MT-Spielmacher Lasse Mikkelsen scheitert am Ende am Pfosten

Ausgerechnet Boomhouwer: Ehemaliger Melsunger ärgert die MT

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Da ist es passiert: Jeffrey Boomhouwer (vorn) trifft für den BHC. Im Hintergrund: Lasse Mikkelsen (MT).

Ein nicht ganz unbekannter Spieler sorgte bei der bitteren Niederlage der MT Melsungen für Furore: Jeffrey Boomhouwer. Er erzielte das Siegtor gegen seinen Ex-Club.

Die einen waren bedient, die anderen konnten ihre Freude nicht wirklich genießen. Während die Handballer der MT Melsungen nach der unnötigen 24:25 (14:14)-Niederlage beim Bergischen HC enttäuscht schnell in der Kabine verschwanden, fiel der Jubel bei den Löwen nicht überschwänglich aus. 

Zwar hatten die Hausherren nach elf vergeblichen Anläufen erstmals in der Bundesliga-Geschichte gegen die MT gewonnen. Drch die schwere Verletzung, die sich ihr Rückraumakteur Daniel Fontaine in der zweiten Hälfte zugezogen hatte, war den Gastgebern jegliche Lust an einer Party mit den 2729 Fans genommen.

In der 36. Minute rutschte Fontaine unglücklich weg – und erlitt dabei einen Achillessehnenriss. Das heißt: mehrere Monate Pause. Auf einer Trage musste der Angreifer abtransportiert werden. „Daniel hatte wahnsinnige Schmerzen“, teilte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste mit. „Ein extrem teuer erkaufter Sieg“, kommentierte BHC-Coach Sebastian Hinze. Lange war nicht absehbar, wer als Sieger vom Feld gehen würde. Erst hatten die Melsunger Vorteile, dann die Bergischen Löwen – am Ende war es laut MT-Kreisläufer Marino Maric „wie Roulette“.

In den Schlusssekunden hatte die MT noch die Chance, wenigstens einen Punkt zu retten. Spielmacher Lasse Mikkelsen nahm sich den letzten Wurf, sein Ball schlug aber nicht im BHC-Kasten ein – Torwart Christopher Rudeck und der Pfosten standen im Weg. ,Das Quäntchen Glück war nicht auf unserer Seite“, befand Trainer Heiko Grimm. Doch er musste auch einräumen, dass sich sein Team zwei, drei Undiszipliniertheiten geleistet hatte. Damit meinte er nicht die Rote Karte gegen den zuvor treffsicheren Yves Kunkel (53.) und die Zeitstrafe gegen Tobias Reichmann (60.) – diese Bestrafungen waren vollkommen überzogen. Nein, Grimm ging es vor allem um einige leichte Ballverluste seines Teams – wie in der 34. Minute, als die Gäste zwei Mann mehr auf dem Feld hatten, aber nicht zum Abschluss kamen. Stattdessen schloss der frühere Melsunger Jeffrey Boomhouwer einen Konter zum 16:15 ab.

Überhaupt ließen die Gäste zu viele Tempogegenstöße des Verfolgers zu. „Unser Rückzug war nicht gut genug“, beklagte Mikkelsen. Andererseits ließen auch die Hausherren einiges liegen – und scheiterten in der entscheidenden Phase ein ums andere Mal an Schlussmann Nebojsa Simic. Über weite Strecken war es allerdings nicht das Spiel der Torleute – weder Simic und Johan Sjöstrand noch ihre Gegenüber Rudeck und Bastian Rutschmann präsentierten sich in einem intensiven Spiel in überragender Form.

Dafür überzeugte der Gastgeber in der Abwehr und erstickte im zweiten Abschnitt die Offensivbemühungen der Melsunger wiederholt im Keim. Immerhin ging die MT durch den Schweizer Roman Sidorowicz noch einmal mit 24:23 in Führung (53.). Aber das war’s dann auch.

In der Schlussphase stellte Grimm auf eine 5:1-Deckung um. Dadurch hatte der BHC zwar auch Schwierigkeiten im Positionsspiel, fand aber mit einem zusätzlichen siebten Feldspieler trotzdem noch Lösungen. Die MT nahm ebenfalls anstelle eines weiteren Angreifers den Keeper vom Feld. Dies führte aber dazu, dass Boomhouwer ins verwaiste Melsunger Tor traf – ausgerechnet der Ex-Melsunger Linksaußen.

Service: Das ist der Spielplan der MT Melsungen für die Saison 2018/2019

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