Alle Augen auf Appelgren: MT zu Gast bei Rhein-Neckar Löwen

Der Eindruck täuscht: Melsungens Mikael Appelgren bereitet der Auftritt in Mannheim selbst kaum Kopfzerbrechen. Foto: Fischer

Melsungen/Mannheim. In 60 Tagen kehrt Mikael Appelgren von der MT Melsungen seiner Wahlheimat Kassel den Rücken.

Und das nicht mehr nur, um sich mit der Handball-Nationalmannschaft der Schweden auf die entscheidenden Qualifikationsspiele für die EM 2016 in Polen vorzubereiten. Denn nach seinem anschließenden Jahresurlaub wird er als neuer Bundesliga-Torwart der Rhein-Neckar Löwen nach Deutschland zurückkehren.

Einen Vorgeschmack auf sein zukünftiges Umfeld bekommt der 25-Jährige am heutigen Dienstag, wenn er mit der MT ab 19 Uhr in der Mannheimer SAP-Arena bei den Löwen gastiert.

„Vor Beginn werde ich bestimmt etwas aufgeregter sein als sonst“, räumt Appelgren ein, „aber sobald das Spiel läuft, bin ich voll konzentriert darauf, eine gute Leistung zu zeigen und meiner Mannschaft zu helfen.“ Den einen oder anderen Spieler aus dem Kader der Mannheimer kennt er bereits: Kim Ekdahl du Rietz aus den Länderspielen mit Schweden, Spielmacher Andy Schmid, Kreisläufer Bjarte Myrhol und Torwart Niklas Landin aus den gemeinsamen Auftritten beim Allstar-Spiel.

Nur zwei von diesen vier Akteuren werden allerdings auch im Sommer noch für die Badener auflaufen. Myrhol heuert zur kommenden Serie in Dänemark bei Melsungens nächstem Europapokal-Gegner Skjern an, und Landin wechselt nach Kiel. „Apfel“ beerbt den Dänen bei den Löwen.

„Ich beschäftige mich selbst nicht mit dem Duell der Torhüter oder mit irgendwelchen Statistiken“, erklärt der blonde Tausendsassa, „damit macht man sich selbst nur zu viel Druck.“ Mit mehr als 400 Paraden hat er bislang so viele Würfe entschärft wie kein anderer seiner Kollegen im Bundesliga-Oberhaus.

Auch sein Trainer Michael Roth hält nichts davon, diese besondere Situation in der Vorbereitung zu thematisieren. Er gab seinem Schützling im Abschlusstraining nur einen Tipp: „Zeig’ ihnen, dass sie einen Super-Torwart verpflichtet haben.“

Seit Wochen präsentiert sich der Skandinavier in hervorragender Verfassung. In Verbindung mit den eigenen Vorderleuten drehte er so mancher Angriffsreihe eine lange Nase. „Richtig zufrieden bin ich mit meinen Leistungen noch nicht“, sagt Appelgren selbstkritisch. In der Hoffnung, dass er sich in den nächsten 60 Tagen noch steigern kann. Der MT winkt die erfolgreichste Bundesliga-Saison in der Vereinsgeschichte - und der Teufelskerl im Melsunger Kasten kann einen erheblichen Betrag dazu leisten, dass die Nordhessen noch Fünfter werden und wieder einen Platz auf europäischer Bühne unter Dach und Fach bringen.

Hinzu kommt die Chance, an den beiden kommenden Wochenenden das Final Four des EHF-Cups in Berlin zu erreichen. „Wenn wir dies alles schaffen“, weiß Appelgren, „wäre das eine Riesensache.“ Und ein passender Abschluss seiner Zeit in Melsungen.

Den Spielplan und Spielberichte gibt es hier.

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