Einige Nordlichter stehen Sonntag im Fokus

MT Melsungen gegen Leipzig: Man spricht Dänisch

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Gute Ansätze: MT-Neuzugang Simon Birkefeldt.

Kassel. Beim Heimspiel der MT Melsungen am Sonntag ab 16 Uhr in der Handball-Bundesliga gegen den SC DHfK Leipzig stehen einige Dänen im Blickpunkt. 

Die älteren Fans der MT Melsungen werden sich noch erinnern: Zu Zweitliga-Zeiten glänzte ein gewisser Claus Holm Pedersen im Angriffszentrum der Nordhessen – der Regisseur zeichnete sich unter anderem dadurch aus, dass er beidhändig abschließen konnte. Seither spielten immer mal wieder dänische Handballer für den Bundesligisten. Kreisläufer Thomas Klitgaard avancierte vor zehn Jahren sogar zum Publikumsliebling.

Beim Heimspiel des Erstligisten am Sonntag ab 16 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den SC DHfK Leipzig heißt es gleich aus mehreren Gründen: Man spricht Dänisch.

Die Freunde

Ab dieser Saison treten die Melsunger mit zwei Dänen an: Nach Spielmacher Lasse Mikkelsen im Vorjahr wechselte nun noch Simon Birkefeldt von TTH Holstebro an die Fulda. Und der 27-Jährige trifft am Sonntag auf einen seiner besten Kumpels: Patrick Wiesmach. Seit der Jugendnationalmannschaft kennen und schätzen sie sich. Sogar die Eltern der beiden Kumpels verbindet eine große Freundschaft. Kein Wunder also, dass diese am Sonntag extra aus Dänemark nach Kassel anreisen, um ihre Söhne in dieser wichtigen Partie anzufeuern.

Für Birkefeldt gilt dasselbe wie für Wiesmach: Sie haben nach ihrem Wechsel nach Deutschland schnell in der Bundesliga Fuß gefasst und ihre Torgefahr unter Beweis gestellt. Die MT-Neuverpflichtung traf bei der 26:34-Niederlage am Mittwoch bei den Rhein-Neckar Löwen sechsmal. Der Leipziger Außen war insgesamt bislang 15-mal erfolgreich. „Patrick ist schnell, klaut gern einmal dem Gegner den Ball, läuft gute Tempogegenstöße und macht fast aus jeder Chance ein Tor“, lobt Birkefeldt seinen Landsmann.

Der Rückkehrer

Genauso wie die MT hat auch der Sportclub aktuell zwei Dänen im Kader. Wobei der zweite erst vor ein paar Tagen aus Arhus geholt wurde. Wegen großer Verletzungsprobleme – bei Leipzig fallen zurzeit fünf Akteure aus – entschied sich der Klub dazu, Torwart René Villadsen als Ersatz für Kapitän Jens Vortmann unter Vertrag zu nehmen. Und der Hüne erwartet bei seinem dritten Saison-Einsatz gleich ein besonderes Spiel. Denn: Bis 2017 stand er noch für die Melsunger zwischen den Pfosten, ehe er in sein Heimatland zurückging.

Mit Leipzig in Kassel: der Ex-Melsunger René Villadsen.

„Wenn ein Angebot aus Deutschland kommt, muss man darüber reden“, sagt Villadsen – und tat dies auch mit den Verantwortlichen in Arhus. Da der Verein noch zwei weitere Keeper hat, bekam er die Erlaubnis, für zehn Monate nach Leipzig zu gehen und dort Stammtorwart Milos Putera zu entlasten.

Sein Einstieg war kein Problem: „Leipzig hat eine gute Truppe, da ist es leicht, reinzukommen.“ Zudem hat er nach seiner Rückkehr nach Dänemark weiter kräftig Deutsch gelernt. Diese Kenntnisse braucht er für seine berufliche Zukunft – Villadsen macht nebenbei eine Ausbildung zum Kaufmann. Auch sportlich sieht er keine Schwierigkeiten, dem neuen Team zu helfen. Der Grund: Die 6:0-Deckung funktioniert ähnlich wie in Arhus. „Es geht nicht so sehr um den Block, wie das etwa bei der MT der Fall ist“, erklärt Villadsen.

In Kassel trifft er einige gute Bekannte wieder. Zum Beispiel Kreisläufer Felix Danner, der ihn in Arhus sogar mal mit seiner Familie besuchte. Momentan lebt Zwei-Meter-Mann Villadsen noch in einem Hotel in Leipzig. Demnächst bezieht er aber in der sächsischen Metropole eine Wohnung. Seine Lieben sind diesmal in Dänemark geblieben. Nach der Partie in Kassel darf er allerdings einen Abstecher nach Arhus machen, um Zeit mit Frau Belinda und den beiden Söhnen Valdemar und Arthur zu verbringen.

Hintergrund

Handball-Bundesligist MT Melsungen kann im Heimspiel am Sonntag ab 16 Uhr gegen den SC DHfK Leipzig wohl wieder mit Tobias Reichmann antreten. „Es sieht gut bei ihm aus“, sagt MT-Trainer Heiko Grimm. Zuletzt fehlte der Rechtsaußen wegen eines fiebrigen Infekts. „Wir werden eine extrem kampfbereite Mannschaft aufs Feld schicken“, verspricht Grimm. Nach der 26:34-Pleite bei den Rhein-Neckar Löwen hatte er das schlechte Zweikampfverhalten moniert. „Wir haben Defizite in diesem Bereich, und die müssen wir jetzt verbessern.“ (bjm)

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