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Deutsche Handballer schlagen bei EM Belarus - Melsunger Kai Häfner dreht erneut mächtig auf

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Von: Björn Mahr

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Starker Auftritt im deutschen Trikot: der Melsunger Kai Häfner.
Starker Auftritt im deutschen Trikot: der Melsunger Kai Häfner. © Marijan Murat/dpa

Die Handball-Nationalmannschaft hat bei der EM in Bratislava einen 33:29-Auftaktsieg gegen Belarus gefeiert. Überragender deutscher Spieler: der Melsunger Kai Häfner.

Kassel - Kai Häfner kann nicht nur EM-Generalprobe. Fünf Tage nach seiner Gala-Vorstellung im Test in Wetzlar gegen Frankreich führte der Profi vom Bundesligisten MT Melsungen die deutsche Handball-Nationalmannschaft auch zum 33:29 (17:18)-Auftaktsieg bei der Europameisterschaft in Bratislava. Morgen ab 18 Uhr (ARD) geht es für Bundestrainer Alfred Gislason und sein Team in der Vorrunde gegen Österreich weiter.

Gislasons Startformation hielt eine Überraschung parat. Anstelle des erfahrenen Andreas Wolff, der einige belarussische Spieler aus seinem polnischen Klub Kielce und der Champions League kennt, durfte der Wetzlarer Till Klimpke seinen EM-Einstand zwischen den deutschen Pfosten feiern. Nicht überraschend war dagegen, dass es der Lemgoer Lukas Zerbe nicht in das 16-köpfige Aufgebot geschafft hatte. Denn der Coach nahm den Erlanger Christoph Steinert ins Team, und der Halbrechte kann auch auf Rechtsaußen eingesetzt werden. Wo er wegen seiner Defensivstärke auch ran musste.

Das erste deutsche Tor gelang dem glänzend aufgelegten Häfner zum 1:1. Kurz darauf ging die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) durch Philipp Weber erstmals in Führung. Allerdings gehörte die Anfangsphase den robusten Belarussen, die sich einen 7:2-Vorsprung erarbeiteten (11.). „Wir bekommen überhaupt keinen Zugriff“, bemängelte Dominik Klein als Handball-Experte in der ARD. Zudem bekam Klimpke keine Hand an den Ball und wurde durch Wolff ersetzt.

Danach steigerte sich das DHB-Team. Aus einem 6:10 machten der eingewechselte MT-Profi Julius Kühn, Marcel Schiller, Häfner, Kapitän Johannes Golla und Steinert ein 11:10 (21.). Deutschland war in der EM endgültig angekommen. Doch der Gegner war weiter ein unangenehmer Kontrahent. Speziell Kreisläufer Artsem Karalek bekam das verjüngte deutsche Team nicht unter Kontrolle – was sich auch im 17:18-Pausenrückstand widerspiegelte. „Es ist ein Riesenkampf“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer nach den ersten 30 Minuten. „Das hervorragende Kreisläuferspiel der Belarussen ist auch kaum zu verteidigen.“

Zu Beginn des zweiten Abschnitts bekamen die Deutschen um Mittelmann Weber die Partie immer besser unter Kontrolle. An allen guten Aktionen beteiligt: Häfner und Kühn, die beiden Melsunger. Nutznießer? Golla und Schiller. Bis auf 25:21 setzte sich das DHB-Team ab.

Deutlicher wurde der Vorsprung nicht. Doch sie ließen den Kontrahenten auch nicht wirklich näher herankommen. Die Deckung stand nun zunehmend besser. Wolff konnte sich zumindest ab und an auszeichnen. Timo Kastening, also ein weiterer Melsunger, Golla und Schiller stellten auf 31:26 (55.). Jetzt bog Gislasons Mannschaft auf die Siegerstraße ein – zur Freude vieler deutscher Fans unter den 1271 Zuschauern in der Ondrej-Nepela-Arena in Bratislava.

Nach dem Spiel wurde Häfner zum Mann des Spiels gekürt. Eine bessere Wahl konnte es nicht geben. (Björn Mahr)

Deutschland - Belarus 33:29 (17:18)

Deutschland: Klimpke, Wolff - Häfner 8, Schiller 8/5, Kühn 6, Golla 4, Steinert 3, Ph. Weber 2, Kastening 1, Wiencek 1, Ernst, Heymann, Köster, Mertens, M´Bengue, Witzke

Belarus: Mazkewitsch, Saldazenka - Kulesch 7, Wajlupau 7/5, Karalek 6, Astraschapkin 2, Gajdutschenko 2, Jurynok 2, Kulak 2, Samoila 1, Aliochin, Bochan, Krywenka, Nikanowitsch, Saizau, Udawenia

SR: Lah/Sok (Slowenien) - Z: 1271

Strafminuten: 10 / 10 - Disqualifikation: Wiencek (57./3. Zeitstrafe) / Bochan (51./3. Zeitstrafe)

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