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Beim Meister war mehr drin: MT Melsungen verliert in Magdeburg wegen Fehlern in der Offensive

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Von: Maximilian Bülau

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Elvar Örn Jonsson (Mitte), Magnus Saugstrup (links) und Kay Smits.
Häufig Endstation: So wie hier Elvar Örn Jonsson (Mitte) Probleme hat, an den Magdeburgern Magnus Saugstrup (links) und Kay Smits vorbeizukommen, ging es der MT Melsungen zu häufig. © Alibek Käsler

Erst Berlin, nun Magdeburg – für den Handball-Bundesligisten MT Melsungen standen innerhalb von einer Woche zwei schwere Duelle an.

Kassel/Magdeburg – Früher am Sonntag hatten die Berliner gegen Kiel mit acht Treffern Vorsprung gewonnen und so gezeigt, dass die Drei-Tore-Niederlage der MT in der Vorwoche durchaus als positives Zeichen gewertet werden kann. Wie sich die Melsunger nun gegen den amtierenden Deutschen Meister geschlagen haben, verrät der Schnellcheck.

Was hatte sich MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo überlegt, um die Magdeburger zu knacken?

Der Spanier ließ diesmal von Beginn an mit zwei Kreisläufern in der Offensive spielen, probierte es also in Überzahl und mit leerem Tor im Angriff. Doch anders als zuletzt gegen Berlin hatte dieses taktische Mittel nur selten Erfolg – auch weil die MT allein in Hälfte eins acht Strafminuten kassierte, die Gastgeber keine einzige. Nach einer Auszeit Mitte der ersten Hälfte stellte Parrondo dann um und packte die Offensivüberzahl erst einmal wieder in die Schublade.

Waren die Magdeburger denn so überlegen, wie es viele erwarteten?

Eigentlich nicht. Die MT ging durch Treffer von Arnar Freyr Arnarsson und David Mandic in Führung, erst nach etwa vier Minuten gelang den Magdeburgern der erste Treffer. Lange war es ein Spiel, das die Abwehrreihen und Torhüter dominierten. Dabei nahmen sich MT-Schlussmann Nebojsa Simic (sechs Paraden in Hälfte eins) und SC-Torwart Mike Jensen (sieben) kaum etwas. Der Unterschied im ersten Durchgang: Die MT vergab wieder einmal zu viele freie Würfe, allen voran David Mandic, der gleich dreimal frei vor Jensen scheiterte, dann vom 18 Jahre alten Florian Drosten ersetzt wurde. Drosten markierte das 11:13 in der 28. Minute. Nach der Führung zu Beginn kamen die Melsunger aber nur beim 6:6 durch Elvar Örn Jonsson noch einmal zum Ausgleich (15.). Den Rest der Spielzeit liefen sie einem Rückstand hinterher.

Woran lag das?

In der ersten Hälfte auch am Pech. Gleich viermal scheiterte die MT an Pfosten oder Latte. Über die gesamte Spielzeit gesehen, waren es aber erneut die Fehler in der Offensive, die einen durchaus möglichen Punktgewinn beim Meister verhinderten. Als Arnarsson, mit fünf Treffern bester Werfer der Melsunger, in der 41. Minute auf 16:17 verkürzte, da waren die Gäste eigentlich dran. Doch nur knapp 60 Sekunden später hatten die Magdeburger die Führung wieder auf drei Tore ausgebaut. Spätestens als Gleb Kalarash dreieinhalb Minuten vor dem Ende erneut am Pfosten scheiterte und Jonsson im nächsten Angriff ein technischer Fehler unterlief, war die Niederlage besiegelt. Eine, die wie bereits gegen Berlin nicht nötig gewesen wäre – wenn die MT offensiv mal über 60 Minuten konzentriert bleiben würde.

Woran lag es nicht?

An der Defensive. Das ist das Ärgerliche: Denn die Melsunger standen gerade in der Abwehr richtig gut – obwohl Rogerio Moraes verletzt fehlt. Und obwohl Arnarsson bereits früh seine zweite Zwei-Minuten-Strafe kassierte (17.). Gegen Berlin zuletzt war es Kalarash, der sich lange zurückhalten musste. Die Grundlage für einen Punktgewinn war eigentlich gelegt. Zumal Simic mit am Ende 14 Paraden einen echten Sahnetag erwischte, die MT so immer wieder im Spiel hielt. Der Fairness halber muss aber erwähnt werden: Auch Magdeburgs Jensen hielt richtig stark (ebenfalls 14 Paraden). So kamen die Melsunger trotz vieler Möglichkeiten, nicht mehr heran – und verloren am Ende 23:27.

Wie war die Übertragung im Fernsehen?

Sky-Kommentator Heiko Mallwitz begleitete die Partie sehr ausgewogen. Zu Beginn der Partie sagte er: „Die Torhüter haben auf beiden Seiten in dieser Saison noch nicht die entscheidende Rolle gespielt, keiner kommt auf eine Quote von über 30 Prozent. Das ist zu wenig für ein Spitzenteam.“ An diesem Tag traf das dann nicht zu. Ein Spitzenteam ist die MT aber trotzdem nicht. (Maximilian Bülau)

Statistik

SC Magdeburgs – MT Melsungen 27:23 (15:12)

Magdeburg: Jensen (23 GT./14 P.) - Smits 8/5, Kristjansson 3, O´Sullivan 3, Saugstrup 3, Weber 3, Damgaard 2, Hornke 2, Meister 2, Bezjak 1

Melsungen: Simic (26 GT./14 P.), Morawski (1 GT./0 P.) - Arnarsson 5, Häfner 3, Jonsson 3, Casado 2, Gomes 2, Kalarasch 2, Mandic 2, Martinovic 2/1, Drosten 1, Ignatow 1

Schiedsrichter: Baumgart (Altenheim)/Wild (Elgersweiher)

Zuschauer: 5815

Siebenmeter: 4/5:1/1

Zeistrafen: 2:12 Minuten

Spielstände: 2:2 (8.), 6:6 (15.), 8:11 (20.), 12:15 (30.), 15:17 (36.), 16:17 (41.), 18:21 (47.), 20:22 (52.), 21:24 (55.)

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