Vasilakis setzt auf großen Teamgeist

MT mit breiter Brust gegen die Löwen

Melsungen/Mannheim. Euphorie ja, Überheblichkeit nein – trotz des beachtlichen Starts in die Bundesliga-Saison bleiben die Handballer des Tabellenvierten MT Melsungen auch vor der Aufgabe in der Mannheimer SAP-Arena bei den Rhein-Neckar Löwen (heute, 19 Uhr) auf dem Boden der Tatsachen.

„Wir sind super drauf“, sagt beispielsweise Rückraumschütze Alexandros Vasilakis, „das heißt aber nicht, dass wir jetzt die Nase hoch tragen.“

Stattdessen wollen er und seine Kollegen ihre breite Brust zur Schau stellen, die sie sich unter anderem mit zumindest unerwartet klaren Heimerfolgen gegen den VfL Gummersbach und HBW Balingen-Weilstetten verdient haben. Die Vorgabe für das Spiel beim ehemaligen Champions-League-Teilnehmer ist simpel: so teuer wie möglich verkaufen. Als Vorbild dient der Auftritt in Flensburg, wo die Nordhessen vor zwei Wochen dem Gastgeber über weite Strecken der Begegnung ein heißes Duell lieferten, ehe unterm Strich eine 25:28-Niederlage stand.

Michael Roth, der Coach der Melsunger, hat gegenüber seinen Schützlingen eine einfache Rechnung aufgemacht: „Für besondere Ergebnisse muss man besondere Leistungen abrufen. Nur dann hat man in Mannheim eine Chance.“ Was zunächst für die eigene Hintermannschaft gilt, die naturgemäß mehr gefordert sein wird als etwa gegen Balingen – angesichts wurfgewaltiger Rückraumspieler wie Karol Bielecki, Krzysztof Lijewski oder dem zusehends stärker werdenden Serben Zarko Sesum. Möglich, dass Roth nun Christian Hildebrand und Michael Allendorf als Halbe in einer 6:0-Deckung auf die Schützen des Gegners ansetzt. Alternativ könnte der MT-Trainer auch mit einer 5:1-Variante aufwarten, um das Kombinationsspiel der Badener empfindlich zu stören.

„Es geht nur über bedingungslosen Teamgeist“, betont Vasilakis, der noch nie etwas Zählbares aus der SAP-Arena mitnehmen konnte – weder mit Melsungen noch zuvor mit Magdeburg und Düsseldorf. „Bisher“, ergänzt der Grieche, „ist uns noch keine Überraschung gelungen. Vielleicht klappt es jetzt mal.“ Zumal die personelle Ausgangslage unverändert gut ist. Roth hat nach wie vor alle Mann an Bord.

Dagegen musste Gegenüber Gudmundur Gudmundsson in dieser Woche vier Tage ohne seine deutschen Nationalspieler Oliver Roggisch, Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki und Michael Müller im Training auskommen, die bei einem Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft weilten. „Das hat unsere Vorbereitung auf diese Partie schon beeinträchtigt“, bedauert der isländische Handball-Lehrer. Um eines braucht sich Gudmundsson jedoch keine Gedanken zu machen: Nämlich, dass sein Team die MT unterschätzt – so gut, wie diese in die neue Runde gestartet ist.

Von Björn Mahr

Rubriklistenbild: © Foto: Fischer

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