Der beste Start seit fünf Jahren

MT Melsungen begeistert gegen den TBV Lemgo

Nebojsa Simic
+
Starker Rückhalt: Nebojsa Simic

Dem hart erkämpften Auftakterfolg der MT Melsungen in Balingen folgte am Dienstag ein erhofftes, aber so nicht zu erwartendes glanzvolles Heimdebüt.

27:21 (13:8) gewann die MT Melsungen gegen den TBV Lemgo Lippe und feierte mit dem zweiten Sieg den besten Saisonstart in der Handball-Bundesliga seit fünf Jahren. 2015 gab es sogar fünf Erfolge am Stück. Die Chance zum dritten Coup hat die MT nun am kommenden Sonntag beim Gastspiel in Erlangen.

1546 statt der erlaubten 2100 Fans feierten nach sieben Monaten Handball-Abstinenz einen furiosen Auftritt der MT. Die hatte zuletzt am 10. Februar 2013 eine Heimniederlage (29:34) gegen den westfälischen Nachbarn kassiert. Diesmal stand als einziger Neuer Timo Kastening in der Startformation. Und der Linksaußen machte prompt nach nur 80 Sekunden Elissons 0:1 wett.

Es sollte Lemgos einzige Führung bleiben. Denn nun avancierte Julius Kühn zum Mann der ersten Viertelstunde. Vier seiner ersten fünf Würfe versenkte der Kanonier bis zum 6:4 (12.) und war dabei von allen Rückraum-Positionen erfolgreich. Aber auch in der Abwehr war der Hüne gefordert, denn immer wieder versuchte es Lemgo von der halbrechten Position.

Doch hinter Kühn stand mit „Simo“ Simic ein erneut starker Rückhalt. Mit sieben Paraden hatte er hinter der sehr beweglichen, offensiv ausgerichteten 6:0-Abwehr großen Anteil daran, dass der TBV – der zuvor Neuling Coburg glatt 33:26 bezwungen hatte – bis zur Pause nur zu acht Treffern kam und auf 21 am Ende.

Auf der anderen Seite hatten die Gäste zunächst auf die 72-Jahre-Erfahrung ihres Zwillingsbollwerks gesetzt. Tatsächlich hatten die Guardiola-Brüder im Innenblock schon nach sieben Minuten MT-Kreisläufer Arnar Arnarsson aufgerieben, doch das bewegliche, variable Offensivspiel der Melsunger fand schnell die entscheidenden Lücken.

Die MT setzte um, was Trainer Gudmundur Gudmundsson gefordert hatte, agierte geduldig und im richtigen Moment mit Biss. Bei Kastenings 8:5 (21.) waren erstmals drei Tore Vorsprung gebucht, bei Domagoj Pavlovics 12:7 (27.) gar fünf. Den Schlusspunkt mit dem Pausenpfiff setzte dann, natürlich Kühn zum 13:8.

Dass dieser Vorsprung kein Ruhekissen sein konnte, machte der TBV den Hausherren nach dem Wechsel schnell klar. Eine Zeitstrafe gegen Anarsson nutzten Lemgos Beste Carlsbogard und Elisson zu einer schnellen Aufholjagd bis zum 12:13 (36.). Doch – ein Strohfeuer nur! Denn Simic mit drei weiteren glanzvollen Paraden, Pavlovic mit unwiderstehlichem Solo und dem ersten Treffer nach sieben Minuten Leerlauf, danach Kastening, Marino Maric mit spektakulärem Rückhand-Treffer vom Kreis sowie erneut Pavlovic und schließlich Kai Häfner zum 19:14 stellten bis zur 45. Minute die Weichen wieder auf Sieg.

Der war nach 54 Minuten in trockenen Tüchern. Der gefeierte Simic entzauberte Isaias Guardiola bei freier Bahn aus zwei Metern, und vorn gelang nun ein Doppelschlag zum 25:18. Der zweifache Vollstrecker? Julius Kühn, mit acht Treffern bester Schütze diesmal. Und Matchwinner neben „Simo“ Simic, der mit 17 Paraden den TBV-Schützen den Zahn zog. (Gerald Schaumburg)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.