Häfner spricht von „wichtigen Tagen“

Wer empfiehlt sich für Tokio? Deutsche Handball-Nationalmannschaft vor den letzten Spielen in der EM-Quali

Der Melsunger Kai Häfner, der seinen Zahnschutz aus dem Mund hängen lässt, sitzt hier mit Fabian Böhm und Julius Kühn auf der Auswechselbank.
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Die nächsten Länderspiele im Blick: Der Melsunger Kai Häfner, der seinen Zahnschutz aus dem Mund hängen lässt, sitzt hier mit den Nationalmannschaftskollegen Fabian Böhm und Julius Kühn (im Hintergrund von links) auf der Auswechselbank.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht vor den letzten Spielen in der EM-Qualifikation. Dabei geht es auch um eine Frage: Wer empfiehlt sich für die Sommerspiele in Tokio?

Kassel – Für Kai Häfner ging die Reise am Montag um 11 Uhr los. Vom Kasseler Bahnhof Wilhelmshöhe fuhr der Rückraumspieler der deutschen Handball-Nationalmannschaft im Zug nach Frankfurt. Nicht allein: Mit dabei waren auch seine fünf Melsunger Kollegen Julius Kühn, Timo Kastening, Silvio Heinevetter und Tobias Reichmann. Die Main-Metropole ist allerdings nur eine Zwischenstation.

Dort begann für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gestern die Vorbereitung auf die letzten EM-Qualifikationsspiele am Donnerstag ab 16.10 Uhr (ARD) in Bosnien-Herzegowina sowie am Sonntag ab 18 Uhr (Sport 1) in der Arena in Stuttgart gegen Estland.

Da die Deutschen nach vier Siegen in vier Spielen bereits für die Europameisterschaft in der Slowakei und in Ungarn (13. bis 30. Januar 2022) qualifiziert sind, steht der Lehrgang in dieser Woche auch schon im Zeichen der Olympia-Vorbereitung. „Es sind wichtige Tage. Jedes Training hilft uns“, sagt Häfner. Und: Wer sich für einen Platz im 14-köpfigen Kader für Tokio empfehlen möchte, der hat jetzt die Gelegenheit dazu. Der DHB wird zudem drei Ersatzspieler mit nach Japan nehmen – diese dürfen allerdings erst nach einer möglichen Nominierung ins Olympische Dorf umziehen.

„Ein Gerüst der Mannschaft hat man mit Sicherheit schon im Kopf“, sagte Bundestrainer Alfred Gislason bei einer virtuellen Pressekonferenz. Wovon der eine oder andere aktuell fehlt. Kapitän Uwe Gensheimer, Torwart Johannes Bitter (beide am Knie verletzt) und Kreisläufer Hendrik Pekeler stehen dem Isländer für die nächsten Prüfungen nicht zur Verfügung.

Dadurch erhalten nun ein paar Spieler wieder eine Chance, die zuletzt keine Rolle gespielt hatten und auch noch für die Olympia-Qualifikation Mitte März in Berlin nicht berücksichtigt worden waren. Wie Melsungens Abwehrchef Finn Lemke. Wie Kiels Linksaußen Rune Dahmke. Wie Wetzlars talentierter Schlussmann Till Klimpke. Und wie der zurzeit groß aufdrehende Kreisspieler Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen.

Ihre Konkurrenz ist allerdings groß. Dahmke beispielsweise hat nicht nur Gensheimer, sondern auch Göppingens Torjäger Marcel Schiller vor sich. Lemke und Kohlbacher sind eher Spezialisten – der eine in der Deckung, der andere im Angriff. Das unterscheidet sie von den Kielern Patrick Wiencek und Pekeler sowie Flensburgs Johannes Golla, der auf seine erste Teilnahme an einem olympischen Handball-Turnier hofft: „Wir haben ein großes Ziel im Sommer. Wir werden uns bestmöglich vorbereiten.“

Hochinteressant ist auch die Situation auf Rechtsaußen, wo nur Timo Kastening zurzeit gesetzt scheint. Dahinter rechnen sich Tobias Reichmann und Patrick Groetzki Chancen aus. „Es würde mich sehr stolz machen, wenn Tobi und ich die MT zusammen auf dieser Position vertreten könnten“, betont Kastening.

Für den Lehrgang wurde Hannover-Burgdorfs Halblinker Fabian Böhm wegen des Ausfalls von Lukas Stutzke (Bergischer HC in Quarantäne) nachnominiert. In der Aufbaureihe kommt Gislason aber nicht an Leistungsträgern wie Philipp Weber, Häfner und Julius Kühn vorbei. „Olympia ist noch weit weg. Daran denke ich jetzt noch nicht“, sagt der Halbrechte Häfner. Gestern ging es ja auch erst einmal nur von Kassel nach Frankfurt. (Björn Mahr)

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