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Auffälligkeiten der Handball-EM: Von Julius Kühn über Nebojsa Simic bis zu jubelnden Slowaken

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Von: Björn Mahr

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Stark: Montenegros Nebojsa Simic. Archivfoto: IMAGO IMAGES/TT
Stark: Montenegros Nebojsa Simic. © Imago Images/TT

Ein Coronafall im Team der deutschen Nationalmannschaft, ein montenegrinischer Torwart in Gala-Form und ein Co-Gastgeber in Jubellaune – wir haben ein paar Auffälligkeiten der Handball-EM in der Slowakei und in Ungarn zusammengetragen.

Kassel – Ein Coronafall im Team der deutschen Nationalmannschaft, ein montenegrinischer Torwart in Gala-Form und ein Co-Gastgeber in Jubellaune – wir haben ein paar Auffälligkeiten der Handball-EM in der Slowakei und in Ungarn zusammengetragen.

Positiver Test bei Kühn

Am Freitag war er mit sechs Toren noch ein wichtiger Faktor beim 33:29-Auftaktsieg der DHB-Auswahl gegen Belarus. 24 Stunden nach der Partie dann der Schock: Bei einer der regelmäßigen Testungen wurde beim Melsunger Profi Julius Kühn eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Damit steht er dem Team des Deutschen Handballbundes (DHB) vorerst nicht zur Verfügung – also auch nicht für das letzte Vorrundenspiel am Dienstag ab 18 Uhr (ZDF) gegen die starken Polen.

Gestern wurde der 28-Jährige in Bratislava in ein Quarantäne-Hotel gebracht. „Ich hoffe, dass ich möglichst bald wieder zum Team zurückkehren und das Turnier fortsetzen kann“, sagte Kühn am Sonntag. Er ist symptomfrei. Da die Europäische Handballföderation (EHF) vor der EM die Quarantänezeit für infizierte Spieler auf fünf Tage verringert hat, könnte der MT-Profi in der Hauptrunde wieder dabei sein.

Vorerst nicht mehr einsatzbereit: Julius Kühn wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Vorerst nicht mehr einsatzbereit: Julius Kühn wurde positiv auf das Coronavirus getestet. © Marijan Murat/dpa

Bundestrainer Alfred Gislason nominierte vorsorglich den talentierten Hendrik Wagner vom Zweitligisten Eulen Ludwigshafen nach. Der 24-Jährige könnte gegen die Polen erstmals eingesetzt werden.

Torwart in Top-Form

Genauso wie Kühn trägt auch Torwart Nebojsa Simic sonst das Trikot der MT Melsungen. Bei der Europameisterschaft ist „Simo“, wie ihn Freunde und Fans rufen, für Montenegro im Einsatz. Im zweiten Gruppenspiel gegen Nordmazedonien drehte der Schlussmann mächtig auf. Nach seiner Galavorstellung war sein Name in aller Munde.

Stefan Kretzschmar, als EM-Experte bei Sportdeutschland.tv tätig, erklärte beeindruckt: „Schauen Sie sich die letzten zehn Minuten an: Nebojsa Simic, alles weggenommen.“ Der Mann von der MT kam beim verdienten 28:24-Erfolg auf insgesamt 13 Paraden – allerdings ließ er in der Schlussviertelstunde fast gar nichts mehr zu und wuchs über sich hinaus. Zurecht wurde er als Spieler des Spiels ausgezeichnet. „Ich bin natürlich sehr zufrieden mit meiner Leistung. Es war auch für mich nicht einfach, weil wir vor dem Turnier coronabedingt keine Testspiele hatten und kaum zusammen trainiert haben“, erklärte Simic gestern. Ein großes Kompliment machte er seiner Mannschaft: „Wir haben viel Herz gezeigt. Ich bin stolz auf diese Jungs.“

Starke Russen

Der Topfavorit in der Gruppe F hieß vor dem Turnier Norwegen. Doch nach zwei Spieltagen steht das Team Russlands verlustpunktfrei an der Spitze. Denn die Osteuropäer mit dem aus der Bundesliga bestens bekannten Trainer Velimir Petkovic behaupteten sich am zweiten Spieltag überraschend mit 23:22 gegen die Skandinavier. Mit ihrer kompromisslosen Deckung ist den Russen noch einiges zuzutrauen.

Glückliche Gastgeber

Erst zum vierten Mal in ihrer Geschichte nehmen die Slowaken an einer EM teil – ihr dritter Start liegt zehn Jahre zurück. Jetzt gelang ihnen erstmals ein Sieg. Gegen Litauen gab es in Kosice ein 31:26. Danach jubelte der Co-Gastgeber, als hätte er die Hauptrunde erreicht. Doch dazu bräuchte er jetzt einen Sieg gegen die Russen. Das wird nicht leicht. (Björn Mahr)

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