DHB-Vize Hanning unterstreicht Bedeutung

Deutsche Handballer kämpfen von Freitag bis Sonntag um Tokio-Startplatz

DHB-Präsident Andreas Michelmann (links, hier bei der Handball-WM im Januar) und Vize Bob Hanning.
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DHB-Bosse: Präsident Andreas Michelmann (links, hier bei der WM im Januar) und Vize Bob Hanning.

Das Warten auf die Premiere hat bald ein Ende. Ein Tag noch – und dann bestreitet die deutsche Handball-Nationalmannschaft erstmals ein Spiel bei einer Olympia-Qualifikation.

Kassel/Berlin – Das Warten auf die Premiere hat bald ein Ende. Ein Tag noch – und dann bestreitet die deutsche Handball-Nationalmannschaft erstmals ein Spiel bei einer Olympia-Qualifikation. Auftaktgegner beim Turnier in der Berliner Max-Schmeling-Halle ist morgen ab 15.15 Uhr (ARD) Vize-Weltmeister Schweden.

In der Vergangenheit hatten sich die Deutschen für das olympische Turnier entweder erst gar nicht qualifiziert oder ihren Startplatz schon durch einen Titel gesichert. Bei den Sommerspielen 2016 beispielsweise in Rio nahm die DHB-Auswahl als amtierender Europameister teil und gewann die Bronzemedaille. Für den Wettbewerb in Tokio hatte Bob Hanning, der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), vor einigen Jahren die „Mission Gold“ ausgerufen. Schon sehr lange, bevor der Bundestrainer Alfred Gislason hieß.

Zwar sagte Hanning bei einer virtuellen Pressekonferenz am Mittwoch, dass er nach wie vor „zu hundert Prozent“ dahinter stehe. Er stellte aber auch klar: „Es gilt jetzt erst mal, sich zu qualifizieren, und das Augenmerk in den nächsten vier, fünf Tagen nur auf ein Ziel zu richten – und nicht auf etwas, was danach ist.“

Ein Scheitern des deutschen Teams ist allerdings nicht ausgeschlossen. „Es ist ein eminent wichtiges Turnier. Wir brauchen die Präsenz bei den Olympischen Spielen“, erklärte Hanning. Genauso wie in anderen Sportarten findet Handball praktisch seit einem Jahr nur noch im Profibereich statt – und das fast durchweg ohne Zuschauer. Auch in Berlin sind keine Fans zugelassen.

Spielmacher Philipp Weber betont dennoch: „Ich sehe uns als Mitfavoriten.“ Neben den Schweden warten noch die ebenfalls starken Slowenen (Samstag, 15.35 Uhr, ZDF) und die nicht zu unterschätzenden Algerier (Sonntag, 15.45 Uhr, ZDF). Nur die beiden Erstplatzierten werden in Japans Hauptstadt reisen. „Die Jungs sind heiß auf Erfolg, wollen sich im eigenen Land zeigen und beweisen, dass sie sich weiterentwickelt haben“, erklärt Co-Trainer Erik Wudtke.

Bei der WM im Januar in Ägypten gab es in allerdings personell arg geschwächter Besetzung einen zwölften Rang. Jetzt muss das DHB-Team kurzfristig auf den Berliner Paul Drux verzichten. Der Füchse-Rückraumspieler wurde bereits gestern wegen eines Außenmeniskusschadens operiert.

Mit der Rückkehr der drei Kieler Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold sowie des Berliners Fabian Wiede ist die deutsche Mannschaft jedoch deutlich schwerer auszurechnen. Auch der Göppinger Sebastian Heymann könnte im Schatten des Melsungers Julius Kühn und des Hannoveraners Fabian Böhm einiges im linken Rückraum ausrichten.

Wiede bestritt seit November 2019 kein Länderspiel mehr. Er litt im Vorjahr unter erheblichen Schulterproblemen. Nun soll er als Halbrechter seine Spielintelligenz einbringen und die Mittelmänner Weber und Juri Knorr unterstützen. Wiede sagt: „Ich bin überzeugt, dass wir zusammen gut funktionieren werden.“ Bei einer Premiere für das DHB-Team. (Björn Mahr)

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