Auftakt zur EM-Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina

Sieg nach Startschwierigkeiten: Handballer gewinnen bei Gislason-Debüt 25:21

Freut sich über eine Steigerung in Halbzeit zwei: Bundestrainer Alfred Gislason.
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Freut sich über eine Steigerung in Halbzeit zwei: Bundestrainer Alfred Gislason.

„Ein Sieg zum Start ist immer gut“, sagte Finn Lemke. Der Abwehrstratege in der deutschen Handball-Nationalmannschaft freute sich nicht nur über den 25:21 (9:13)-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina zum Auftakt der EM-Qualifikation, sondern auch über den gelungenen Einstand unter dem neuen Bundestrainer Alfred Gislason.

Düsseldorf – „Ein Sieg zum Start ist immer gut“, sagte Finn Lemke. Der Abwehrstratege in der deutschen Handball-Nationalmannschaft freute sich nicht nur über den 25:21 (9:13)-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina zum Auftakt der EM-Qualifikation, sondern auch über den gelungenen Einstand unter dem neuen Bundestrainer Alfred Gislason. Wegen Corona war das Debüt des Isländers im März ausgefallen.Zwar konnte der Coach insgesamt nicht zufrieden sein, eine seiner Entscheidungen hatte sich aber bezahlt gemacht: Die Nominierung von Lemke, der 607 Tage nicht für Deutschland aufgelaufen war. Doch dazu später mehr.

Gislasons erste Halbzeit als Bundestrainer ließ sich mit einem Wort zusammenfassen: dürftig. Dennoch behielt der Handball-Lehrer an der Seitenlinie die Ruhe. Mit vor der Brust verschränkten Armen verfolgte er das Geschehen – eben so, wie man ihn oft als Verantwortlichen in Kiel erlebt hat. „Ich hatte keinen Grund, mich aufzuregen. Ich habe ja den Willen bei meiner Mannschaft gesehen“, sagte der erfahrene Coach.

Dabei taten sich seine Spieler vor Geisterkulisse in Düsseldorf schwer, Rhythmus aufzunehmen. „Das hatten wir uns schon etwas anders vorgestellt, wir hatten zu viele Fehlpässe und Fehlwürfe“, bedauerte Rückraumakteur Kai Häfner. Noch dazu waren die Gäste ein unangenehmer Gegner – nicht nur wegen des Flensburger Torwarts Benjamin Buric. Dass Bosnien-Herzegowina coronabedingt nur elf Spieler zur Verfügung hatte, spiegelte sich erst einmal nicht in den Kräfteverhältnissen auf dem Feld wider.

Gislason hatte dem Mindener Juri Knorr auf der Mitte zu seinem Länderspieleinstand verholfen. Der Youngster, erster Nationalspieler mit Jahrgang 2000, tat sich mit einer tollen Einzelaktion zum 5:8 hervor. Dennoch gelang es der DHB-Auswahl im ersten Durchgang nicht, gute Eigenwerbung zu betreiben.

Nach der Pause setzte der Bundestrainer noch stärker auf die Melsunger Karte. Die Abwehr bestand aus Kai Häfner, Julius Kühn, Timo Kastening und dem eingewechselten Lemke. Im Kasten stand inzwischen mit Silvio Heinevetter ein weiterer MT-Vereinskollege.

Speziell der 2,10-m-Hüne Lemke brachte die nötige Aggressivität in die Deckung rein. „Finn hat die Abwehr extrem gepusht“, lobte Gislason. So übernahm nun seine Mannschaft das Kommando auf dem Feld im ISS-Dome. Immer wieder erarbeitete sie sich Tempogegenstöße. Es passte ins Bild, dass Lemke einen Konter zum 12:14 nutzte. „Wir haben versucht, alles reinzulegen. In der zweiten Hälfte sind wir stark zurückgekommen“, resümierte der Abwehrstratege. Eine Randnotiz: Bis zum 17:16 durch Kastening gingen elf Treffer auf das Konto von Melsunger Bundesligaprofis.

Zudem profitierte der Gastgeber davon, dass sich Bosniens Spielmacher Ivan Karacic schwer am Fuß verletzte. „In der zweiten Halbzeit war es dann auch ein bisschen ein Kraftproblem“, erklärte Buric. Mitte des zweiten Abschnitts erzielte das deutsche Team durch Kastening (2), Hendrik Pekeler, Uwe Gensheimer und Häfner fünf Tore in Folge zum 20:16. Doch dann schlichen sich wieder einige unnötige Fehler ein. Erst nach dem erfolgreichen Tempogegenstoß von Tobias Reichmann zum 24:21 (60.) war der Erfolg unter Dach und Fach. Das spektakulärste Tor des Nachmittags gab es in der Schlusssekunde: Gensheimer traf mit einem Wurf über das gesamte Feld ins verwaiste gegnerische Gehäuse. (Björn Mahr)

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