EM-Qualifikation

Ein-Tages-Trip mit gutem Ende: Deutsche Handballer siegen knapp 26:24 in Bosnien-Herzegowina

Auf dem Weg zum Tor: Der deutsche Rechtsaußen Timo Kastening (vorn, hier gegen den Bosnier Alen Ovcina).
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Auf dem Weg zum Tor: Der deutsche Rechtsaußen Timo Kastening (vorn, hier gegen den Bosnier Alen Ovcina).

Die deutschen Handballer haben in Bosnien-Herzegowina 26:24 gewonnen. Es war der 19. Sieg in Folge in einem EM-Qualifikationsspiel.

Kassel – Um 7 Uhr am Donnerstag ging es in Frankfurt los. In der Nacht zu Freitag kehrten die deutschen Handballer in die Heimat zurück. Zwischendurch gewann die bereits für die EM 2022 qualifizierte Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason knapp 26:24 (15:15) in Bugojno gegen Gastgeber Bosnien-Herzegowina. Nach dem Ein-Tages-Trip auf den Balkan muss die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) jetzt noch einmal in der Qualifikation für die Europameisterschaft ran:

Zum Abschluss der Runde empfängt sie am Sonntag ab 18 Uhr (Sport 1) in Stuttgart Estland.

Die deutsche Startbesetzung: Etwas gewöhnungsbedürftig. Zwar war mit Torwart Andreas Wolff, den Außen Timo Kastening und Marcel Schiller sowie den Kreisläufern Johannes Golla und Patrick Wiencek zu rechnen, die Aufbaureihe bildeten aber Sebastian Heymann, Juri Knorr und Fabian Wiede – und damit nicht Julius Kühn, Philipp Weber und Kai Häfner.

Die erste Halbzeit: Dass die Partie für das deutsche Team kein Selbstläufer werden würde, war absehbar. Für die Gastgeber ging es im Gegensatz zum DHB-Team noch um einen EM-Startplatz. „Die werden gegen uns alles reinhauen“, hatte Gislason am Vortag erklärt.

Und die Bosnier waren im ersten Durchgang ein Gegner auf Augenhöhe. So wandelten sie zwischenzeitlich einen 8:11-Rückstand in eine 13:12-Führung um. In dieser Phase hatten die Gäste trotz eines starken Wolff und der treffsicheren Schiller und Kastening einige Probleme. „Wir haben dann etwas den Faden verloren“, erklärte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Die zweite Hälfte: Nun agierten Weber, Kühn und Steffen Weinhold im Rückraum. Der Melsunger Kühn brachte sein Team auch mit 16:15 in Führung – sein 18. Treffer in dieser EM-Quali. Dennoch wirkte es so, als könnten die Deutschen die Reisemüdigkeit nicht so richtig aus den Ärmeln schütteln. Sie leisteten sich zu viele Fehler. Zudem stand der bosnische Torwart Benjamin Buric von der SG Flensburg-Handewitt seinem Gegenüber Wolff in nichts nach. Zwar stellte Kühn mit einem Doppelschlag auf 23:21, es blieb aber dennoch bis in die Schlusssekunden spannend. Erst nach einer Parade von Wolff und einem Tor von Kastening war der 19. Sieg in Folge in der EM-Qualifikation unter Dach und Fach.

Das vorgezogene Geburtstagsgeschenk: Heute wird Finn Lemke 29 Jahre alt. Der Abwehr-Hüne von der MT Melsungen kam im Verlauf der ersten Hälfte ins Spiel und ließ Bosniens Oldie Nikola Prce gleich einmal spüren, wie aggressiv man verteidigen kann. Einen großartigen Block Lemkes im zweiten Abschnitt bezeichnete ARD-Kommentator Florian Naß als „überragende Qualität“.

Die Stimmen: „Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte der Melsunger Rechtsaußen Kastening, „wir haben mit viel Kampf und Wille dagegengehalten und gewonnen, ohne zu glänzen.“ Der Kieler Kreisläufer Wiencek, der sein 150. Länderspiel absolvierte, fügte hinzu: „Das soll nicht als Ausrede gelten. Aber wenn man unsere Anreise sieht, dann war das heute schon etwas Besonderes.“ In der Abwehr habe das Team ganz gut gestanden. „Wir hatten aber dann nicht die Geduld und haben dann immer noch einen Fehler gemacht.“

Der alte Bekannte im bosnischen Trainerstab: Bei den Hausherren saß der frühere Melsunger und Essener Bundesliga-Schlussmann Mario Kelentric als Torwarttrainer auf der Bank. (Björn Mahr)

Statistik

Deutschland: Wolff, Klimpke - Schiller 10/3, Kastening 7, Kühn 5, Heymann 1, Wiencek 1, Knorr 1, Golla 1, Lemke, Weinhold, Wiede, Häfner, Groetzki, Weber, Dahmke.

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