DHB-Team erwischt schwere Gruppe

Dagur Sigurdsson geht deutscher Handball-Nationalmannschaft in Tokio erst einmal aus dem Weg

Bei den Sommerspielen 2016: Der damalige Bundestrainer Dagur Sigurdsson (MItte) gibt dem DHB-Team einige Anweisungen. Vorn von links: Tobias Reichmann, Kai Häfner, Fabian Wiede und Patrick Wiencek.
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Das war bei den Sommerspielen 2016: Der damalige Bundestrainer Dagur Sigurdsson (MItte) gibt dem DHB-Team einige Anweisungen. Vorn von links: Tobias Reichmann, Kai Häfner, Fabian Wiede und Patrick Wiencek.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft muss beim olympischen Turnier im Sommer schon in der Vorrunde einige dicke Brocken aus dem Weg räumen.

Kassel – Nein, mit seiner Ex-Mannschaft Deutschland wollte es Dagur Sigurdsson dann doch nicht schon in der Gruppenphase des olympischen Handball-Turniers in Tokio zu tun bekommen. Nachdem die Auslosung am Sitz des Weltverbandes IHF in Basel fast abgeschlossen war, musste sich der isländische Coach der Japaner nur noch mit seinem Team entscheiden, ob sie in Gruppe A oder in Gruppe B starten wollen.

Ein Zugeständnis an den Gastgeber. Fünf Minuten hatten sie dafür Zeit – doch schon nach 60 Sekunden teilte Sigurdsson während dieser Videokonferenz den Entschluss aus dem Trainingslager der Japaner mit. Und die Wahl fiel auf Gruppe B, in der die Gegner Bahrain, Ägypten, Portugal, Schweden und Titelverteidiger Dänemark heißen werden.

Damit geht Sigurdsson zunächst einem Wiedersehen mit dem deutschen Team aus dem Weg, das er 2016 noch in Rio zur Bronzemedaille geführt hatte. „Wir haben unsere Spieler mehr oder weniger wählen lassen, nur wenn sie die falsche Wahl getroffen hätten, hätte ich das Kommando übernommen“, erklärte der Nationaltrainer des Olympia-Gastgeberlandes.

Seine ehemalige Mannschaft erwarten gleich dicke Brocken. Zum Auftakt am 24. Juli steht das Duell mit den Spaniern an, gegen die die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bei der WM im Januar in Ägypten bereits eine bittere Niederlage einstecken mussten. Danach folgen die Partien gegen Argentinien (26. Juli), Frankreich (28. Juli), Norwegen (30. Juli) und Brasilien (1. August), ehe es mit der Runde der letzten Acht weitergeht.

„Die Gruppe ist der Hammer“, stellt Rechtsaußen Timo Kastening von der MT Melsungen fest. Mit Blick auf mögliche leichtere Gegner in den späteren Überkreuzvergleichen sagt er aber auch: „Das kannst du drehen und wenden. Vielleicht fragen Sie mich mal besser nach dem Spanien-Spiel.“

Für Kastening wäre es die erste Olympia-Teilnahme. Der Handballer des Jahres 2019 darf sich gute Chancen auf eine Nominierung ausrechnen. Der 25-Jährige betont aber: „Erst einmal hoffe ich, gesund zu bleiben und dabei zu sein.“ Bei der Olympia-Ausscheidung Mitte März in Berlin standen mit Silvio Heinevetter, Kai Häfner und Julius Kühn auch drei Melsunger Klubkameraden im Kader von Bundestrainer Alfred Gislason. Ebenso dabei: sein Zimmerkollege Fabian Böhm, mit dem er bis zum Frühling 2020 bei der TSV Hannover-Burgdorf zusammengespielt hat.

Jede Nation erhält 14 Kaderplätze. Sollten zusätzliche Spieler die Reise mit nach Japan antreten, müssten sie bis zu ihrer Nominierung außerhalb des Olympischen Dorfes wohnen. (Björn Mahr)

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