Kein Wunschgegner

Handballer feiern Final-Four-Teilnahme: „Sahnehäubchen“

Jubeltraube: Die Melsunger Mannschaft feiert ausgelassen den Triumph in Eisenach. Links im Bild: Patrik Fahlgren. Rechts: Per Sandström. Fotos: Willms
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Jubeltraube: Die Melsunger Mannschaft feiert ausgelassen den Triumph in Eisenach. Links im Bild: Patrik Fahlgren. Rechts: Per Sandström.

Melsungen. „Nach 17 Jahren sind wir wieder dabei“, frohlockte Barbara Braun-Lüdicke, „man kommt aus dem Grinsen nicht heraus.“ Wie auch Trainer Michael Roth und Manager Axel Geerken genoss die Aufsichtsratsvorsitzende des Handball-Bundesligisten MT Melsungen nach dem 31:25-Sieg im Pokal-Viertelfinale beim ThSV Eisenach das Bad in der Menge.

„Der Einzug ins Final Four in Hamburg ist ein Sahnehäubchen“, stellte Roth fest - und ergänzte augenzwinkernd: „Es macht auch keinen Spaß, immer nur als Zuschauer und Freund von Martin Schwalb die Spiele verfolgen zu können.“ Gut möglich, dass sich Roth und sein Kumpel sogar auf dem Feld begegnen, weil neben dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt auch Schwalb mit dem HSV Hamburg qualifiziert ist.

SO GEHT ES WEITER

Am Wochenende des 13. und 14. April werden in der O2 World, der Heimspielstätte des HSV, die Halbfinals und das Endspiel ausgetragen. Die Halle liegt direkt neben der Imtech-Arena wo die Hamburger Bundesliga-Fußballer beheimatet sind. Ausgelost wird die Vorschlussrunde am 12. Februar, unmittelbar vor der Partie des HSV gegen Magdeburg. Einen Wunschgegner haben die Nordhessen nicht. Flensburg muss es allerdings nicht unbedingt als Halbfinal-Kontrahent sein. Klar, die SG ist die einzige Mannschaft, gegen die die MT noch nie in der 1. Bundesliga gewinnen konnte.

SO SIND DIE REAKTIONEN

Bis gestern nachmittag hatten schon 50 MT-Fans über die Internetseite www.mt-melsungen.de eines der Pakete gebucht, das der Verein seinen Anhängern anbietet: u.a. mit Fahrt im Sonderzug, Hotelübernachtung, Dauerkarte und Melsunger Final-Four-T-Shirt. Andere holten sich in der Geschäftsstelle das entsprechende Formular ab. „Das ist eine tolle Sache für die Region und für die Mannschaft ein besonderes Erlebnis“, kommentierte Ralf Horstmann (Trainer beim Drittligisten Eintracht Baunatal) das Weiterkommen. Der Spielmacher trug 1996 das MT-Trikot, als die Handballer aus der Fuldastadt als Zweitligist das erste Mal beim Finalturnier am Start waren: „Jetzt ist der Europapokal ganz nah.“

SO GEHT ES NACH EUROPA

Bis 2015 wollen Roth und seine Schützlinge ins internationale Geschäft kommen. Durch die Teilnahme an der Pokal-Endrunde reicht voraussichtlich schon ein Sieg, um im EHF-Pokal auflaufen zu können. Denn laut der Statuten ist der Vize-Pokalsieger startberechtigt, wenn der Sieger einen Platz in der Champions League sicher hat. Davon ist zumindest bei Kiel und Flensburg auszugehen. Zwar sind die Melsunger in diesem erlesenen Feld nur Außenseiter, aber nur Statisten wollen sie auch nicht sein. „Wir werden alles reinlegen, um ein Spiel zu gewinnen“, betont Schlussmann Per Sandström.

Von Björn Mahr

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