatz an der Außenlinie: Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Mannheim/Melsungen. Als sich die Marketing-Verantwortlichen der Rhein-Neckar Löwen vor ein paar Wochen Gedanken über das Motto für das Heimspiel in der Handball-Bundesliga gegen die MT Melsungen machen mussten, hatten sie einen guten Riecher: Alarmstufe Rot(h).

Nie passte es wohl besser als jetzt, da die Rot-Weißen mit Trainer Michael Roth als Tabellenvierter nach Mannheim (Samstag, 19 Uhr, SAP-Arena) reisen - um zwei Minuspunkte besser als der Gastgeber (8:4).

Uli Roth

„Melsungen schlägt man nicht so einfach“, weiß Torwart Henning Fritz, der Weltmeister von 2007, um die Schwere der kommenden Aufgabe. Da kann ihm sein Trainer Gudmundur Gudmundsson nur beipflichten: „Die MT hat eine starke Abwehr, einen starken Torwart und spielt auch schnell und gut nach vorne. Wir bereiten uns auf ein schweres Spiel vor.“

Zwei weitere Minuspunkte können sich die Badener nicht leisten, nachdem sie sich schon bei der 32:33-Pleite in Hannover eine Blöße gegeben und daheim gegen den THW Kiel mit 27:30 den Kürzeren gezogen haben. Der 33:29-Erfolg gegen den Meister aus Hamburg geriet dadurch fast in Vergessenheit. „Die Konstanz ist bei uns noch immer nicht wie gewünscht“, bedauert Routinier Fritz, „man muss dem Trainer allerdings auch die Zeit geben, das Team nach seinen Vorstellungen zu entwickeln.“

Nach der vergangenen Saison gab es bei den Löwen zwar keinen erheblichen personellen Umbruch, aber die Mannschaft musste schon einige namhafte Abgänge verzeichnen.

Michael Roth

Superstar Olafur Stefansson und Gudjon Valur Sigurdsson gingen nach Kopenhagen, wo sich RNL-Aufsichtsratsmitglied Jesper Nielsen (Hauptbelastungszeuge im Prozess gegen Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic) ebenfalls engagiert. Grzegorz Tkaczyk und Schlussmann Slawomir Szmal kehrten in ihre polnische Heimat zurück, um bei KS Kielce anzuheuern.

Zu ihren ersten Amtshandlungen gehörten Auftritte in der Qualifikation zur Champions League, in dem die Polen den Löwen mit 32:30 nach Verlängerung das Nachsehen gaben und diese in den EHF-Pokal verfrachteten. Nach Mannheim geholt wurden dafür Torsteher Goran Stojanovic (aus Gummersbach) und der Stefansson-Ersatz Krzysztof Lijewski (Hamburg). „Lijewski hat bei uns schon gute Leistungen gezeigt“, erklärt RNL-Manager Thorsten Storm, „und Stojanovic ist ein absoluter Musterprofi.“

Vor dem Hintergrund, dass der Montenegriner in der Vorbereitung verletzt ausfiel, aber zum Rundenstart dann fit war und gleich voll überzeugen konnte.

Ziel der Badener ist einer der ersten drei Plätze in der Bundesliga. „Aber“, meint Gudmundsson, „das können auch andere schaffen: Flensburg, Magdeburg und sicher auch Melsungen.“ Ausdruck des Respekts, den die Löwen vor den Nordhessen haben. Um so viele Zuschauer wie möglich in die Arena zu locken, erhalten Dauerkarteninhaber des 1. FC Kaiserslautern am bundesligafreien Wochenende sogar Sonderkonditionen beim Ticketkauf - mehr Stimmung mit den Roten Teufeln.

Familie Roth dabei

Doch Michael Roth, einst Coach beim RNL-Vorgängerklub SG Kronau/Östringen, hat vorgesorgt. Seine komplette Familie wird ihm in der 14.000 zuschauer fassenden Halle die Daumen drücken. Sogar Zwillingsbruder Uli Roth (früherer Nationalspieler) lässt einen Drittliga-Einsatz als Sportchef bei der SG Leutershausen sausen, um in Mannheim dabei zu sein. Es herrscht Alarmstufe Rot(h).

Von Björn Mahr

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