DHB-Team noch ohne Kohlbacher

Coronafälle bei Serben: Handball-Nationalmannschaft braucht einen neuen Testspielgegner

Zwei deutsche Rückraumspieler im Gespräch: Philipp Weber (links) und Julius Kühn.
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Zwei deutsche Rückraumspieler im Gespräch: Philipp Weber (links) und Julius Kühn.

Die Handball-Nationalmannschaft ist auf der Suche nach einem neuen Testspielgegner. Die eigentlich vorgesehenen Serben sagten coronabedingt ab.

Kassel – „Neues Jahr, neues Team“ – mit einem Live-Talk unter diesem Motto gab die Handball-Nationalmannschaft gestern Mittag ihren Fans einen Überblick über den Stand der EM-Vorbereitung. Seit dem Wochenende stimmt sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Großwallstadt auf das am 13. Januar in der Slowakei und in Ungarn beginnende Turnier ein.

Aber noch während Kapitän Johannes Golla über die Qualität des Teams sprach, der DHB die Firma Auto-Hero als seinen neuen Hauptsponsor vorstellte und das deutsche Trikot für das Jahr 2022 präsentiert wurde, machte im Netz bereits eine schlechte Nachricht die Runde. Die Serben, die am Freitag ab 16 Uhr (ARD) in Mannheim sowie am Sonntag ab 19.05 Uhr (Sport 1) in Wetzlar als deutscher Testspielgegner eingeplant waren, mussten ihr Kommen absagen – wegen positiver Coronatests bei Spielern und Betreuern.

„Wir haben Verständnis für die Situation der Serben und wünschen den Betroffenen erst mal alles Gute“, erklärte DHB-Vorstand Mark Schober während einer virtuellen Pressekonferenz gestern Nachmittag. Zugleich verlieh er aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Team am Freitag und Sonntag zwei Tests absolvieren kann: „Ich gehe davon aus, dass es uns gelingt, die Spiele umzusetzen. Wir sprechen mit mehreren Verbänden.“ Ziel des DHB: bis heute einen Ersatz finden.

Doch ganz einfach wird diese Aufgabe für die Verbandsverantwortlichen nicht sein. Zum einen hatten mehrere andere Nationen schon für das Wochenende Vorbereitungsspiele vereinbart. Zum anderen sind die Serben nicht das einzige Team, das aktuell von Corona-Problemen betroffen ist. EM-Teilnehmer Montenegro hat einige Fälle, bei Dänemark wurde Bundesliga-Torwart Jannick Green positiv getestet.

Das DHB-Team musste noch keine Rückschläge dieser Art einstecken. Alle PCR-Tests waren negativ. Wie Sportvorstand Axel Kromer gestern erläuterte, sind alle 18 Spieler für die Vorbereitung in Einzelzimmern untergebracht. Überall, wo sie auf dem Gelände in Großwallstadt Hotelmitarbeitern begegnen können, gilt eine strenge Maskenpflicht.

Eigentlich würde der deutsche Kader 19 Akteure umfassen – Kreisläufer Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen steht aber wegen Adduktorenproblemen noch nicht zur Verfügung. Dennoch zieht Bundestrainer Alfred Gislason nach den ersten Tagen ein positives Zwischenfazit: „Die Vorbereitung läuft bislang gut. Es macht Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten. Mal läuft es im Training überragend, mal bricht das Chaos aus. Das ist aber ganz normal.“

Der Isländer hat – auch durch einige Absagen arrivierter Spieler bedingt – etliche Neulinge im Kader: wie den Leipziger Torhüter Joel Birlehm und den Lemgoer Rechtsaußen Lukas Zerbe. Neffe des früheren Nationalspielers Volker Zerbe. „Ich habe meinen Onkel früher im Fernsehen gesehen, es macht mich stolz, nun selbst in der Nationalmannschaft zu spielen“, sagt der 25-Jährige vor seiner ersten EM-Teilnahme.

Die erfahrenen Kräfte im DHB-Aufgebot sind fünf Europameister von 2016. Dazu gehören neben den beiden Melsungern Julius Kühn und Kai Häfner noch Torwart Andreas Wolff, Simon Ernst und der zurzeit noch fehlende Kohlbacher. Auch der dritte MT-Profi im Team, Timo Kastening, sowie Philipp Weber, Patrick Wiencek und Golla sammelten schon viel internationale Erfahrung. Seinen ersten Einsatz bei der EM hat Deutschland am Freitag, 14. Januar – dann geht es ab 18 Uhr in Bratislava gegen Belarus. Der frühere Melsunger Golla lobt den Ehrgeiz der verjüngten DHB-Mannschaft: „Jeder Spieler wird voll motiviert und gut vorbereitet in die EM starten.“  (Björn Mahr)

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