Anwurf am Mittwoch um 19 Uhr in der Flens-Arena

Benjamin Buric steht vor Topspiel zwischen der SG Flensburg-Handewitt und der MT Melsungen im Fokus

Benjamin Buric steht vor Topspiel zwischen der SG Flensburg-Handewitt und der MT Melsungen im Fokus
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Immer gut aufgelegt: Flensburgs Torwart Benjamin Buric.

Ein Topspiel steht in der Handball-Bundesliga an. Die MT Melsungen gastiert am Mittwoch ab 19 Uhr bei der SG Flensburg-Handewitt. Wir blicken im Vorfeld auf Flensburgs Top-Torhüter Benjamin Buric.

Flensburg/Kassel – Kurz nach dem Handball-Länderspiel in der vergangenen Woche zwischen Deutschland und Bosnien-Herzegowina vor leeren Rängen in Düsseldorf kam der Melsunger Profi Kai Häfner mit Gäste-Torwart Benjamin Buric locker ins Gespräch. Beide hielten sich für weitere Interviews bereits. „Wir haben dann ein bisschen darüber geredet, was das aktuell für verrückte Zeiten sind“, berichtet Häfner, „und dass wir uns ja bald schon wieder sehen werden. Wirklich gekannt hatte ich ihn bis dahin nicht.“

Der Bundesliga-Spielplan will es nun so, dass der Halbrechte und der Schlussmann am Mittwoch erneut Gegner sind. Denn dann kommt es ab 19 Uhr (Sky) in der Flens-Arena zum Topspiel zwischen der gastgebenden SG Flensburg-Handewitt und der MT Melsungen. Und Buric ist die unumstrittene Nummer eins bei den Norddeutschen, seitdem er 2018 von der HSG Wetzlar nach Flensburg gewechselt ist. In seinem ersten Jahr an der Förde wurde er mit dem Champions-League-Teilnehmer Deutscher Meister.

Dabei zeichnet sich der 29-Jährige, der am 20. November seinen 30. Geburtstag feiern wird, zum einen durch sein fantastisches Torwartspiel aus. „Er hat ein gutes Gefühl und arbeitet super mit seiner Abwehr zusammen“, lobt Häfner den Bosnier, der nicht nur in der EM-Qualifikation seine Klasse unter Beweis stellte. Nach den ersten sechs Spieltagen hat er zusammen mit Kiels Niklas Landin die beste Fangquote aller Erstliga-Torhüter. Beide kommen auf je 38,8 Prozent gehaltene Würfe. Bislang stehen 62 Paraden für Buric zu Buche.

Zum anderen fällt der 1,97 m große Schlussmann durch sein ansteckendes Lächeln auf. Ob auf oder neben dem Spielfeld – die Mundwinkel zeigen bei ihm stets nach oben. „Es ist immer sehr angenehm mit ihm, selbst bei diesem vollen Terminkalender. Er ist ein total positiver Mensch“, sagt Johannes Golla über Buric.

Der Ex-Melsunger Kreisläufer muss es wissen. Denn auch wenn er zurzeit wegen eines Mittelfußbruchs fehlt, sieht Golla den Bosnier noch etwas öfter als den einen oder anderen SG-Mitspieler. Buric wohnt in Flensburg nur ein paar Meter von ihm entfernt. Es kommt schon mal vor, dass der 29-Jährige Golla und dessen Freundin Elena besucht und zum Essen vorbeikommt. Buric, dessen Zwillingsbruder Senjamin für Zagreb spielt, ist zwar auch in festen Händen, seine Partnerin studiert aber noch und lebt in der Heimat. Als im März die vergangene Saison abgebrochen wurde, trainierten die beiden Flensburger regelmäßig gemeinsam. Da ging es zum Ausdauerlauf schon mal an Flensburgs Ostseeküste entlang.

Das passt zu Buric, der offekundig gern den Atem einer Stadt spürt und deshalb viel in seiner Wahlheimat unterwegs ist. Nachdem er 2016 vom slowenischen Klub RK Velenje nach Wetzlar gekommen war, lernte er sofort fleißig Deutsch. Nun beherrscht er die Sprache gut. „Benjamin ist ein echter Freund geworden“, betont Golla. „Und wie wertvoll er sportlich ist, das sieht man nahezu in jedem Spiel für uns.“

Am Wochenende war jedoch unklar, ob Buric überhaupt am Mittwoch dabei sein kann. Denn nach etlichen Coronafällen im Nationalteam wurde er von den bosnischen Behörden zunächst in Quarantäne geschickt. Nach einem negativen Test durfte er aber nach Deutschland reisen – und sich auf die MT einstimmen.

An einem guten Tag – und davon hat der Schlussmann viele – kann er ein Spiel fast allein entscheiden. Nur ein Beispiel: Zum Auftakt der Serie 2019/2020 gewann Flensburg 24:19 in Kassel gegen die MT – Buric parierte dabei 16 Bälle. Und gelächelt hat er natürlich auch. (Björn Mahr)

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