Handball-Nationalmannschaft: Trainer Heuberger setzt auf Melsunger Kreisläufer

Danner vor Durchbruch

Entschlossen und durchsetzungsstark: Melsungens Kreisläufer Felix Danner, dem nach den EM-Qualifikationsspielen mit der deutschen Nationalmannschaft sogar die Weltmeisterschaft winkt. Foto: Schachtschneider

Melsungen. „Die Zeit der Experimente ist vorbei“, sagt Martin Heuberger, Bundestrainer der Deutschen Handball-Nationalmannschaft. Für Felix Danner ist das eine gute Nachricht.

Denn: Der Melsunger zählt zum Kader des A-Teams für die Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft am Donnerstag (19 Uhr in Mannheim) gegen Montenegro und am Sonntag gegen Israel (in Rishon Lezion). Und hat gute Karten für die Weltmeisterschaft in Spanien (11. bis 27. Januar), die nur zwei Lehrgänge und zwei Testspiele später auf dem Programm steht. „Das wäre genial“, sagt der MT-Kreisläufer.

Klingt nach Durchbruch in der DHB-Auswahl. Nach zwei Spielen in der B- und zwei in der A-Nationalmannschaft. Nach guten Kritiken des Brand-Nachfolgers. Und nach starken Leistungen im Team des heimischen Bundesligisten, wo der 27-Jährige mittlerweile zu einem Leistungsträger avanciert ist.

Mit langem Atem. Erst hatte Felix Danner nach seinem Wechsel 2009 vom Zweitligisten HR Ortenau an die Fulda Thomas Klitgaard am Kreis vor sich, danach Weltmeister Klimovets. Doch der Modellathlet blieb dran und fand in Trainer Roth seinen entscheidenden Förderer. Denn der ließ vor der Saison 2011/2012 Andrej Klimovets ziehen, setzte stattdessen in Angriff und Mittelblock auf das eher unerfahrene Duo Danner/Mansson - und wurde für seinen Mut zum Risiko belohnt.

Insbesondere der gebürtige Freiburger startete noch mal durch. „Er hat sehr schnell gelernt, auch in Bedrängnis Tore zu machen, wo er früher damit zufrieden gewesen wäre, einen Siebenmeter heraus zu holen“, beschreibt Michael Roth die größten Fortschritte seines ehrgeizigen, aber „immer kritikfähigen“ Schützlings. Die dokumentierte dieser beispielsweise mit seinen elf Treffern beim 30:29-Erfolg gegen Hamburg. Die hervorragende Athletik hatte er schon vorher, ebenso eine ausgeprägte Antizipation bei Abprallern.

Mit Roggisch im Mittelblock

Nun bildet Felix Danner zusammen mit Patrick Wiencek das Kreisläufer-Duo im Heuberger-Team, hat sich dabei aufgrund seiner Abwehrstärke gegen Christoph Theuerkauf (Balingen) und Evgeni Pevnov (Berlin) durchgesetzt. „Genau die richtige Wahl“, sagt der MT-Coach, der sich die beiden mittelfristig auch als Mittelblock der deutschen Nationalmannschaft vorstellen kann, wo derzeit noch Oliver Roggisch gesetzt ist. Der Weltmeister von 2007, von dem Felix Danner nach eigenen Angaben „noch viel lernen kann.“

Auch sein Vereinstrainer sieht weiteres Potenzial bei seinem derzeit einzigen deutschen Nationalspieler, insbesondere was dessen Beinarbeit und Wurftechnik betrifft. Ebenfalls eine gute Nachricht. Denn sollte Felix Danner weiterhin so intensiv und erfolgreich an sich arbeiten, könnte er auch im DHB-Team eine feste Größe werden. Wie bei der MT Melsungen.

Von Ralf Ohm

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