Mikkelsen geht im Sommer

Aufholjagd, Abgang, Auswärtsspiel: Handball-Bundesligist MT Melsungen im Blickpunkt

Torschütze und Geburtstagskind: Tobias Reichmann.
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Torschütze und Geburtstagskind: Tobias Reichmann.

Nur drei Tage nach dem Sieg gegen die Eulen Ludwigshafen muss Handball-Bundesligist MT Melsungen bereits wieder ran: in Coburg (Sonntag, 16 Uhr, Sky). Zwischendurch wurde seitens der MT bestätigt, dass Lasse Mikkelsen schon im Sommer Melsungen verlassen wird.

Kassel - Erst das Debakel in Flensburg, dann die erfolgreiche Aufholjagd beim 25:23-Sieg gegen die Eulen aus Ludwigshafen und nun der bestätigte Abgang von Spielmacher Lasse Mikkelsen im Sommer – Handball-Bundesligist MT Melsungen sorgt in diesen Tagen für einige Schlagzeilen. Und die Woche ist noch nicht vorbei: Bereits m Sonntag ab 16 Uhr (Sky) gastiert das Team von MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson beim HSC Coburg.

Das letzte Punktspiel vor dem Final Four, das für die Nordhessen an Fronleichnam mit dem Halbfinale gegen die TSV Hannover-Burgdorf beginnt.

Geht im Sommer nach Skjern zurück: Lasse Mikkelsen.

Dass der Däne Mikkelsen die Nordhessen bereits ein Jahr vor Ablauf seines Vertrags verlassen wird, stand nach HNA-Informationen schon seit einigen Wochen fest. Gestern wurde dann die Rückkehr des 33-Jährigen in seine Heimat zu Skjern Handbold offiziell bekanntgegeben. „Ich bin sehr froh, nach Deutschland gekommen zu sein. Das war nicht nur gut für meine sportliche Entwicklung, sondern auch für uns als Familie. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, sagt Mikkelsen, „jetzt freue ich mich, dass wir die für alle Beteiligten beste Lösung gefunden haben.“ Es ist allerdings auch kein Geheimnis, dass diese Saison für ihn alles andere als zufriedenstellend verlaufen ist. Gudmundsson setzte den blonden Schlaks zumeist nur dann ein, wenn Domagoj Pavlovic oder Julius Kühn eine Pause brauchten. So war es am Donnerstag auch gegen die Eulen.

Melsunger Linksaußen: Yves Kunkel.

Da boten die Melsunger keine gute spielerische Leistung. Sie bestachen durch Leidenschaft. „Es war ein Arbeitssieg“, befand Gudmundsson, „wir gehen auf dem Zahnfleisch. Mein Team verdient ein Lob für Kampfgeist und Wille.“

Den Unterschied machte letztlich Torwart Nebojsa Simic. Der Montenegriner war zur Pause für den keineswegs enttäuschenden Silvio Heinevetter eingewechselt worden – und zeigte dann etliche Glanzparaden. „Ich hatte das Gefühl, dass wir zurückkommen können. Ich bin stolz darauf, dass wir das geschafft haben“, bilanzierte Simic, der in der 58. und 59. Minute zwei Strafwürfe pariert und damit seinem Team den nötigen Rückhalt gegeben hatte.

Ansonsten hätte es wohl nicht für einen Erfolg gereicht. „Wir haben nicht viel von dem gespielt, was wir können. Wir haben uns das Leben selbst schwergemacht“, sagte Rechtsaußen Tobias Reichmann. Zwar blieb die Zahl der technischen Fehler im unteren einstelligen Bereich, mit Volldampf trugen die Nordhessen ihre Angriffe aber eben lange Zeit auch nicht vor. Auch eine Folge der 20:36-Pleite am Pfingstmontag in Flensburg. „Wir wollten es unbedingt besser machen, waren aber zu verkrampft“, stellte Linksaußen Yves Kunkel fest, der zusammen mit Geburtstagskind Reichmann wichtige Tore in der Schlussphase warf und damit etwas Druck von den Rückraumschützen Kühn und Kai Häfner nahm.

Nach dem Sieg haben die Melsunger weiter Tuchfühlung zu den Europapokalplätzen. Damit das so bleibt, müssen sie am Sonntag beim Schlusslicht in Coburg nachlegen. „Das Spiel wird noch schwerer“, prognostiziert Reichmann. Der Gegner (siehe auch Hintergrund) hat nur noch eine winzig kleine Chance auf den Verbleib in der Liga, bewies aber mit dem Erfolg am Mittwoch gegen den TVB Stuttgart, dass er sich noch nicht aufgegeben hat.

Starker Melsunger Torwart: Nebojsa Simic.

Die MT kann bei den Franken wieder auf Kapitän Finn Lemke (leichte Gehirnerschütterung) bauen. „Wir haben das Final Four im Hinterkopf, aber trotzdem legen wir den Fokus nur auf das Spiel in Coburg“, betont Gudmundsson. Für die Melsunger wird es im Mai das achte Spiel in 25 Tagen sein. Und auch einer der letzten Auftritte von Lasse Mikkelsen im Trikot des nordhessischen Bundesligisten. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

Hintergrund: MT-Pleite im Hinspiel

Im Dezember kassierten die Melsunger eine unerwartete 27:32-Niederlage gegen Aufsteiger HSC 2000 Coburg. Es war der erste Sieg der fränkischen Gäste in dieser Saison. Mit Coburg hatte die MT schon mal schlechte Erfahrungen gemacht. Zum Auftakt der Runde 2016/17 verlor sie 20:25 gegen den HSC – auch damals war er ein Klassenneuling. Die Nordhessen sind also vor der Mannschaft um den starken Torwart Konstantin Poltrum gewarnt.

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