Handball-Bundesliga

Coronafall bei der MT Melsungen: Kapitän Finn Lemke infiziert - Spiel abgesagt

Positiv getestet wurde Finn Lemke von Handball-Bundesligist MT Melsungen.
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Positiv getestet: Finn Lemke von Handball-Bundesligist MT Melsungen.

Schlechte Nachrichten für Handball-Bundesligist MT Melsungen: Kapitän Finn Lemke wurde positiv auf Corona getestet. Das für Samstag geplante Spiel gegen den SC Magdeburg ist abgesagt.

Kassel – Es sollte für Handball-Bundesligist MT Melsungen die Woche der Topspiele werden – nun ist alles anders gekommen. Seit gestern um 20.37 Uhr steht fest: MT-Kapitän Finn Lemke wurde positiv auf Covid-19 getestet. Wie das zuständige Gesundheitsamt am Abend bestätigte, brachte auch ein zweiter Test beim 2,10-m-Hünen ein positives Ergebnis.

Das bedeutet: Nachdem bereits die Partie am Mittwoch bei der SG Flensburg-Handewitt vorsorglich verlegt wurde, muss nun auch das für morgen geplante Heimspiel gegen den SC Magdeburg ausfallen. Der Rest des Teams muss sich als Kontakpersonen ersten Grades voraussichtlich für 14 Tage in häusliche Isolation begeben.

„Das ist eine bittere Nachricht für Finn, für unsere Mannschaft und für den gesamten Verein. Ganz obenan steht natürlich unser Wunsch, dass Finn die Infektion möglichst schnell und vor allem unbeschadet überwindet”, sagte Manager Axel Geerken.

Mittlerweile sind damit vier deutsche Nationalspieler erkrankt. Zuvor waren schon drei weitere Fälle bekannt geworden: Bei der Länderspielreise der deutschen Nationalmannschaft hatten sich auch der Stuttgarter Torwart Johannes Bitter, der Berliner Rückraumakteur Marian Michalczik und inzwischen auch Mindens Spielmacher Juri Knorr mit dem Virus infiziert. Mit Julius Kühn, Tobias Reichmann, Lemke, Timo Kastening und Kai Häfner waren fünf Melsunger Profis ebenfalls bis zum Schluss am Sonntagabend beim Lehrgang der DHB-Auswahl dabei. Schlussmann Silvio Heinevetter war indes bereits vor einer Woche nach dem ersten Spiel der EM-Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina abgereist - und fehlte damit bei der Begegnung in Estland.

Seit Montag wurden die Melsunger Profis mehrfach getestet. Am Dienstagmittag hatte sich der MT-Tross auf den Weg in Richtung Flensburger Förde gemacht. Noch am späten Abend nahm Melsungens Manager Axel Geerken Kontakt mit SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke auf – sie verständigten sich in Absprache mit der Handball-Bundesliga (HBL) darauf, die Partie in der Flens-Arena abzusagen. So ging es für das Team am Mittwoch unverrichteter Dinge zurück nach Melsungen – eine weitere Testung inklusive.

Am Donnerstagvormittag bekamen die Melsunger dann die schlechte Nachricht von einem Verdachtsfall - beim Krafttraining. Wobei die fünf Nationalspieler, die am Donnerstag erneut getestet wurden, ohnehin vom Rest des Teams schon getrennt waren. Das für Donnerstagnachmittag geplante Mannschaftstraining wurde umgehend abgesagt. ie Mannschaft begab sich umgehend in freiwillige häusliche Isolation.

Dass das Spiel morgen nicht stattfinden wird, ist für die Melsunger besonders bitter. Denn die Partie wollte nicht nur Bezahlsender Sky, sondern auch die ARD in ihrer Sportschau live und in voller Länge zeigen. Es wäre das erste Mal in der MT-Geschichte gewesen, dass ein Spiel in der Kasseler Rothenbach-Halle live im ersten Programm ausgestrahlt worden wäre. Die Aussicht, vor einem Millionen-Publikum anzutreten, hatten die Melsunger dazu genutzt, um die Werbung auf der LED-Bande für diese Partie extra zu vermarkten.

Wann die ausgefallenen Spiele nachgeholt werden, steht nicht fest. Ein Terminchaos wird immer wahrscheinlicher.

Für die MT ist die aktuelle Situation nicht ganz neu. Ende August vor dem Europapokal-Hinspiel in Silkeborg hatten die Melsunger einen Coronafall im Betreuerstab. Damals mussten Heinevetter und Lemke in eine 14-tägige Quarantäne. Die Partie konnte aber dennoch stattfinden (Björn Mahr)

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