Training in Tokushima

Deutsche Handballer nach langer Flugreise in Japan angekommen - Finn Lemke: Olympia ist doch greifbarer als vorher

Faust geballt: Finn Lemke.
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Faust geballt: Finn Lemke.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft bereitet sich jetzt in Japan auf das olympische Turnier in Tokio vor.

Kassel – Mit 2,10 m ist Finn Lemke der längste Handballler im deutschen Olympia-Team. Keine Frage: Genauso wie in jedem Bett kann es für Lemke auch in jedem Flugzeug nicht groß genug sein. Der lange Flug von Frankfurt nach Tokio sowie die Weiterreise zum Trainingslager in Tokushima hat der Profi von der MT Melsungen dennoch gut weggesteckt. „Der DHB hat sehr großen Wert darauf gelegt, dass alles möglichst problemlos und komfortabel abläuft“, sagt der 29-Jährige.

So setzten er und seine Teamkollegen zusammen mit Bundestrainer Alfred Gislason am Freitag mit zwei Übungseinheiten die Vorbereitung auf die Sommerspiele und damit auf das Auftaktspiel heute in einer Woche gegen den amtierenden Europameister Spanien (9.15 Uhr/deutsche Zeit) fort. „Ich bin in großer Vorfreude. Wenn du erst mal in Japan bist, dann ist Olympia doch greifbarer als vorher“, fügt Lemke hinzu. Bis Mittwoch hatte sich das Team in Herzogenaurach auf den Höhepunkt des Jahres eingestimmt.

Einen Tag vor dem Abflug ist der Handball für ein paar Stunden kein Thema gewesen – die Hochleistungssportler ließen es sich in einem historischen Lokal in Nürnberg bei Kalbshaxen und anderen deftigen Köstlichkeiten gut gehen. „Es war sehr lecker“, sagte Rechtsaußen Timo Kastening (26) gestern bei einem digitalen Medientermin des Deutschen Handballbundes (DHB).

Rechtsaußen: Timo Kastening.

Aber auch in Tokushima fühlt sich der Melsunger mit seinen insgesamt 16 Mannschaftskameraden, den Coaches und Betreuern wohl: „Das Essen ist eine glatte 1.“ Die DHB-Auswahl wohnt – bis zum Umzug ins Olympische Dorf in Tokio in der kommenden Woche – in einem Hotel, weitgehend getrennt von anderen Gästen. Trainiert wird in einer Halle in Tokushima. Für die Athletikeinheiten braucht die Mannschaft das Hotel nicht zu verlassen. Abseits der Anlage Eindrücke zu sammeln, das ist in Anbetracht der strengen Hygienekonzepte nicht möglich. „Schade, dass wir nichts von den Menschen hier und der Stadt sehen können“, bedauert Kastening.

Zumindest nach der Ankunft am Flughafen in Tokushima gab es einen besonderen Moment. Dort erwarteten nicht nur Medienvertreter den Olympia-Dritten von 2016, sondern auch unzählige Kinder. Auf mehreren Plakaten wünschten sie dem Team viel Erfolg. „Sie haben uns applaudiert, obwohl wir nur in den Bus eingestiegen sind. Ein ganz warmer Empfang“, berichtete Erik Wudtke.

Der Co-Trainer sieht die Spieler trotz der kräftezehrenden Anreise in einem guten Zustand: „Die Jungs haben sich schnell akklimatisiert.“ Abwehrmann Lemke stellt sich allerdings auf harte Tage ein: „Jetzt kommt der Feinschliff. Und da brauchen wir noch ein paar Stunden in der Halle.“ (Björn Mahr)

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