Die breite MT-Brust ist gefragt

Bundesliga-Schlager: Melsunger Handballer reisen nach Magdeburg

Will mit Melsungen die gute Auswärtsbilanz ausbauen: Torwart Johan Sjöstrand. Foto: Fischer

Kassel. Meister Kiel? Spielt nicht. Und Flensburg, der Champions-League-Sieger von 2014? Ebenfalls nicht. Und doch ist heute Festtag in der Männer-Bundesliga – der Super-Sonntag.

Erst gastiert die MT Melsungen als Tabellendritte ab 15 Uhr (live bei Sport 1) in der Getec-Arena beim Europapokal-Teilnehmer und aktuellen SC Magdeburg, ab 17.15 Uhr wird das Heimspiel des verlustpunktfreien Spitzenreiters Rhein-Neckar Löwen gegen den Viertplatzierten HSG Wetzlar angepfiffen.

Zwischenstände der Partie finden Sie auf www.kassel-live.de.

„Wir treten mit breiter Brust an“, sagt Melsungens Schlussmann Johan Sjöstrand vor einer Partie, die aus verschiedenen Gründen große Bedeutung hat.

1. Die Tabellensituation: Gewinnen die Nordhessen diese Partie, dann sind sie wieder Tabellenzweiter. „Es macht schon Spaß, Zweiter zu sein“, sagt MT-Trainer Michael Roth. Obwohl sein Team deutlich vor den auf dem achten Platz liegenden Hausherren rangiert, sieht er keine klare Rollenverteilung: „Wir sind in diesem Duell nicht der Favorit.“ Zumal die Bördestädter nicht den Anschluss an die Spitze verlieren wollen und ihre Anwartschaft auf einen Europapokalplatz untermauern möchten.

2. Die Formüberprüfung: Ist die MT schon eine echte Spitzenmannschaft? Kann sie vielleicht sogar im Kampf um die Champions-League-Ränge mitmischen? Beim Überraschungssieg in Flensburg zeigten die Melsunger ihr Potenzial. Magdeburg ist ein richtiger Gradmesser. „Das ist nun unsere Reifeprüfung. Jetzt können wir beweisen, wie stress-resistent wir wirklich sind“, betont Roth. Vor allem, weil in der Arena eine hitzige Atmosphäre herrscht. Weit mehr als 6000 Karten hat der SCM bereits im Vorverkauf abgesetzt.

3. Der Goldene Oktober: Kantersieg in Lübbecke, Schützenfest gegen Lemgo: In diesem Monat lief es bisher hervorragend für die MT. Jetzt ein Erfolgserlebnis in Magdeburg, dann das Weiterkommen am kommenden Mittwoch im Pokal bei Hannover-Burgdorf und zum Abschluss am nächsten Samstag die nächsten Zähler in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den Bergischen HC wären so ganz nach dem Geschmack der Melsunger. Umso mehr, weil im November die harten Prüfungen gegen Göppingen, Rhein-Neckar Löwen und Kiel warten.

Rechtsaußen Johannes Sellin warnt aber vor Magdeburg: „Das wird extrem schwer.“ Immerhin: Mit den erfahrenen Schiedsrichtern Christoph Immel und Ronald Klein machte die MT in dieser Serie schon gute Erfahrungen: Es gab Siege gegen die Füchse Berlin und den TuS N-Lübbecke.

4. Die Auswärtsbilanz: In fremden Hallen ist Melsungen in dieser Serie noch unbezwungen: 9:1 Zähler. Diese Ausbeute soll noch mit zwei weiteren Punkten angereichert werden. „In Magdeburg müssen wir ein Topspiel abliefern“, betont Regisseur Timm Schneider. Ein kleines Fragezeichen steht lediglich hinter dem Einsatz von Christian Hildebrand (grippaler Infekt).

5. Das Renommee: Auch wenn die MT bislang der einzige echte Verfolger der Löwen ist, das bundesweite Interesse an diesem Klub ist immer noch vergleichsweise gering. Am Sonntag kann Melsungen Werbung in eigener Sache machen. Noch dazu, weil das Spiel im Fernsehen gezeigt wird.

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