Melsungen unterliegt Rhein-Neckar Löwen in der dritten Runde des Pokals erst in der Verlängerung

Bittere Pokal-Niederlage – MT gegen Löwen ganz nah dran

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Schwungvoll unterwegs: Melsungens Patrik Fahlgren (links) setzt sich gegen Karol Bielecki von den Rhein-Neckar Löwen durch.

Kassel. Es bleibt dabei: Die MT kann im Pokal nicht gegen die Rhein-Neckar Löwen gewinnen. Auch im vierten Jahr in Folge schieden die Handballer der MT Melsungen gegen den Bundesliga-Rivalen aus. So knapp wie diesmal war es allerdings noch nie.

Denn: Was war das für eine packende Partie? Spannung pur vor 2132 Zuschauern in der Kasseler Rothenbachhalle: Erst nach zehnminütiger Verlängerung mussten sich die Nordhessen in der dritten Runde mit 29:31 (27:27/13:12) geschlagen geben. Bitter, bitter. Schließlich hatten sie die große Chance zum Sieg, den sie sich auch verdient hätten. Aber der Reihe nach.

Wer von Beginn an ein Tore-Feuerwerk nach dem 30:30-Unentschieden der beiden Klubs vor 17 Tagen im Ligaduell in der Mannheimer SAP-Arena erwartet hatte, der sah sich getäuscht. Denn zunächst zeichneten sich erstmal die Torhüter aus. So parierte Melsungens Schlussmann Per Sandström Würfe von Robert Gunnarsson und Krzysztof Lijewski, sein Gegenüber Goran Stojanovic wehrte Bälle von Nenad Vuckovic, Savas Karipidis und Patrik Fahlgren ab. Die ersten Treffer in der spannungsgeladenen Begegnung warf der Gast aus Baden, als Lijewski (4.) und Börge Lund (5.) erfolgreich abschlossen.

Gast fast immer ein Tor vor

Doch dieser kleine Vorteil der Kraichgauer hatte keine Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des ersten Durchgangs. Denn die Hausherren trotzten dem Ausfall ihres zuletzt überragenden Halblinken Grigorios Sanikis (Wirbelblockade). In der zwölften Minute glich Karipidis zum 4:4 aus. Fast bis zur Pause legten die Gäste immer ein Tor vor, und die MT glich aus – obwohl sich der Heimsieben durchaus Möglichkeiten boten, selbst mal in Führung zu gehen. Doch entweder stand Stojanovic einem weiteren Melsunger Treffer im Wege oder die mangelnde Kaltschnäuzigkeit im Angriff. Bis zur 30. Minute, als der gute Felix Danner seine Farben erstmals nach vorn brachte.

Ein Erfolgserlebnis zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt, wie sich nach dem Wiederanpfiff zeigen sollte. Denn da machte zunächst nur das MT-Ensemble die Musik. Es erzielte durch Alexandros Vasilakis, Fahlgren, Danner und Vuckovic, der mehr als nur ein Sanikis-Ersatz war, vier Treffer in Folge (17:12, 36.). In der 46. Minute war der Gast aber wieder dran, nachdem der starke Patrick Groetzki erst auf 19:21 und anschließend Gensheimer zum 21:22 verkürzt hatten.

Es entwickelte sich eine packende Partie, wobei die Nordhessen in der Schlussphase nach Sanikis auch noch Karipidis (Schulterverletzung) ersetzen mussten. Alles war möglich, nachdem Karol Bielecki zum 24:24 ausgeglichen hatte: ein Erfolg der Melsunger, ein Sieg der Badener und erst Recht eine Verlängerung. Wer hat noch etwas zuzusetzen? Beide Klubs hatten in personeller Hinsicht längst alle Trümpfe ausgespielt. Neun Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit hatte die MT noch einmal beim Stand von 27:27 Ballbesitz, der letzte Wurf von Vasilakis wurde aber abgeblockt - also Nachschlag, aber kein Happy-end.

MT: Sandström, Kelentric (ab 54.) - Schöngarth 1, Mansson 1, Fahlgren 6, Vasilakis 3, Hildebrand, Danner 5, Zufelde, Karipidis 3, Allendorf 1/1, Vuckovic 8, Sania, Schweikardt 1/1.

RNL: Stojanovic, Fritz (bei einem 7m) - Schmid, Gensheimer 5/3, Roggisch, Sesum 1, Bielecki 9, Lund 2, Gunnarsson 1, Ruß, Müller, Myrhol 3, Lijewski 3, Groetzki 7. Schiedsrichter: Damian/Wenz (Bingen/Mainz). - Z: 2132.

Von Björn Mahr

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